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Kein Promi entgeht den Tenbuß-Zwillingen

24.01.2010 | 13:52 Uhr
Kein Promi entgeht den Tenbuß-Zwillingen

Hallenberg. Eine Zeitung hat sie „Paparazzi-Schwestern” genannt. Eine andere behauptete, sie seien „promisüchtig”. Beides stimmt nicht. Christel und Margret Tenbuß plaudern im Video-Interview darüber, wie sie Stefan Raab die Show stahlen und wie Prinz Charles die Absperrungen durchbrach.

Christel und Margret Tenbuß haben seit über 50 Jahren eine gemeinsame Passion, für die sie leben: Sie fotografieren Prominente. Ob Udo Jürgens, Roger Moore, Heinz Rühmann, Uschi Glas oder Grit Böttcher - es gibt kaum einen Star, den die Tenbuß-Zwillinge nicht vor der Linse hatten. Ihr Archiv umfasst 80.000 Bilder. Seit Freitag ist eine Auswahl der Schnappschüsse im Infozentrum Kump in Hallenberg zu bestaunen: 50 Jahre Medien- und Kulturgeschichte.

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Warum Stefan Raab ein wenig beleidigt war... Video: Eigendorf

„Die Senta Berger ist eine ganz Liebe. Sie hat Fotos, die wir gemacht haben, in ihrem Haus hängen. Und wir dürfen Liv Ullman nicht vergessen. Sie hat einen Brief an uns mit ,Eure norwegische Schwester Liv' unterschrieben. Das war wie ein Ritterschlag.” Christel und Margret Tenbuß, die bald 74 Jahre alt werden, geraten ins Schwärmen. Zu vielen Stars pflegen sie persönliche Kontakte. Es gibt nicht einen, der auf die Bitte für ein Foto unwirsch reagiert hätte.

Das „Samenkorn für Kulturbegeisterung und Fotografieren wurde schon mit fünf Jahren gelegt”, sagt Christel Tenbuß, die mit ihrer Schwester in München lebt. Die Kindheit der beiden ist eine zwischen Krieg und Wiederaufbau. „Aus dem Dampfradio haben wir Schlager und Operetten aufgesogen wie das trockene Brot das Öl”, erzählt sie. „Bei unserem ersten Konzertbesuch fotografierten wir dann die Cornelia.”

Gemeint ist die neunjährige Conny Froboess, die mit „Pack die Badehose ein” einen Riesenerfolg hatte. Die Begeisterung für Bühne, Film und Oper hautnah ist entfacht.

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Die Tenbuß-Damen über Prinz Charles und Königin Silvia. Video: Eigendorf

Die Lehrjahre der Tenbuß-Schwestern sind alles andere als glamourös. „Ich habe Textilverkäuferin gelernt, Margret war in einer Konditorei. Wir wurden wie Putzlappen behandelt. Die Welt der Stars war ein Gegensatz dazu, war wie ein Rettungsanker. Das hat uns soviel gegeben.” Im Laufe der Jahre haben die inzwischen selbst prominenten Schwestern ein Gespür für Qualität bekommen. Für begabte Künstler machen sie sich bei Regisseuren stark.

Keine Hilfestellung müssen sie der Schauspielerin geben, die sie am meisten verehren, der sie zu Weihnachten und zum Geburtstag geschrieben und von der sie stets eine freundliche Antwort bekommen haben: Vivien Leigh, die „Scarlett O'Hara” aus „Vom Winde verweht”. Der Star ist 1957 zu einem Festival am Burgtheater in Wien. Ein Jahr lang sparen die Tenbuß-Zwillinge für die Karten, gehen von der Jugendherberge ins Hotel Sacher. Dem Portier zeigen sie die Briefe von Leigh. „Und dann sagte er: ,Madame kommt gleich runter.' Ich sehe sie noch vor mir im seidenen Kostüm. Sie sprach Deutsch, wir haben unser Foto gemacht, es war überirdisch.”

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Sie lieben Sir Peter Ustinov einfach. Video: Eigendorf

Fotografiert haben die Schwestern anfangs mit einer Fotobox für 9,90 Mark. Auch heute arbeiten sie mit Filmen statt digitalen Chips. Manche Schnappschüse sind so gut geworden, dass sich die Stars Autogrammkarten drucken ließen. Aber davon sollte sich jeder selbst ein Bild machen.

Die Ausstellung läuft bis zum 12. Februar montags bis freitags, 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr. Am Samstag, 23. Januar, sind die Zwillinge von 14 bis 16 Uhr vor Ort.

Thomas Winterberg (Text) und Kerstin Eigendorf (Videos)

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