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Rucksack packen ist Fließbandarbeit

03.08.2012 | 11:00 Uhr
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Rucksack packen ist Fließbandarbeit
Es geht Schlag auf Schlag. Im Nu sind über 300 Rucksäcke gepackt und verstaut. Foto: Strauch

Oberhausen. Zwei Tage vor der Ankunft der ersten Gäste werden die Rucksäcke für die Teilnehmer gepackt. Das ist gute Tradition der Jugendbegegnung „Multi“ . Sich daran zu beteiligen, ist Ehrensache derer, die sich an der Organisation und Durchführung beteiligen.

Bereit zum Durchlauf

Schauplatz ist der Flur auf der ersten Etage des Rathauses, in dessen Keller die Pack-Utensilien lagerten. Rund 30 junge Leute warten hier auf ihren Einsatz. Die Pack-Stücke haben sie schlangenförmig aufgebaut. An jeder Station steht einer, der etwas anreicht, bereit. Die Packer haben sich hintereinander aufgestellt und sind bereit für den ersten Durchlauf.

Rucksack greifen, öffnen, das T-Shirt hineinstopfen. Es folgen ein klein zusammengefaltetes Regencape, das hoffentlich nicht zum Einsatz kommen wird, wie gleich jemand betont und eine Broschüre mit dem Titel „Willkommen in Oberhausen“. Dann gibt’s Shampoo. Wieso denn das? „Wenn wir schwimmen gehen, kann es sein, dass es jemand vergessen hat.“ Die Antwort ist plausibel. Weiter geht’s mit einem Bus-, Bahn- und dem Liniennetzplan. Sehr nützlich, berechtigt doch der Multi-Pass zur kostenlosen Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.

Echte Fließbandarbeit

Ist alles drin, wandert der Rucksack in einen schwarzen Plastikbeutel. Ein paar zusammengerollte Multi-Plakate werden noch dazugetan, jeder Teilnehmer soll eines zur Erinnerung bekommen. Jede Ländergruppe erhält so einen großen Überraschungssack. Wie gelingt es, dass auch jeder ein T-Shirt erhält, das passt? „Es sind verschiedene Größen von XS bis L dabei, die Teilnehmer können dann miteinander tauschen“, sagt Michael Kempmann.

Die Aktion läuft. Zugreifen, weiter zur nächsten Station, zugreifen, zugreifen, Rucksack zuziehen, abgeben und wieder hinten anstellen. Es läuft wie am Schnürchen, keine halbe Stunde später sind über 300 Rucksäcke gepackt und verstaut. Echte Multi-Fließbandarbeit.

Vom Teilnehmer zum Projektleiter

Wer sind die Leute, die das machen? Zum Beispiel Magnus, 19 Jahre alt. „2006 war ich zum ersten Mal dabei, fuhr nach Russland. Dann war ich noch ein paar Mal Teilnehmer. Jetzt bin ich Länderleiter für Polen.“ Elsa (17) war 2009 in Rumänien, danach Gastgeber bei der Multi 2010 in Oberhausen. Jetzt macht sie als Teamerin „alles was ansteht“. Anni (18) nahm 2008 zum ersten Mal teil, heute ist sie bereits Projekt-Anbieterin. „Guerilla-Stricken“ hat sie in einem Kurs in der Jugendkunstschule gelernt und wird es während der Multi anderen zeigen. „Ich freu mich, wenn es erst richtig losgeht“.

Projektleiter ist auch Nikolaj (26). Mit 17 war er in der Ukraine, seitdem ist er aktiv. Für die Multi hat er sich frei genommen. Zum wiederholten Mal wird er das Band-Projekt leiten „mit Instrumenten, die ich zum Teil selbst mitbringe, Gitarre, Keyboard, Schlagzeug, Bass. Mitmachen kann aber auch, wer was anderes spielt. Das Instrument besorgen wir dann. Letztes Mal war jemand mit einer Querflöte dabei, die er selbst mitgebracht hatte.“

Gudrun Mattern

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