100 Lkw-Ladungen mit Schnee pro Nacht
31.01.2010 | 19:00 Uhr 2010-01-31T19:00:00+0100
Winterberg. Die Schneemassen haben es in sich. Insbesondere in Winterberg ist der Bauhof fast rund um die Uhr im Einsatz, um Herr über die Schneeberge zu werden. Die Snowboarder bei der "Chill & Destroy"-Tour in Neuastenberg freuten sich über die weiße Pracht. Eine kleine Schnee-Bilanz.
Feierabend? Gibt es selten. Zumindest für die Männer des städtischen Bauhofes in Winterberg. Fast rund um die Uhr versuchen sie mit allen Mitteln, Herr über die Schneemassen zu werden. 100 Lkw-Ladungen pro Nacht werden abgefahren. Ein Ende ist nicht in Sicht.
„Wenn wir mit einer Straße fertig sind, könnten wir gleich wieder vorne anfangen”, sagt Bauhof-Leiter Alexander Vonnahme. Dessen Mobiltelefon klingelt unentwegt, das Team aus eigenen Mitarbeitern und Fremd-Unternehmern muss effizient koordiniert werden. „Zurzeit haben wir eine 90-Stunden-Woche”, sagt Vonnahme und hat die nächsten Flocken schon im Blick. Am Dienstag sei die nächste Welle angekündigt, sagt er und bittet die Bevölkerung um Verständnis. „Wir tun wirklich alles, können aber trotzdem nicht überall gleichzeitig sein.” Abgekippt wird der Schnee am Bahnhof, an der Stadthalle und im Helletal.
Tolle Bedingungen auf der Piste
Des einen Leid, des anderen Freud. In den Skigebieten herrschen hervorragende Bedingungen. Insbesondere auf der Postwiese in Neuastenberg war am Wochenende mächtig was los. Die Snowboard-Akrobaten der „Chill & Destroy”-Tour legten dort wieder spektakuläre Auftritte hin.
Interessant wirkt sich der Winter im touristischen Bereich aus. Bei den Buchungen verzeichnet Winterberg laut Tourismus-Direktor Michael Beckmann bessere Zahlen als im Januar des Vorjahres, bei den Tagestouristen sieht es etwas anders aus. „Die Menschen, die einfach mal Schnee genießen möchten, beim Rodeln oder Winterwandern, die können dieses Erlebnis zurzeit auch vor der eigenen Haustür finden. Die kommen dann nicht. Skifahrer haben da keine Alternative, die nutzen gerne unser Angebot.”
Tourist-Info umgezogen
Aufgrund der Schneelast auf dem Dach der Tourist-Info ist diese zurzeit ins Rathaus umgezogen, bis sich die Lage wieder entspannt. Apropos Schneelast, die Feuerwehr ist auch kräftig im Schneeeinsatz. Sie räumte am Wochenende u.a. die Dächer des Gymnasiums, der Hauptschule und der Grundschule Winterberg sowie der Hauptschule und Grundschule Siedlinghausen. „Wir waren mit rund 75 Leuten im Einsatz. Das Ziel, am Montag den normalen Schulbetrieb zu ermöglichen, haben wir geschafft”, so Feuerwehr-Sprecher Martin Niggemann.
Gewarnt wird vor Wanderungen im Wald. „Die Schneebruchgefahr ist groß. Den Kurweg vom Großraumparkplatz bis Altastenberg mussten wir schon sperren”, sagt Alexander Vonnahme - am Handy.
0mitdiskutieren