Die Krise als Chance
10.01.2010 | 16:20 Uhr 2010-01-10T16:20:17+0100
Warstein. Trotz Schnee, Wind und Eis kamen über 350 Gäste zum Neujahrsempfang nach Warstein. Ihnen wurde im Infineon-Restaurant eine gelungene Mixtur aus Talk und Musik geboten.
Knapp 350 Gäste folgten der Einladung der in Warstein erscheinenden Tageszeitungen zum Neujahrsempfang. Sie erlebten zwei inhaltsreiche und unterhaltsame Stunden im Infineon-Restaurant in Belecke.
Trotz Daisy
Daisy? Wer um Gottes Willen ist Daisy? Während sich die ganze Nation kollektiv unter dem angekündigten Wintertief Daisy am Samstag zu ducken schien, ließen sich die Menschen aus Warstein und Umgebung von den Wetterdrohungen nicht abschrecken und stapften unverdrossen durch den Schnee zum Infineon-Restaurant und füllten damit schon vor Beginn das Motto der Veranstaltung „Aufbruch 2010” buchstäblich mit Leben.
Roter Faden
In dem gediegenen Ambiente des High-Tech-Unternehmens in der Emil-Siepmann-Straße erwartete die Gäste ein zweistündiges Programm aus Gesprächen und Musik. Susanne Löbbert und Reinhold Große-Lohmann, die Redaktionsleiter der Tageszeitungen, zeichneten dabei für Moderation wie Interviews gleichermaßen verantwortlich. Wie ein roter Faden zog sich dabei ein verhaltener Optimismus und die Hoffnung, dass das Schlimmste der Wirtschaftskrise ausgestanden ist, durch die Gesprächsbeiträge: „Wir wollen”, verdeutlichte Susanne Löbbert, „Optimismus versprühen, damit es etwas besser wird nach diesem Krisenjahr.”
Krisenjahr
Wie sehr dieses Krisenjahr auch die heimische Wirtschaft getroffen hat, deutete Klaus Buchwald, Sprecher der Infineon-Betriebsleitung an: „2009 war ein bewegendes Jahr, mit nicht immer erfreulichen Mitteilungen für unsere Mitarbeiter.” Kurzarbeit und das Freisetzen von Leihkräften waren nötig, um die Krise zu meistern: „Wir haben hier jeden Euro zweimal umgedreht.” Gleichzeitig aber habe man die Krise als Chance genutzt und in die Qualifikation der Mitarbeiter investiert.
Standort gestärkt
Buchwald ist daher überzeugt: „Der Standort hier ist gestärkt aus der Krise hervorgegangen.” Da man sich dessen bewusst sei und die „komplette Mannschaft” noch stärker zusammengerückt sei, könne man im 20. Jahr von Infineon/Eupec optimistisch und zuversichtlich die Zukunft planen. Die Planungen für den Bau eines neuen Entwicklungszentrums etwa laufen bereits. Buchwald: „Das dient auch der Absicherung der Arbeitsplätze.”
Aufbruch 2010
Aufbruch 2010” - das war das Motto des Neujahrsempfangs. Dass dies auch das Motto für die Politik und die Menschen in Warstein ist, verdeutlichte Bürgermeister Manfred Gödde in seiner emotionalen Ansprache. Die Agenda ist lang. Bürgermeister Gödde nutzte er die Gelegenheit vor den vielen Gästen im Infineon-Restaurant, um seinen Arbeitskatalog für 2010 zu präsentieren. Zentrale Aussage: „Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner.”
Strittiges Thema
Dies gilt auch zum strittigen Thema „Feinstaub”. Dies sei nur durch eine verkehrliche Lösung in den Griff zu bekommen. Gödde verspricht: „Dazu beginnen in Kürze konkrete Behördengespräche.” Davon abhängig ist auch das künftige Erscheinungsbild der Innenstadt von Warstein: „Die muss ein neues Gesicht bekommen.” Trotz wirtschaftlicher schwieriger Bedingungen - die Stadt Warstein befindet sich in einem Nothaushaltsrecht - sieht der Verwaltungschef gute Chancen, Warstein und auch die umliegenden Kommunen für die Zukunft zu positionieren.
Optimismus
Wichtigste Voraussetzung: „Malen wir nicht in dunklen Farben, krempeln wir die Ärmel hoch und gehen wir gemeinsam positiv an die Zukunft heran.” Das fordert auch der Rüthener Bürgermeister Peter Weiken, der zudem mit einigen unkonventionellen Vorschlägen überraschte: „Im Kreis gibt es vierzehn Bürgermeister, vierzehn Bauhöfe, vierzehn Personalämter - das ist ein mächtiges Einsparpotential.”
Zusammenarbeit
Er kündigte dabei an, dass die interkommunale Zusammenarbeit mit Warstein auf jeden Fall gestärkt werden soll: „Wir müssen Schluss machen mit dem Kirchturmdenken. Das gemeinsame Notfallzentrum ist ein Schritt in die richtige Richtung. So etwas wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen.”
Familien in Not
Deutlich realer und konkreter als die Visionen der Politiker stellten sich die Schilderungen von Margret Kaup vom SkF-Hilfsfonds dar. Sie berichtete, dass es in Warstein zahlreiche Familien in akuter Not geben würde: „Oft schämen sie sich, um Hilfe zu bitten. Zum Glück bekommen wir manchmal Hinweise aus der Nachbarschaft und können helfen.”
Sonderkonto
Während des Empfangs wurde für die segensreiche Arbeit von Margret Kaup und ihren engagierten Mitstreiterinnen gesammelt. Wer den Hilfsfonds für „Familien in Not unterstützen will”, kann dies noch unter folgendem Kontakt: Sozialdienstes Katholischer Frauen, Konto Nr. 1801531904, Sparkasse Lippstadt, BLZ 416 500 01.
Aufwärts
Wenn sie es nicht wissen, wen dann? Manfred Wortmann (Volksbank) und Jürgen Riepe (Sparkasse) zeigten sich beide verhalten optimistisch, dass es wirtschaftlich wieder aufwärts geht und die Bankenkrise überwunden ist. Allerdings räumte Wortmann auch ein: „Das Thema Banken und Zukunftsprognose war in der jüngeren Vergangenheit nicht immer unbedingt glücklich.” Dennoch forderte er: „Optimismus ist angebracht.” Das sieht auch Jürgen Riepe so: „Es gibt inzwischen wieder viele positive Aspekte und Signale. Wir können also verhalten optimistisch sein.”
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