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Händler trotzen der Kälte

08.02.2012 | 18:00 Uhr
Händler trotzen der Kälte
Der Belecker Markt im Winter - Christa und Ludwig Rickert verkaufen ihr Gemüse nur bei Temperaturen über -10 Grad, sonst würde es kaputt gehen.

Belecke. Die Händler auf dem Belecker Markt schützen sich mit allen Mitteln gegen die Kälte. Dabei sind die Minus-Grade nicht einmal das größte Problem, sondern die fehlende Kundschaft.

Drei Pullover übereinander hat die Obst- und Gemüseverkäuferin Christa Rickert gestern angezogen. Dazu noch zwei Paar Strümpfe, eine lange Unterhose, eine Winterjacke und einen Schal. „Das muss schon sein“, weiß die Händlerin aus Erfahrung. Zusammen mit ihrem Mann Ludwig Rickert kommt sie jede Woche nach Belecke. Im Winter bauen sie zusätzlich noch das Vorzelt auf und nutzen ein elektrisches Gasgebläse, um der Kälte zu trotzen.

„Das zusammen bringt so viel Wärme, dass drinnen immer über null Grad ist. Das geht aber nur bis zu -10 Grad Außentemperatur. Sonst hat es keinen Sinn und die Ware geht kaputt“, sagt Christa Rickert. Letzte Woche zum Beispiel war das Ehepaar gar nicht erst gekommen.

„Dazu kommt, wenn es zu kalt ist, gefriert die Ware den Kunden auf dem Heimweg in der Tasche“, so Rickert. Heute wäre das kein Problem, die Temperaturanzeige am Wilkeplatz zeigt -8 Grad. Darauf achtet das Ehepaar Richter, das ihr Gemüse noch fast komplett selbst anbaut. Aber trotz aller Bemühungen bleiben die Kunden aus.

Fleischverkäufer Stephan Hansel regt sich vor allem über die fehlende Kundschaft auf

Auch bei dem Fleischhändler Stephan Hansel läuft es mager. Er regt sich vor allem über die Einstellung der Leute auf. „Ich finde es wirklich traurig, dass niemand auf den Markt kommt. Wir stehen hier fünf bis sechs Stunden. Die Kunden müssen nur kurz über den Markt laufen, sind dann ganz schnell wieder in der warmen Wohnung, haben aber dann die Taschen voller frischer Ware. Dafür kann man einfach einen Pullover mehr anziehen“, meint Hansel, der selbst drei Pullover unter seinem Kittel und der Jacke trägt.

Er spricht damit ein generelles Problem an. „Früher haben mir die Leute den Laden auch im Winter eingerannt. Heute gehen alle in die Supermärkte, weil es dort billiger und bequemer ist.“ Zu Hause würde er aber nicht bleiben, das hat er in seinen 54 Jahren als Marktbetreiber nie getan. Und eine Aushilfe könnte er gar nicht bezahlen.

Fischverkäuferin Jessica Schneyder wärmt sich mit warmen Getränken von innen.

Jessica Schneyder lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Ändern kann sie es nicht und dann verkauft sie heute eben etwas weniger Fisch als an warmen Tagen. Die Kälte ist für ihre Ware immerhin gut. Sie selbst hilft sich mit heißem Tee und Kaffee während der Verkaufszeit zwischen 7 und 13 Uhr. „Solange man den Job gerne macht, geht es. Dann kann man auch die Kälte ertragen“, meint Schneyder.

Laura Millmann



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