Eltern haben ein Recht auf Trauer
18.05.2010 | 21:00 Uhr 2010-05-18T21:00:00+0200
Groß war das Interesse an der Gründung des Vereins „Sternenkinder Warstein e.V.” Mariann Uhlen wurde zur Vorsitzenden gewählt und der Mitgliedsbeitrag festgesetzt.
Margret Kerkhoff von der Schwangerschaftskonfliktberatung „donum vitae” hat den Arbeitskreis „Sternenkinder” seit 2006 mit betreut und unterstützt: „Ich gehe in den Ruhestand und mir ist es wichtig, dass es mit diesem Projekt weiter geht.”
Stirbt ein Kind während der Schwangerschaft, wird bei den betroffenen Eltern eine Lawine von Gefühlen und Stimmungen ausgelöst. Während bei Kindstod in einem fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft das gesellschaftliche Umfeld allen Beteiligten selbstverständlich ein Recht auf Trauer zugesteht, wird den Eltern, die ihr Kind in einem frühen Stadium verlieren, bisher kaum Verständnis für die Trauer entgegengebracht. Der Verein „Sternenkinder” möchte dazu betragen, auch diesen Eltern ein Recht auf Trauer zuzugestehen, einen Platz zum Trauern anzubieten und allen Kindern eine würdige Beisetzung zu ermöglichen.
Besonders begrüßt wurden Klaus Wohlmeiner, der das Krankenhaus „Maria Hilf” vertrat, Bürgermeister Manfred Gödde und Sandra De Barros, die stellvertretend für den Rüthener Bürgermeister gekommen war. Der Tätigkeitsbereich wird sich auf die Stadtgebiete Warstein und Rüthen erstrecken. Geplant ist, Berufgruppen wie Ärzte, Hebammen, Pflegepersonal, Bestatter oder Seelsorger miteinander zu vernetzen.
Die Satzung, die von Silvia Hillebrandt verlesen worden war, wurde einstimmig angenommen. Ebenso einstimmig wurde der Mitgliedsbeitrag für Familien — zwölf Euro jährlich — beschlossen. Bei der Mitgliedschaft unterscheidet der Verein zwischen aktiven Mitgliedern, die die Ziele und Aufgaben des Vereins durch aktive Mitarbeit unterstützen, und passiven Mitgliedern, die einen ideellen Beitrag leisten möchten.
Der Vorstand setzt sich nach dem einstimmigen Votum für zwei Jahre wie folgt zusammen: erste Vorsitzende Marianne Uhlen, Krankenschwester in der Gynäkologischen Abteilung im „Maria Hilf”, zweite Vorsitzende und Schriftführerin Silvia Hillebrandt (Rechtspflegerin), sowie Sozialarbeiterin Iris Belecke-Severin als Kassiererin.
Der Verein Sternenkinder Warstein wird Flyer heraus bringen, die im Krankenhaus an die betroffenen Eltern übergeben werden. Darin werden ihnen Beistand und Unterstützung bei dem Verlust eines Kindes (insbesondere nicht bestattungspflichtiger Kinder) zugesichert und sie werden r Termine von den regelmäßigen Bestattungsfeiern auf dem Warsteiner Friedhof informiert. Die Druckkosten für diese Flyer übernimmt die Stadt, das sicherte Bürgermeister Manfred Gödde an diesem Abend spontan zu.
Zum Abschluss der Gründungsversammlung überreichte Margret Kerkhoff den drei Vorstandsmitgliedern einen Blumenstrauß. Jeweils eine Rose erhielten die Bestatterinnen Adelheid Tüllmann und Margit Preckel, Hebamme Annette Hohlfeld als große Stütze sowie Margret Enste, die unermüdlich für die Pflege des Sternenkinder-Grabfeldes sorgt.
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