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Immer schön Blickkontakt halten

03.08.2012 | 10:00 Uhr
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Immer schön Blickkontakt halten
Die Teilnehmer des Rhetorik-Kurses bei ihrer Vorstellungsrunde.Foto: Thöne

Oberhausen.  Wie man sich selbst vorteilhaft präsentiert und seinen Standpunkt überzeugend vertritt, lernen Umschüler des Berufsförderungswerks in einem Rhetorik-Kurs.

„Wie präsentieren wir uns unserem Gegenüber? Versteht er überhaupt, was ich will? Und wenn ja: Kann ich ihn von meinem Standpunkt überzeugen?“ Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Rhetorikkurs von Wolfgang Prokein, der am Oberhausener Berufsförderungswerk (BFW) angeboten wird und Berufsumsteiger zu mehr Selbstvertrauen in Gesprächssituationen verhelfen soll. Die NRZ war bei einer Sitzung dabei und bekam einen Einblick, was es mit eloquentem Auftreten auf sich hat und wie wichtig dabei auch die richtige Fußhaltung sein kann.

„Wenn man spricht, sind das nicht nur Worte, die aus unserem Mund kommen. Das wäre schließlich verbale Inkontinenz. Es geht um mehr“, so Kursleiter Wolfgang Prokein. „Meinem Gegenüber das vermitteln, was ich wirklich will, das ist ja das Ziel. Mitunter kann es aber vorkommen, dass man zwar dieselbe Sprache spricht, aber dennoch aneinander vorbeiredet.“ Dabei sind auch non-verbale Signale wichtig, also Körperhaltung oder Blickrichtung.

Problem Lampenfieber

„Es gibt Leute, die keinerlei Angst haben, vor großen Gruppen zu sprechen, aber einfach das Publikum nicht erreichen. Anders herum gibt es großartige Redner, die aber schnell Lampenfieber bekommen“, so Prokein. Gerade derartige Probleme will man im Kurs überwinden.

Darum geht es direkt mit einer Übung zum Thema „sicheres Auftreten“ los. Die Aufgabe lautet, seinen Partner, den man gerade erst kennen gelernt hat, eloquent vorzustellen. Die gelernte Floristin Melanie Leygraf und ihr Gegenüber Stephan Tekolf, der einst eine Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur machte, beginnen.

Etwas nervös sind sie dabei, aber charmant und locker machen sie sich ans Werk. Die übrigen Kursteilnehmer sind sich einig: „Das war gut gemacht.“ Wolfgang Prokein lobt ebenso, seinem geschulten Auge ist aber nichts entgangen. „Es wäre gut, wenn ihr noch etwas mehr den Blickkontakt mit euren Zuhörern sucht und dabei auch niemanden auslasst.“ Ein weiteres Detail: „Die Fußhaltung sollte nicht zu verkrampft sein.“

Puh, das war doch schnell überstanden. „Ich möchte lernen, vor mehreren Menschen zu sprechen“, erzählt Melanie Leygraf. Sie macht momentan beim BFW eine Ausbildung zur Groß- und Einzelhandelskauffrau, da die Floristin ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kann. „Am Anfang war das eine Katastrophe.“

Durch eine misslungene Hüft-Operation hat sich bei ihr eine Fußheberschwäche entwickelt. Mehr als nur ein paar Minuten zu stehen fällt ihr schwer. Den ganzen Tag an der Theke auf Kunden zu warten und diese dann zu bedienen wird für Melanie Leygraf so unmöglich.

Dem Gas- und Wasserinstallateur Stephan Tekolf erging es ähnlich. Immer wiederkehrende Rückenprobleme zwangen ihn, seinen geliebten Beruf aufzugeben. Er will sich nun zum Groß- und Einzelhandelskaufmann ausbilden lassen. „Da kommt es sehr auf den Umgang mit den Kunden und großen Gruppen an. Diese Sicherheit habe ich bisher nicht.“ Noch nicht, gilt es da zu betonen. Der Rhetorikkurs ist ja gerade erst gestartet.

Von Marcel Sroka

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