Ausbildung für alle ist das erklärte Ziel
26.01.2012 | 16:28 Uhr 2012-01-26T16:28:00+0100
Altena. Anna Christoforidis hat sich Zeit genommen mit der Bewerbung auf die Schulleiterstelle am Drescheider Berg. Das Vertrauen der Kollegen und ihre tiefe Verwurzelung mit der Förderschule bestärkten sie dann in ihrem Entschluss. Nach bestandener Eignungsprüfung ist es seit dem 1. Januar gewiss: Anna Christoforidis ist Sonderschulrektorin.
Zur Zeit ist sie Sekretärin, Pädagogin und Schulleiterin in einem und eine Entlastung ist vorerst nicht in Sicht: Erst, wenn die Förderschule wieder auf 100 Schüler wachsen würde, bestünde die Berechtigung für eine Konrektorstelle.
Als ihr Vorgänger Dieter Tischhäuser noch im Amt war, übernahm Anna Christoforidis diese Aufgabe. Das war Anfang 2009. Mittlerweile besuchen 82 Kinder die Schule und aktuell fehlen zwei Lehrkräfte, ab Sommer werden es sogar drei sein. Anna Christoforidis legt deshalb eine Schippe drauf: „Wir haben das Ziel, alle Schüler fit für die Ausbildung zu machen. Zu 90 Prozent gelingt uns das – auch mit einem kleinen Kollegium.“
Wichtig war der Pädagogin im Entscheidungsprozess die Daseinsberechtigung der Schulform. Zwar ruft die Politik nach Inklusion, doch so leicht lässt sich die nicht umsetzen. „Dazu müssten Eltern von fünf Schülern einer Eingangklasse einer Regelschule einen Antrag stellen. Die finden sich aber nicht.“
Für Anna Christoforidis ist dieser Aspekt nebensächlich. Sie ist bestärkt durch positive Rückmeldungen: „Eltern sagen uns, dass sie sich mit uns für den richtigen Weg für ihre Kinder entschieden haben.“
Aktuell unterrichtet sie zehn Stunden pro Woche Mathe und Deutsch im Bildungsgang Hauptschule in den Klassen 7 bis 9. Verwaltung, Gespräche und Termine nehmen den Rest der Zeit in Anspruch. Die Berufswahlorientierte Schule muss mit heimischen Unternehmen viel Netzwerkarbeit leisten. Darüber hinaus auch mit Kollegen, Eltern und der Stadt als Schulträger. „Auf diese vertrauensvolle Zusammenarbeit müssen wir aufbauen.“
Familien mit Kindern mit Förderbedarf entscheiden sich heute bewusst ab dem ersten Schuljahr für die Förderschule. „Das war nicht immer so. Früher waren die Schülerzahlen zwar höher, aber die Eingangklassen waren klein. Heute lernen in beiden Unterstufen jeweils 16 Kinder – die Zahl hat sich verdoppelt.“
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