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Ballonfestival

Herr der Wetterdaten bei der Montgolfiade

04.09.2009 | 08:35 Uhr
Herr der Wetterdaten bei der Montgolfiade

Warstein. Wenn das größte Ballonfestival Europas - die Montgolfiade - am Freitagabend eröffnet wird, dann ist ein Mann ganz besonders gefragt: Michael Noll. Der Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes kennt die Bedürfnisse der Ballonfahrer genau. Er gibt grünes Licht oder eben nicht.

Michael Noll ist der Mann des Wetters bei der 19. Internationalen Montgolfiade in Warstein. Der Meteorologe wird im Mittelpunkt stehen, wenn alle Ballonfahrer hoffen, dass die Wetterlage einen Start zulässt.

Seine Erkenntnis mag nicht besonders beruhigend sein, aber in jedem Fall ist sie grundehrlich: „Es gibt keine 100 Prozent sichere Vorhersage”, sagt Michael Noll, der beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach beschäftigt ist. „Aber wenn wir 99,9 Prozent erreichen ist das doch auch schon eine gute Sache.”

Herr der Wetterdaten

Seit fünf Jahren ist Noll bei der Montgolfiade der „Herr der Wetterdaten”. Bei ihm laufen alle Meldungen zusammen, er wertet aus und gibt - meteorologisch gesehen - grünes Licht zu den Starts. „Ich kenne die Bedürfnisse der Ballonfahrer”, erklärt der Experte. Da er selbst schon einmal vor zehn Jahren eine Ausbildung zum Ballon fahren begonnen, aber nicht abgeschlossen hat, weiß er um die Unwägbarkeiten zwischen Himmel und Erde: „Beim Wetter können sich die Dinge wahnsinnig schnell ändern. Das geht manchmal von jetzt auf gleich. Manche Wetterphänomene sind nur schwer kalkulierbar.”

Michael Noll ist Meteorologe bei der Montgolfiade in Warstein.

Umso wichtiger ist eine möglichst präzise Vorhersage, denn für alle Ballonfahrer gilt das einfache Prinzip: Sicherheit zuerst! Und wenn er doch einmal danebenliegt mit seiner Vorhersage? „Dann bin ich der Dumme und muss das ausbaden”, sagt er.

Nur Materialschaden

Bisweilen muss Noll dann auch schon einmal heftige Kritik von den Königen der Lüfte einstecken. Ob er sich schon einmal richtig verschätzt hat beim Blick in die Wetterkugel? „Das bleibt natürlich nicht aus. Ist aber eher die absolute Ausnahme. Und zum Glück hat das abgesehen von Materialschäden auch noch keine Konsequenzen gehabt”, gibt er zu.

Sein Datenmaterial bezieht Noll, der auch Mitglied bei den Bergischen Ballonfahrern aus Wiehl ist, direkt vom Deutschen Wetterdienst aus Offenbach: „Die stellen mir umfassendes Material zur Verfügung.” Per PC kann er zudem auf das Intranet seines Arbeitgebers zurückgreifen, um weitere Auskünfte einzuholen. Da er in diesem Jahr nunmehr seit dreißig Jahren Meteorologe ist, kann er natürlich auch ein ganz gehöriges Pfund Berufserfahrung mit in die Waagschale werfen.

Stabiles Hoch

Doch nun zur wichtigsten Frage, die natürlich alle Fans der Montgolfiade in Warstein bewegt: Wie wird denn nun das Wetter in den kommenden zehn Tagen? Noll: „Seit zwei Tagen gibt es Hoffnung auf eine relativ stabile Wetterlage. Das sah Anfang der Woche noch nicht so gut aus.” Allerdings wird der Auftakt nach der Einschätzung des Fachmannes buchstäblich ins Wasser fallen: „Freitag wird nach jetzigem Stand der schlechteste Tag der Montgolfiade.”

An einen Start sei momentan eher nicht zu denken. „Ich habe wenig Hoffnung, dass sich das noch ändert. Es ist mit viel Wind und immer wieder mit Schauern zu rechnen.” Auch der Samstag gehört eher in die Kategorie ,Könnte besser sein'. "Doch dann", so Michael berufsoptimistisch, „kriegen wir die Kurve. Ab Sonntag scheint sich ein beständiges Hoch aufzubauen, das uns dann auch in den folgenden Tagen begleitet. Vieles deutet daraufhin, dass dann noch einmal eine richtige schöne Phase Spätsommer beginnt.” Dagegen lässt sich nichts einwenden.

Hans-Albert Limbrock

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