Das aktuelle Wetter Rees 21°C
Betuwe

Mit einer Stimme sprechen

28.01.2009 | 23:00 Uhr
Mit einer Stimme sprechen

Infoabend der Reeser SPD stieß im Saal Tepferdt auf reges Interesse. Rund 150 Bürger waren gekommen.

Schwer beeindruckt zeigte sich Bodo Wissen vom zahlreichen Erscheinen: „Da scheinen wir einen wunden Punkt getroffen zu haben”, meinte der SPD-Landtagsabgeordnete mit Blick auf die gut 150 Gäste, die den Saal Tepferdt fast bis auf den letzten Platz gefüllt hatten. Auch Politiker und Bürger aus anderen Parteien und Ortsteilen waren zu der SPD-Infoveranstaltung zum Thema „Bürgerrecht im Planfeststellungsverfahren zur Betuwe” gekommen. Zumindest eins dürfte den angesprochenen Gäste aus Millingen, Empel und Haldern noch einmal klar geworden sein: Wer auch immer rechtliche Schritte erwägt, sollte beim Anhörungsverfahren, das wohl noch in diesem Jahr eingeleitet wird, detailliert Einwand erheben.

Allgemein hatten die SPD-Arbeitskreise noch einmal alle Fakten zu dem brisanten Thema zusammengetragen: Klaus Stratmann und Arno Wingender-Monats trugen für ihre Ortsteile Haldern und Millingen jeweils die bisherigen Pläne der Stadt und der Bahn vor. Insbesondere in Millingen ist die Suche nach einer vernünftigen Lösung noch lange nicht abgeschlossen: „Wir wollen eine Unterführung im Ortskern, die aber möglichst wenige Bürger tangiert.” Die Anwesenden forderten, sich möglichst schnell auf eine Lösung zu verständigen, um diese dann mit einer Stimme durchzusetzen.

Der Reeser Rechtsanwalt Till Christian Uebe beschrieb den Ablauf des Planfeststellungsverfahrens: Wichtig für den Bürger ist dabei vor allem das Anhörungsverfahren, das wahrscheinlich im frühen Herbst dieses Jahres sein wird. Für insgesamt vier Wochen werden die Pläne für das „besondere Bauvorhaben” in den betreffenden Gemeinden – wahrscheinlich im Rathaus – ausgelegt. Innerhalb von sechs Wochen kann Einwand gegen das Verfahren erhoben werden – sofern derjenige detailliert erklärt, inwieweit er sich durch den Bau der Betuwe-Linie beeinträchtigt wird. Alle, die sich dazu gemeldet haben, werden zum Erörterungstermin eingeladen.

Sebastian Rosner, Mitarbeiter der Universität Düsseldorf, referierte zum Thema Staatshaftungsrecht: „Die gute Nachricht ist, das man auch Rechte hat, wenn die Bahnlinie schon da ist, die schlechte ist, das es nicht ganz einfach ist”, verkündete der Experte für Planfeststellungen. Durchaus habe der anwohnende Bürger natürlich Anspruch auf Schadensersatz, wenn das Haus beschädigt worden sei. Auch eine Entschädigung käme in Betracht, allerdings müsse man dafür vorher viele Beeinträchtigungen hinnehmen. In den zwischenzeitigen Diskussionen machten die Bürger jeweils ihrem Ärger noch einmal deutlich Luft: Dabei wurde unter anderem auch die Idee, die Betuwe-Trasse an der Autobahn entlang zu führen, noch einmal ins Spiel gebracht.

Lukas Zimmermann



Kommentare
Aus dem Ressort
Im „Mittags am Markt“ gibt’s bald in Rees einen Mittagstisch
Gastronomie
Unter der Leitung des Theodor-Brauer-Hauses wird ein Restaurant Ende September am Reeser Marktplatz eröffnen
Ort interner Kommunikation in Rees
Haus mit Geschichte
Die Bewohner aller sieben Parteien des Hauses Markt 36, treffen sich regelmäßig im Innenhof. „Die Hausgemeinschaft ist einmalig“, schwärmt Aloysia Bauhaus. Vor dem Krieg stand hier eine Apotheke,
Fesches Outfit für das Reeser Oktoberfest
Feiern
Anregungen zum Nachstricken gibt es im Handarbeits-Stübchen. O’zapf wird in Rees am ersten Septemberwochenende im großen Festzelt an der Empeler Straße
Ampel und Mittelinsel für die B8 Rees gefordert
Verkehr
Horst Lenz fordert mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer auf der Bundesstraße 8. Nun hat sich ein weiterer Bürger, Hartmut Schall, eingeschaltet. Dieser hofft auf die Gründung einer Bürgerinitiative. Sie soll den Forderungen mehr Nachdruck verleihen.
Einbrecher erbeuten in Rees Tabak im Wert von 20.000 Euro
Kriminalität
Einbrecher stiegen in der Tabakbörse in Rees ein und stahlen Ware im Wert von 20.000 Euro. Seit Januar 2013 gab es circa 40 solcher Einbrüche in Tabakgeschäften und Tankstellen der Region, hat das jetzige Opfer Jürgen Zießow ermittelt. Schon zweimal brachen Täter in diesem Jahr in sein Geschäft ein.
Frage der Woche

Ob nun Moutainbiker oder Cross Country Fahrer – das Radfahren im Wald in Hochelten ist ein aktuelles Thema. Wie berichtet haben einige Moutainbiker sich Rampen im Wald abseits der Wege gebaut, was nicht erlaubt ist. Zugleich beschweren sich Bürger über rücksichtslose Radfahrer. Es gibt Bestrebungen, für Moutainbiker eine gesonderte Strecke zu schaffen. Unsere Frage der Woche: Wie stehen Sie zu Mountainbikern in Hochelten?

So haben unsere Leser abgestimmt

In Hochelten sollte es gar keine Mountainbiker geben. Das passt nicht.
19%
Mich ärgern vor allem die rücksichtslosen Fahrer.
4%
Mountainbike-Strecke fände ich gut.
70%
Die Wege für Fußgänger und Radfahrer müssen schnellstmöglich klar getrennt werden.
5%
Wenn Moutainbike-Strecke, dann muss diese auch touristisch genutzt werden.
3%
1058 abgegebene Stimmen
 
Fotos und Videos
Person droht im Rhein zu ertrinken
Bildgalerie
Feuerwehr
Rock 'n' Roll in Haldern
Bildgalerie
Haldern Pop
Haldern Pop
Bildgalerie
Festival
Die besten Orte am Niederrhein
Bildgalerie
Ferien