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Spagat zwischen Familie und Job

30.06.2012 | 08:00 Uhr
Spagat zwischen Familie und Job
Immer mehr Alleinerziehende in Deutschland.

Oberhausen.   Alleinerziehende in Oberhausen sind zu 90 Prozent weiblich und häufig auf Sozialleitungen angewiesen – dies zeigt eine Studie des NRW-Regionalbüros MEO.

Morgens die Kinder in die Kita bringen, dann weiter zum Halbtagsjob und nebenbei den gesamten Haushalt wuppen – der Alltag von Alleinerziehenden gleicht in Hinblick auf Stressfaktor und zeitliche Beanspruchung mitunter dem von Topmanagern. Im Zuge steigender Scheidungsraten werden die Einzelkämpfer in Sachen Kindererziehung auch in Oberhausen immer mehr. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des NRW Regionalbüros MEO , die die Situation von Alleinerziehenden in den Städten Mülheim, Essen und Oberhausen untersucht hat.

Leben an der Armutsgrenze

Demnach werden in Oberhausen rund ein Viertel der Haushalte mit Kindern von Alleinerziehenden geführt, die vornehmlich zwischen 35 und 44 Jahren alt sind – Tendenz steigend. Satte 90 Prozent der Alleinerziehenden sind weiblich. „Erziehung ist nach wie vor eine Frauendomäne“, sagt die städtische Frauenbeauftragte Britta Costecki. „Daran hat sich bislang nichts geändert. Die Mütter gehen oft Beschäftigungen im Niedriglohnsektor nach, von der allein sie in der Regel nicht leben können.“ 60 bis 70 Prozent empfingen aufstockende Sozialleistungen oder lebten von Hartz IV , so Costecki. Mit der Studie, die aus Bundesmitteln finanziert wird, wolle man mit belastbaren Fakten über die Situation von Alleinerziehenden aufklären und die Gesellschaft für deren Probleme sensibilisieren. Dabei wurden amtliche Daten der drei Städte, der Agenturen für Arbeit und des Landes neu ausgewertet und nicht repräsentative Interviews mit Alleinerziehenden geführt, deren Ergebnisse ebenfalls in die Auswertung miteinflossen.

Höchste Dichte im Brücktorviertel

Die erhobenen Daten beziehen sich auf das Jahr 2010. Zu der Zeit lebten in Oberhausen gut 5100 Alleinerziehende aus allen sozialen Schichten. Die höchsten Anteile dieser Haushalte sind in der westlichen Innenstadt sowie den Stadtteilen Alstaden, Buschhausen/Biefang und Osterfeld Mitte/Vonderort vorzufinden. Der Anteil der Alleinerziehenden-Haushalte gemessen an allen Haushalten mit Kindern liegt in Oberhausen bei 24,5 Prozent. Die meisten Alleinerziehenden leben mit dem Spitzenwert 35,8 Prozent im Brücktorviertel.

In Oberhausen lebt in 70 Prozent der Alleinerziehenden-Haushalte ein Kind, in 24 Prozent zwei Kinder und in 6 Prozent drei und mehr Kinder.

Generell ist die Armutsgefahr für Alleinerziehende höher als bei Menschen, die in einer Partnerschaft leben. Ulrike Joschko, Geschäftsführerin der Regionalagentur, sieht einige Ansätze, um die Situation von Alleinerziehenden zu verbessern: „Mit dem Ausbau der Kinderbetreuung im Offenen Ganztag an Grundschulen und mehr Unterstützung beim Berufseinstieg von Alleinerziehenden wäre schon eine Menge erreicht.“

Kristin Dowe


Kommentare
30.06.2012
14:00
Spagat zwischen Familie und Job
von dcarleitermann | #3

Diese Studie zeigt genau die Situation von vielen Müttern, insbesondere allein erziehende Müttern, in Deutschland an. Nicht nur das sie vieles alleine stemmen müssen, werden sie von der Allgemeinheit noch als Heimchen abgestempelt. Allein die Bezeichnung Herdprämie für eine, ob gut oder schlecht die Betreuungsprämie ist, zeigt den Negativaspekt von Müttern an. Auch die Meinung der Barmer Ersatzkasse und vieler Journalisten das Frauen zu leicht und zu viel Antidepressiva verschrieben bekommen, zeigt doch die Unkenntnis der Lage von Müttern an. Allein in Oberhausen ist es ein Spagat in der Grundschule seine Kinder so unterzubringen das Mutter und Kind einigermaßen zufrieden sind. Der offene Ganztag in Grundschulen ist ein massiver Eingriff in die Freiheit der Familien.

30.06.2012
13:59
Spagat zwischen Familie und Job
von dcarleitermann | #2

Insbesondere dann wenn Grundschullehrpersonal die Eltern ( hierzu insbesondere die Mütter) auffordern muss nach der offenen Ganztagsbetreuung noch die Hausaufgaben nachzusehen oder sogar nach zu erledigen. Eine sichere feste Schulzeit ist in Oberhausen derzeit nicht zu erwarten. Erstklässler bekomme n jeden Tag neue Stundenpläne mit veränderten Anfangszeiten. Bei Ganztagsbetreuung kann ich Kinder regelmäßig zur Schule bringen. Doch ich muss diese auch gegen den Willen der Mütter und Kinder auch bis zum Schluss dalassen. Was Mütter brauchen ist ein gesicherter Schulanfang und –ende und Respekt der Gesellschaft. Das ist in Oberhausen nicht gesichert. Die neue Beigeordnete Frau Leuxen(Grüne) hat dies doch indirekt bestätigt. Sie bleibt doch nur in Düsseldorf wohnen weil dort ihr Schulkind bedeutend besser aufgehoben ist.

30.06.2012
13:57
Spagat zwischen Familie und Job
von dcarleitermann | #1

Das ist in Oberhausen nicht gesichert. Die neue Beigeordnete Frau Leuxen(Grüne) hat dies doch indirekt bestätigt. Sie bleibt doch nur in Düsseldorf wohnen weil dort ihr Schulkind bedeutend besser aufgehoben ist.
Auch die Behandlung von Müttern bei der Arge und Beantragung von Elternzeiten sind doch in den meisten Fällen unwürdig. Wir Männer wären doch schon meistens nach sechs Monaten am Boden zerstört und abhausen!

1 Antwort
Spagat zwischen Familie und Job
von dcarleitermann | #1-1

So soll es heißen: und wären abgehauen.

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