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Protest gegen Aus für Spielplatz

01.04.2008 | 17:50 Uhr

Wetter-Volmarstein.

Als sie hörten, dass "ihrem" Spielplatz an der Robert-Koch-Straße die Schließung droht, organisierten sich die Nachbarn und Eltern. Sie sammelten 468 Unterschriften, die sie am Montagabend dem Jugendamtsleiter Ignaz Schneider übergaben. Foto: Friske

Die Stadt macht Ernst mit ihren Sparversprechen. Unangenehme Einschnitte stehen bevor. Einige Spielplätze sollen nun geschlossen werden - darunter der an der Robert-Koch-Straße. Ein solcher Beschluss liegt den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses für die morgige Sitzung vor. Doch die Anwohner setzen sich zur Wehr - und haben 468 Unterschriften zum Erhalt des Spielplatzes gesammelt.

Am Montagabend fanden sich etwa 70 Demonstranten auf dem Spielplatz ein. Darunter nicht nur Eltern, sondern auch diejenigen, die es direkt betrifft: die Kinder. Sie hielten Plakate hoch: "Wo sollen wir sonst spielen - Auf der Straße?", steht da, "rettet unseren Spielplatz" oder schlicht und ergreifend "Buuuhh". "Wir haben von der geplanten Schließung durch Zufall erfahren", erzählt der Mitstreiter Thorsten Michaelis. "Einige Leute kamen auf den Spielplatz und haben ihn begutachtet. So haben wir von den Plänen der Stadt erfahren."

Im Nu hatten die Eltern eine Initiative auf die Beine gestellt. Unterschriften wurden gesammelt, Plakate gebastelt, auch die Kindertagesstätte Pustblume wurde mit ins Boot geholt. Das Kita-Team stellt sich in einem Schreiben an das Jugendamt an die Seite der Eltern: "Wir sind auf Ausflüge und Spaziergänge in den Wald und zu nahegelegenen Zielen wie dem Spielplatz an der Robert-Koch-Straße angewiesen", heißt es in dem Brief. "Der Spielplatz an der Robert-Koch-Straße ist der einzige fußläufig erreichbare Spielplatz, der ohne Überquerung gefährlicher Straßen erreichbar ist." Der Spielplatz an der Robert-Koch-Straße ist nicht der einzige, der auf der Streichliste steht. Zum Verkauf sind den Mitgliedern des Ausschusses die Spielplätze "Am Böllberg", "Amselweg" und "Hohes Stück II" vorgeschlagen. Ein "Rückbau", also ein Abbau der Spielgeräte, soll an der Robert-Koch-Straße und an der Burg Volmarstein erfolgen. An der Robert-Koch-Straße sollen Bolzplatz und Basketballfeld erhalten bleiben.

Die Eltern an der Robert-Koch-Straße pochen darauf, dass der Spielplatz von vielen Kindern regelmäßig besucht wird. "Außerdem stehen einige Häuser zum Verkauf, in die bestimmt wieder junge Familien einziehen", sagt Sandra Michaelis von der Elterninitiative. "Es wäre das falsche Signal, wenn die Stadt jetzt diesen Spielplatz schließt."

Von Steffie Friske


Kommentare
02.04.2008
12:32
Protest gegen Aus für Spielplatz
von S. Michaelis | #3

Das die Stadt Kosten sparen muss ist klar. Deshalb haben wir als betroffene Eltern auch unsere ehrenamtliche Hilfe angeboten. So könnte die Stadt z.B. Kosten sparen, indem wir den Spielplatz regelmäßig kontrollieren, Spielgeräte reparieren und/oder erneuen usw. Selbst eine jährliche Reinigung des Spielplatzes haben wir angeboten um Kosten zu senken.
Doch leider wird mit den Eltern die aktiv helfen wollen nicht gesprochen!!!
Auch wenn es einfacher ist die Konfrontation mit den Eltern nicht zu suchen, werden wir nicht den Kopf in den Sand stecken und tatenlos zusehen, wie es unsere Politiker scheinbar machen. Immerhin geht es hier um einen attraktiven Spielplatz der von großen und kleinen Kinder gerne und häufig benutzt wird und der einen geschützten Spielraum weit weg von gefährlichen Straßen bietet.

02.04.2008
12:32
Protest gegen Aus für Spielplatz
von MBP1975 | #2

Kein Platz mehr für Kinder? – Warum ist Engagement von Eltern nicht gewollt?

Die familienfreundliche Stadt Wetter (Ruhr) kümmert sich um Ihre Kinder, die Bürger von Morgen! … Wenn man dieser Aussage glauben kann, scheint das Schließen von Spielplätzen offenbar „kinderfreundlich“ zu sein. – Für unsere Kinder kann ich sagen ist das nicht der Fall!
Sind die Verlautbarungen der Stadt z.B. auch auf Ihrer Homepage dann also nur Augenwischerei? Oder vielleicht politischer Hintergrund? Keine Ahnung!

An den Kinder zu sparen, ist für mich nicht der richtige Ansatz. Wobei man im Falle Robert-Koch-Str. wohl ja nicht wirklich große Einsparungen erzielen würde. Oder ist es beabsichtigt, einen Arbeitnehmer des Stadtetriebes nach der Schließung zu entlassen? An Investitionen, Ausgaben für neuen Sand oder Renovierungsmaßnahmen kann es nicht liegen. Denn der Sand wurde seit ca. 6 Jahren nicht getauscht, die Spielgeräte wurden nicht entrostet geschweige denn gestrichen und auch neue Spielgeräte gibt es nicht. Will man also sparen, dann ausschließlich an Personal.

Außerdem haben die Anwohner nur durch Zufall von der Schließung erfahren! Warum spricht die Stadt denn nicht mit den Anwohnern? Denn diese waren in diesem Fall sofort bereit etwas für den Spielplatz zu tun! Das kann man unter anderem daran ablesen, dass 468 Unterschriften innerhalb von einigen wenigen Tagen zusammengekommen sind!

Anwohner, wie die Familie Michaelis und auch wir, wären sofort bereit gewesen, uns zu engagieren und dies ist er auch der Stadt gegenüber kommuniziert worden. Allerdings gibt es darauf keine Reaktion und leider konnte uns bei der Stadt noch nicht einmal jemand sagen, wer die aktuellen Spielplatzpaten sind. - Denn wenn es sie wirklich gibt, stellt sich auch die Frage, inwieweit sich diese Damen und Herren in den vergangenen Jahren engagiert haben.

Schade! Schade vor allem für unsere Kinder! – Wenn nun also Morgen im Rat die Entscheidung fallen sollte, den Spielplatz an der Robert-Koch-Straße zu schließen, ist das eine Entscheidung gegen die Kinder und auch mit finanziellen Argumenten nicht zu rechtfertigen.

Wir sind - wie viele andere Anwohner - bereit uns zu engagieren! - Jetzt liegt es morgen an den Politikern zu entscheiden. Für unsere Kinder hoffe ich, dass die von uns gewählten Bürgervertreter auch Morgen in Sinne ihrer Bürger entscheiden!

Michael Bonacker-Petersen

02.04.2008
11:46
Protest gegen Aus für Spielplatz
von MichaelBonacker | #1

Die Stadt Wetter (Ruhr) hat sich zum Ziel gesetzt, ihren guten Ruf als familienfreundliche Stadt weiter zu stärken.
Das ist ein Zitat auf der Homepage der Stadt Wetter. Wenn man allerdings von Schließung der Spielplätze spricht, fragt man sich, ob das alles nur PR ist! An den Kinder zu sparen ist wohl nicht die richtige Stelle. Wobei man im Falle Robert-Koch-Str. wohl ja nicht wirklich etwas sparen würde. Oder entläßt man einen Arbeitnehmer des Stadtetriebes nach der Schließung. Denn nur dann hätte man nach Adam Riese Geld gespart!
Ausserdem haben die Anwohner nur durch Zufall von der Schließung erfahren! Warum spricht die Stadt denn nicht mit den Anwohnern??? Denn diese waren in diesem Fall sofort bereit etwas für den Spielplatz zu tun! Allerdings ohne eine Reaktion seitens der Stadt! Schade! Ist das vielleicht nur eine Ausrede?
Und zum Abschluß sei noch eines gesagt! Weit geblickt ist das von der Stadt auch nicht. Denn in den nächsten Jahren soll die Schafswiese bebaut werden. Da in der Regel nur junge Familien mit Kinder bauen, brauchen die wohl auch Spielmöglichkeiten! Dies wird dann wohl die Straße sein. Fragt sich nur ob dann da - im kinderfreundlichen Wetter - noch jemand baut!!!
Wir sind bereit etwas zu tun, jetzt liegt es morgen an den Politikern zu entscheiden. Für unsere Kinder hoffe ich, das der Satz auf der Homepage nicht nur PR ist!
Chr. Petersen

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