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Kein Kaffeekränzchen

07.02.2010 | 18:12 Uhr
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Recklinghausen. Viele Menschen reden übers Wetter, über Sport oder Castingshows. Im Ruhrfestspielhaus brannte dagegen fünf Stunden lang am Samstag rund 150 Menschen ein anderes Thema auf den Nägeln: Bildung. Willkommen in der Zukunftswerkstatt.

Wie kann man Bildungschancen und Bildungslebensläufe für Kinder und junge Menschen – vom Babyalter bis hin zum Übergang in den Beruf – verbessern, untereinander vernetzen, vorhandene Ressourcen nutzen? Wie Erzieher, Lehrer, Ausbilder, Bildungsträger der verschiedensten Art an einen Tisch bringen und Kräfte bündeln? Wie motiviert man vor allem Eltern zur Mitarbeit?

Darum ging es in der von Klaus Herrmann, dem Leiter des kommunalen Bildungsbüros der Stadt Recklinghausen, geleiteten „Zukunftswerkstatt” im Ruhrfestspielhaus. Ein neues Konzept: Keine „Experten” predigen vom Podium herunter, sondern die rund 150 Männer und Frauen (Erzieherinnen, Lehrer und Lehrer aller Schulformen, Vertreter von Einrichtungen wie RE.Init, Verbraucherzentrale, Volkshochschule, um nur einige Beispiele zu nennen) gingen als Menschen mit Erfahrung und Multiplikatoren selbst an die Arbeit.

Kein Kaffeekränzchen: Es wurde in drei Themengruppen intensiv diskutiert, kritisiert und nach Lösungen gesucht, Pläne für die Zukunft wurden entworfen.

Jeweils zwei Moderatoren des Vereins Institut für Sozialarbeit (ISA) aus Münster (www.isa-muenster.de) begleiteten die Gruppen, stellten anschließend die Ergebnisse vor. Das Konzept Zukunftswerkstatt beinhaltet eine verführerische Methode: Man darf Ideen entwickeln, ohne dabei aufs Geld zu schauen. Einer der Moderatoren: „Spinnen Sie herum!” Erst in einem nächsten Schritt ging es dann an die Realisierung. Ausgangspunkt war ein kleiner Mensch: Max. Wie sich die Bildungsbiographie des fiktiven Jungen gestalten würde, war der rote Faden des Werkstatt-Tages.

Die Anstrengungen zeigten sich in erschöpften Gesichtern, und dass sich die Arbeit gelohnt hatte, bewies der reichliche Applaus am Ende. Klaus Herrmann stellte klar: „Wir sind vom Rat beauftragt worden. Ergebnisse, zu denen wir heute kommen, werden Einfluss haben auf Vorschläge, die die Verwaltung erarbeiten wird.” Die dokumentierte Zukunftswerkstatt wird in ausgewerteter Form allen Teilnehmern bald vorliegen.

Kerstin Halstenbach

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