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Bürgerversammlung

„Wann rollen denn endlich die Bagger an?“

18.06.2012 | 21:03 Uhr
„Wann rollen denn endlich die Bagger an?“
Bürgerinformation Neue Mitte:

Warstein. Bürgermeister Manfred Gödde bringt die Dinge gerne treffend auf den Punkt: „Viele Bürger trauen dem Braten nicht. Sie wollen wissen: Wann rollen denn endlich die Bagger an?“ Eine Antwort auf diese Frage weiß indes auch das Warsteiner Stadtoberhaupt nicht, aber immerhin ist Gödde überzeugt, „dass wir jetzt eine Entscheidung brauchen.“

Und weil diese ebenso schwer wie zukunftsweisend ist, haben sich Politik und Verwaltung mit dem renommierten Gutachterbüro Junker & Kruse den entsprechenden Sachverstand an die Seite geholt, um noch vor der Sommerpause die Entscheidung fällen zu können, auf die so viele Warsteiner Bürger inständig warten.

Die Resonanz auf die gestrige Bürgerversammlung - die erste dieser Art - zur Neuen Mitte hielt sich allerdings in eher beschaulichen Grenzen: Knapp hundert Bürger nutzten die Gelegenheit, sich Informationen aus erster Hand zu besorgen und kamen in die Aula des Warsteiner Gymnasiums. Unter den Zuhörern war nahezu der komplette Stadtrat vertreten. Wohl auch deshalb formulierte Gödde: „Ich bin etwas enttäuscht über die Resonanz. Ich hatte mir mehr Zuspruch erhofft.“

Die, die da waren, erfuhren von Stefan Kruse und Andreas Maier, warum sie die große Lösung, für die vor allem Investor Hubert Bövingloh steht, ablehnen. Nach Meinung der Gutachter ist das geplante Geschäfts- und Wohnzentrum mit seiner Verkaufsfläche von mehr als 8000 Quadratmetern nicht innen­stadtverträglich. Kruse: „Es ist nicht sinnvoll, das gesamte Potenzial, das geschaffen werden soll, auf nur einen Standort zu konzentrieren.“

Und weil das so ist, empfehlen die Städtebauexperten, auch das Rathaus nicht abzureißen. Vielmehr soll das Gelände an der Dieploh­straße und auch die Dieplohstraße weiter entwickelt werden. Hier kann ein Einkaufszentrum mit verschiedenen Geschäften entstehen. Vor allem soll hier die qualitative wie quantitative Unterversorgung von Warstein bei einigen Warengruppen ausgeglichen werden. Speziell bei Kleidung aber auch bei Elektronik und Lampen sehen die Gutachter deutlichen Bedarf, um verloren gegangene Kaufkraft wieder nach Warstein zu holen.

Sinnvoll sei eine Anbindung des bereits bestehenden Dom-Centers an den Neubau, um hier die für Warstein dringend notwendige Attraktivitätssteigerung zu erreichen. Von einem Lebensmittelmarkt als Frequenzbringer, wie es das Bövingloh-Konzept vorsieht, halten die Gutachter wenig. Hier sei Warstein bereits recht gut aufgestellt.

Eine Absage erteilt Junker und Kruse auch an ein weiteres Zentrum auf dem ehemaligen Risse-Gelände. Vielmehr soll die Wäster städtebaulich mehr in den Blickpunkt gerückt werden. „Die Wäster ist ein ganz tolles Element in ihrer Stadt. Darum beneiden sie andere Städte.“ Über die Reaktionen der Bürger berichten wir noch ausführlich.

Hans-Albert Limbrock



Kommentare
19.06.2012
08:03
„Wann rollen denn endlich die Bagger an?“
von Michael_R | #1

Mit sehr großem Interesse verfolge ich als Warsteiner Bürger die Thematik "Neue Mitte". Es ist klar, dass in Warstein etwas passieren muss. Ich glaube, dass viele Bürger Interesse daran haben, was in ihrer Stadt getan wird, um die Attraktivität zu steigern und die Versorgung zu erhöhen. Das geringe Interesse an der Bürgerversammlung liegt meines Erachtens daran, dass schlussendlich die Politiker entscheiden werden und nicht die Bürger. "Die machen ja eh was sie wollen!" Ein Bürgerentscheid wäre hilfreich. Aber soetwas scheitert in unserer Stadt ja eh an verwaltungstechnischen Hürden.
Persönlich würde ich mich freuen, wenn eine kleine Lösung mit einem kleinen Einkaufszentrum (mit Passage, Eiscafé und reichlich Parkplätzen) umgesetzt werden kann. Allerdings müssten die Mieten erträglich bleiben, denn was passiert, wenn bei den Ladenbesitzern die Kunden ausbleiben und die Miete nicht mehr gezahlt werden kann, sehen wir bei jedem dritten Haus auf der Hauptstraße.

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