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Vatertag

Seit 50 Jahren an Himmelfahrt auf Wanderschaft

13.05.2010 | 08:00 Uhr
Seit 50 Jahren an Himmelfahrt auf Wanderschaft

Belecke. Es war einmal vor langer Zeit, da lebte ein weiser Mann .... so märchenhaft könnte die Geschichte beginnen, die ein einmaliges Jubiläum begründet. Zum 50. Male bricht heute die Persta-Väterrunde zur traditionellen Wanderung auf.

In der Belecker Firma Persta, die Stahlarmaturen fertigt, kam es vor Jahrzehnten zum Streit unter den Mitarbeitern. Dazu heißt es in der von Alois Breitkopf geführten Chronik: „Es gab zwischen den Abteilungen massiven Streit. Wenn in der Fertigung etwas schief ging, schob man sich gegenseitig die Schuld zu. ”

Die Abteilungsleiter und Meister waren verzweifelt. Bis eines Tages Produktionsleiter Otto Peitz den genialen Gedanken hatte: „Wir müssen die Burschen auch privat, außerhalb des Betriebes, zusammenbringen”, und da es kurz vor Himmelfahrt war, organisierte er zusammen mit Adam Bürger eine Vatertagswanderung. Die 34 technischen Mitarbeiter wurden vom ersten „Obervater” Otto Peitz mit einem Lied auf den Lippen fröhlich und gesellig durch die schöne Natur geführt. Dabei wurden die Köpfe klar - der Streit löste sich in Nichts auf. Und unter den Vatertagswanderern entstanden Freundschaften, die bis heute halten. Sie werden nicht nur am Vatertag gepflegt. Es werden runde Geburtstage, Silber- und Goldhochzeiten und auch Kindtaufen gefeiert. Dreimal jährlich wird auch gekegelt, um die Zeit bis zum Himmelfahrtstag nicht so lang werden zu lassen.

Dank der damaligen Initiative von Otto Peitz kommen „...auf der Ebene der Einrichter, Vorarbeiter, Arbeitsvorbereiter, Meister und Abteilungsleiter fast alle miteinander gut aus.” Um das „fast” wegzubekommen, werden immer wieder Jungväter in diese Runde aufgenommen, vorausgesetzt, sie bestehen die Weihen.

Zu einem „Geheimbund” hat sich diese Persta-Väterrunde gemausert, die nach strengen Vorgaben seit 20 Jahren von Obervater Theo Biernoth geführt wird. Es wird (Feme-)Gericht gehalten, es erfolgen geheimnisvolle Weihen, es wird gepoahläst: „Das müssen wir, um die Vatertagskasse zu füllen.” Die beiden Gründungsväter Josef Kühle und Heinz Schiermeister werden als „Jubelväter” während der heutigen Wanderung, die sich zum 50. Mal jährt, besonders geehrt. Jürgen Flormann ist der Jungvater, „für ihn gibt es noch Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung”, die die heute noch lebenden 18 Vatertagsväter wohlwollend begleiten werden.

Seit jetzt fünf Jahrzehnten laufen die mit 46 Kindern gesegneten Väter diese Route: Treffen bei „Vater” Albert Grewe in der Paul-Gerhardt-Straße, weiter geht's den Kamp hoch zum Pflanzgarten. Dort wird kontrolliert, ob auch alle das Vereinsabzeichen am Wanderanorak tragen. Die Bohnenburg ist ein Zwischenstopp. Und schließlich geht's in den Wald, wohin vorher Sitzgelegenheiten gebracht wurden. Früher war man am Kapellenplatz mit der Schutzhütte in der Nähe; die allerdings entsorgt wurde. Im Gasthof Builtmann in Suttrop ist die Endstation für Norbert Altstädt, Clemens Berghoff, Theo Biernoth, Joachim Freiböhle, Albert Grewe, Fritz Hötte, Holger Kölbel, Josef Kühle, Werner Redder, Heinz Schiermeister,Heinrich Wiemann, Ferdi Wiese, Siegfried Wiese, Detlef Schulz, Uwe Seidel und Jürgen Flormann.

An die Oberväter soll hier auch erinnert werden: Karl Delitzscher, Kurt Günsche sen., Heinrich Heutger, Willi Schwender, Emil Struwe, die verstorben sind. Altvater ist derzeit Clemens Berghoff. „Diese Oberväter wie Otto Peitz und Adam Bürger waren wie Götter für uns”, resümieren Theo Biernoth und Heinz Schiermeister. Durch dieses Vatertagswandern sei es tatsächlich zu einem guten Betriebsklima bei den Persta-Mitarbeitern gekommen.

Betty Römer-Götzelmann

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