Ein Kunst-Raum voller Würfel
18.11.2008 | 19:20 Uhr 2008-11-18T19:20:00+0100Neheim. Die Künstlergemeinschaft "Der Bogen" im Kaiserhaus zeigt ab 23. November "frisch ausgebrütete" Würfel-Ideen.
Man betritt Räume voller Kunst. Im Mittelpunkt steht der innere Raum eines Würfels. Sieben der mannshohen würfelförmigen Rauminstallationen werden den Ausstellungstrakt des Bogens völlig neu definieren. Ein eigenes Bild davon können sich die Betrachter während der Jahresausstellung der Ateliergemeinschaft „Der Bogen“ ab dem 23. November um 17 Uhr machen. Die Ausstellung trägt den Namen „Inkubation“. Für die Künstlergemeinschaft hat das Motto der Jahresausstellung verschiedene Bedeutungen, wie zum Beispiel: das Ausbrüten, sich festsetzen oder bei Frühgeburten. „In der Antike nannte man den Tempelschlaf auch Inkubation“, erklärt Bogenkünstler Haimo Hieronymus. Im Gespräch mit der WP berichtete er, dass die Idee dazu im Frühling vom verstorbenen Peter Meilchen und ihm während einer Ausstellung geboren wurde. Sechs bildende Bogenkünstler zeigen ihre Bildideen in ihren eigenen „kleinen Räumen“, den so genannten Kubus. „Wir kamen mit unseren Bildern nicht zusammen. Somit hat sich jeder von uns in dem großen Ausstellungsraum einen eigenen Kunstraum geschaffen“, so Hieronymus. Hier haben die Künstler ihre eigene Idee „ausgebrütet“. Wenn Besucher das erleben möchten, müssen sie in den Würfel gehen. Dann wird sofort ein ganz anderes Raum- und Lichtgefühl vermittelt. Hieronymus weiter: „Man ist in einem komplett neuen Raum und in seiner eigenen Ideenwelt. Das Licht und die Farben wirken dann direkt auf den Betrachter.“ Das fiele besonders auf, wenn man wieder in den Ausstellungstrakt zurückkommt. Der Besucher oder Besucherin wird sich neue Blickfelder, Brutstätten von Kunst und Ruhezonen erschließen können. Die Künstler Pit Schrage, Axel Schubert Kirsten Minkel, Karl Hosse (KAHOS) und Haimo Hieronymus werden ihre vier Quadratmeter „Kunsträume“ vorstellen. Es wird räumliche Irritationen geben, man begegnet Casanova, begibt sich in eine Kapelle oder man lässt sich mit einem Laptop einfach einmauern. Von Peter Meilchen wird ein Würfel mit 366 Arbeiten „Aus der Sicht eines Unsichtbaren“ zu sehen sein. Meilchen hat die Arbeiten in der Zeit vom 13. Dezember 2003 bis 13. Dezember 2004 erstellt. Zum ersten Mal tritt während der Jahresausstellung das neue „Theater der Bogen“ auf. Der gebürtige Spanier Manuel Quero hat im Bogen ein eigenes Theater eingerichtet. Der bekennende Sauerländer möchte in naher Zukunft ein eigenes Programm aufbauen. Dazu hat er schon Kontakte zu Schauspielern geknüpft. Sein Wunsch ist es, alle zwei Monate eine Veranstaltung durchzuführen. Während der Ausstellung werden von ihm und von der Tänzerin Soo Yin Jim Heil aus Düsseldorf Tanztheaterchoreographien aufgeführt. Quero ist für die Choreographie verantwortlich. „Wir wollen so langsam hier in Neheim eine kleine Theaterkultur aufbauen. Anfragen über die Mitnutzung der neu geschaffenen Bühnen wurden schon gestellt“, berichtet Hieronymus. Zirka 50 Gäste werden in dem kleinen umgestalteten Atelier einen Platz finden.

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