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Schwelm

Hin und weg für westfälischen Jakobsweg

25.04.2008 | 17:07 Uhr

Schwelm/Ennepe-Ruhr.

Das Wandern ist des Pilgers Lust: Eine Schwelmer Gruppe um Stadtarchivleiterin Cornelia Hackler begab sich auf die Spuren des westfälischen Jakobsweges, dessen letztes Teilstück von Gevelsberg nach Beyenburg führt.Fotos (5):Steffen Gerber

Einen Text über den Jakobsweg zu schreiben, ohne dabei Hape Kerkelings Bestseller "Ich bin dann mal weg" zu erwähnen, ist fast unmöglich. Und doch können Wanderfreunde auch ohne Gedanken an den berühmten Promi-Pilger den EN-Südkreis erkunden. Die letzte der 12 Etappen des kürzlich vorgestellten Jakobsweges durch Westfalen von Osnabrück nach Beyenburg führt über Gevelsberg, Ennepetal und Schwelm.

Der Weg ist das Ziel, heißt es. Für etwa 25 Hobby-Pilger hatte Schwelms Stadtarchiv- und Museumsleiterin Cornelia Hackler eine kulturgeschichtliche Wanderung von den Schwelmer Höhen hinunter nach Wuppertal-Beyenburg initiiert. Der Weg: größenteils entlang der mittelalterlichen Spuren des Jakobsweges. Das Ziel: die ehemalige Klosterkirche St. Maria Magdalena. Das Gefühl: eine schöne Strecke mit tollen Aussichten.

Dabei beginnt die 12. Etappe des kürzlich vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) herausgegebenen Wanderführers "Wege der Jakobspilger in Westfalen", Band 6, an der Erlöserkirche in Gevelsberg. 15 Kilometer - Schwierigkeitsgrad leicht bis mittel mit leichten Anstiegen - haben Fußgänger und Radfahrer auf dem letzten Teilstück des westfälischen Weges zurückzulegen, ehe sie in Wuppertal auf den rheinischen Pilgerweg bis nach Aachen stoßen. Hier ist ebenso eine ausgeschilderte Fortsetzung möglich wie ein früherer Einstieg: Wer nicht den ganzen Weg von Osnabrück gehen möchte, kann etwa in Dortmund an der Hohensyburg starten, gelangt über Herdecke, Hagen und Haspe zur Gevelsberger Stadtgrenze, wo in der Aske dann die EN-Südkreis-Etappe beginnt.

Alte Hohlwege Dabei handelt es sich generell nicht um klassische Jakobswege, also um extra ausgebaute Pilgerstraßen mit Herbergen in regelmäßigen Abständen, wie es heute auf der berühmten Wegstrecke nach Santiago de Compostela der Fall ist. Zurückgegriffen wurde meist auf alte Hohlwege, die sich trassenartig durch das Gelände ziehen.

Pilger durch Westfalen waren im Mittelalter auf das vorhandene System aus Lokal- und Fernwegen angewiesen. Diese Fernhandelstraßen hat der LWL nachgezeichnet. "Man darf nicht vergessen, dass Schwelm seine Entstehung der verkehrsgünstigen Lage und vielen Fernwegen zu verdanken hat", erklärt Cornelia Hackler. Pilger kamen früher oft hier vorbei und nutzten die gut einsehbaren Wege mit schönen Aussichten (Schwelmer Höhe).

In der aktuellen Wanderkarte gibt es den markierten Jakobsweg und den historischen Verlauf, die sich etwa bei den alten Hohlwegen oft überschneiden, aber auch mal voneinander abweichen. "Die Forscher orientierten sich am historischen Verlauf, was aufgrund der vielfältigen Wegesituation im Mittelater nur bedingt gelang", berichtet Hackler, die einen Tag lang auf Erkungswanderung mit dem LWL ging. Ergebnis: "Fast jede Fernstraße war ein Pilgerweg, es gibt hier nicht den klassischen Weg, zumal Schwelm - anders als Breckerfeld durch die Kirche St. Jakob - keinen direkten Bezug zu den Jakobspilgern hatte."

Aber auch in Schwelm, wie Gevelsberg nach dem Mord an Erzbischof Engelbert von Köln damals ein Wallfahrtsort, führten die Straßen an Kirchen vorbei. Aus der Gegenwart berichtet Propst Heinz D. Janousek, dass gelegentlich Pilger (in den letzten Jahren eine Handvoll) auf ihrem Teilweg - jedes Jahr eine gewisse Wegstrecke - in St. Marien um einen Stempel bitten und sich dabei nette Gespräche ergeben.

Heutige Wege genutzt Der aktuelle Pfad orientiert sich auch an heutigen Wegen. "Wir haben dem LWL neben der Strecke durch den Wald auch eine Alternative entlang der Ennepe vorgeschlagen", berichtet Dietmar Grimm vom Fachbereich Stadtentwicklung, Umwelt, Wirtschaftsförderung in Gevelsberg. Ausgeflaggt wurde letztlich die waldige Strecke oberhalb der Bahngleise, ehe es durch die Innenstadt (Wegweiser werden nach Ende der Bauarbeiten angebracht) und über den Strückerberg nach Schwelm weitergeht.

Für die Beschilderung ist auf LWL-Anfrage der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) zuständig. Bezirkswegewart Werner Schmeiter war SGV beschildert Wege in den letzten Tagen und Wochen im gesamten Südkreis unterwegs, um die berühmte Muschel als Jakobsweg-Kennzeichen aufzukleben und aufzumalen. Dafür hat er eigens eine Schablone angefertigt, wobei je nach Untergrund das Auftragen auch Probleme auftraten. "Manches ist leicht abzureißen, das Silikon für die Metallschilder hält auch nicht ewig", so Schmeiter. Es gebe noch einiges zu tun, neben der Verdichtung der Zeichen folge bald auch noch die Beschilderung in die Gegenrichtung.

Für Schmeiter und andere Wanderer heißt es künftig also weiter gelegentlich: "Ich bin dann mal weg . . ."

Von Steffen Gerber

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Kommentare
08.06.2009
11:24
Hin und weg für westfälischen Jakobsweg
von Heinz Harms | #1

Ich bin die Strecke von Schwelm (Haus Martfeld) nach Vogelsang (Asker Str. ) gewandert.
Es ist eine sehr schöne Strecke mit tollen Aussichten.
Die Beschilderung ( Markierungen) sind jedoch mangelhaft. Selbst mit Wanderkarte ist es nicht möglich, den Weg zu finden.

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