Ringtausch im Amt: Soziales nach Altena, Standesamt nach Nachrodt
27.06.2012 | 20:22 Uhr 2012-06-27T20:22:00+0200
Altena/Nachrodt-Wiblingwerde. Wenn Altenaer heiraten wollen, müssen sie das ab Montag im Nachrodter Amtshaus anmelden. Dafür kümmern sich Altenaer Beamte um Wohngeld und Renten auch der Nachrodt-Wiblingwerder Bürger.
Nach Feuerwehr-Drehleiter und Sekundarschule proben die Nachbar-Kommunen ab Montag, 2. Juli auch auf Verwaltungsebene den Interkommunalen Schulterschluss. Die Nachrodt-Wiblingwerder Bürgermeisterin Birgit Tupat und der Altenaer Verwaltungsvorstand um Andreas Hollstein stellten gestern die praktischen Konsequenzen für den Bürger dar. Im Idealfall werde der Bürger gar nicht viel von der Neuorganisation merken, meinen die Verwaltungschefs. Sie sehen in der Vereinbarung weiterhin eine Absprache in Augenhöhe.
Zwei Standesämter im Amtshaus
Der Mehraufwand halte sich in Grenzen. Realistisch gesehen brauche man das Standesamt drei- oder viermal im Leben: Um die Geburt der Kinder, die eigene Hochzeit oder einen Todesfall zu melden. Genau in diesen Fällen, oder wenn entsprechende Urkunden benötigt werden, müssen sich nun Altenaer auf den Weg nach Nachrodt machen. Die Altenaer Standesbeamtinnen Anja Meisel und Ulrike Wunderlich beziehen in diesen Tagen neue Räume im Untergeschoss des Nachrodter Amtshauses, wo sie Wand an Wand mit ihren dortigen Kolleginnen Erika Renfordt-Attar und Claudia Meulenberg sitzen. Jede Kommune beurkundet „noch“ für sich allein, sie sollen sich aber gegenseitig unterstützen und vertreten. Das kam bereits letzte zum Tragen, als beide Altenaerinnen krank waren. Altenas Stadtkämmerer Stefan Kemper freut sich über die unbürokratische Hilfe. Die eigentliche Trauung kann wie bisher vor Ort in Altena oder Nachrodt-Wiblingwerde durchgeführt werden.
Eine Mitarbeiterin aus dem Nachrodter Amtshaus zieht dafür nach Altena und mit ihr die Aufgaben rund um den Bereich Soziales, Wohngeld, Rentenversicherung, Leistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz sowie Sozialhilfe.
Allerdings werden Silke Kettendorf und zwei ihrer neuen Altenaer Kolleginnen zweimal wöchentlich Sprechstunden in Nachrodt abhalten: Donnerstags den ganzen Tag kehrt Silke Kettendorf zur Hagener Straße zurück. Am Dienstagnachmittag wechseln sich Gabriele Zeibig und Simone Niebuhr in der Außenstelle ab, um Nachrodter in Wohngeld- und Rentenangelegenheiten zu beraten. In Altena kümmern sich zudem Sandra Heutelbeck und Sandra Stübner um das Asylbewerberleistungsgesetz und Sozialhilfe.
Egal ob Bürger nach Altena oder nach Nachrodt wollen: Fachbereichsleiter Wolfgang Friess empfiehlt unbedingt, vorab Termine zu vereinbaren.
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