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Energieversorgung

Weniger sitzen im Dunkeln

28.06.2012 | 07:00 Uhr
Weniger sitzen im Dunkeln
Foto: Timur Emek/dapd

Oberhausen. Entgegen dem landesweiten Trend ist die Zahl der säumigen Stromkunden in Oberhausen, denen der Strom abgestellt wurde, rückläufig.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale saßen zuletzt 120.000 Haushalte in NRW im Dunkeln, weil Rechnungen nicht bezahlt wurden. In Oberhausen ist diese Zahl nach Angaben des Energieversorgers EVO im ersten Quartal 2012 um sieben Prozent zurückgegangen (verglichen mit dem ersten Quartal 2011).

Intensive Kooperationen etwa mit der Arge Soda, der Arbeitsgemeinschaft Soziale Dienstleistungen sowie das Angebot eines so genannten Vorkassezählers haben zum Rückgang beigetragen. Dabei bezahlen säumige Kunden vorab per Geldkarte für ihren weiteren Stromverbrauch und tilgen zugleich ihre Schulden. EVO-Sprecherin Birgit Konopatzki sagt: „Uns liegt an einvernehmlichen Lösungen.“

Lebenssituation berücksichtigt

Einem säumigen Kunden räumt die EVO mehrere Chancen ein, seine Stromkosten zu begleichen. Nach einer Zahlungserinnerung und einer Mahnung kommt die Sperrankündigung, dann der persönliche Besuch . „Auch bei den Mahngebühren achten wir darauf, wie ein Kunde mit seiner Situation umgeht. Etwa, ob er sich um die Briefe kümmert oder sie ignoriert“, sagt Konopatzki. Die individuelle Lebenssituation werde berücksichtigt: Großfamilien etwa würde der Strom nicht einfach abgestellt.

Eng arbeitet die EVO mit der Arge Soda zusammen. Über eine Abtretungsvereinbarung bietet die Arge Hartz-IV-Empfängern an, Stromrechnungen und Schulden vom Monatssatz abzuziehen, diese direkt der EVO zu überweisen. Seit Anfang 2011 sind nach EVO-Angaben 30 Prozent mehr Vereinbarungen dieser Art in Kraft getreten. Angelika Wösthoff von der Oberhausener Verbraucherzentrale lobt die Einrichtung eines Vorkassenzählers. 434 dieser Pre-Paid-Zähler waren 2011 im Einsatz. „Eine freiwillige und gute Leistung, die aber nicht jeder Versorger anbietet.“

Hohe Stromkosten würden für immer mehr Geringverdiener ein Problem, gibt Karl Hörnschemeyer von der Schuldnerberatung der Diakonie an. Als Lösung, schlägt er vor, sollte die EVO den Abschlag erhöhen. „Wer wenig Geld zur Verfügung hat, kann eher fünf Euro mehr im Monat zahlen als am Jahresende eine große Summe.“

Stephanie Weltmann



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