Das aktuelle Wetter Unna 13°C
Landgericht

Jahrelange Haft für Brandstifter in Bergkamen mit Motiv Ausländerfeindlichkeit

29.05.2012 | 14:59 Uhr
Jahrelange Haft für Brandstifter in Bergkamen mit Motiv Ausländerfeindlichkeit
Verhandlung vor dem Landgericht Dortmund. Hinter dem roten Aktendeckel verbirgt sich der Komplize Stephan S. (Name geändert)

Dortmund/Bergkamen.   Zu mehrjährigen Freiheitsstrafen wurden zwei Brandstifter (24) aus Bergkamen verurteilt, denen Dortmunds Landgericht eine „stark ausgeprägte Ausländerfeindlichkeit“ attestierte. Ausländerhass sei im Juli 2011 auch ihr Motiv für die Brandstiftung in einer Moschee und einem Mehrfamilienhauses gewesen.

Zu mehrjährigen Freiheitsstrafen wurden am Dienstag nach Pfingsten die beiden jeweils 24 Jahre alten Brandstifter aus Bergkamen verurteilt, denen die 44. Strafkammer des Landgerichtes Dortmund eine „stark ausgeprägte Ausländerfeindlichkeit“ attestierte.

„Ausländerhass“ sei im Juli des vergangenen Jahres auch ihr Motiv gewesen für die Brandstiftung der im Bau befindlichen Moschee an der Schering-Straße sowie eines des sechsgeschossigen Mehrfamilienhauses an der Hubert-Biernat-Straße in dem vornehmlich Menschen mir Migrationshintergrund leben.

Haupttäter ist für die 44. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Marc Künneke der 24-jährige Dirk N. (Name geändert), der von 2006 bis 2011 Vorsitzender des hiesigen NPD-Ortsverbandes war. Er muss wegen Sachbeschädigung, schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung für vier Jahre und drei Monate in Haft.

Die zweijährige Freiheitsstrafe für seinen willfährigen Komplizen mit „unterdurchschnittlicher Intelligenz“ Stephan S. (Name geändert) setzte die Kammer zur Bewährung aus.

Deutliche Worte fand der Vorsitzende Richter Marc Bünneke für die Motive der beiden Männer - sei es die Brandstiftung der Müll- und Papiercontainer - sei es für die Menschen gefährdende Brandstiftung in dem Wohnhaus, in dem der Hauptangeklagte selbst lebte. Beide legten im Keller Feuer, gingen dann auf den Balkon und rauchten eine Zigarette, derweil den Bewohnern durch ein völlig verqualmtes Treppenhaus der Fluchtweg versperrt war. Senioren, behinderte Menschen und Kinder flüchteten in Panik auf ihre Balkone, wo sie zum Teil eine Stunde auf Rettung haben warten mussten. Ihre Verletzungen hätten die Täter, so Bünneke, billigend in Kauf genommen. Ein Säugling musste ins die Kinderklinik, andere erlitten Rauchvergiftungen.

Mieter flohen in Panik

Deutlicher das Motiv des kriminellen Duos, als es den Moschee -Bau der Milli-Gürüs-Gemeinde an der Ernst-Schering-Straße in der gleichen Julinacht in Brand setzte. „Damit die hier nicht mehr feiern können“, habe Dirk N. seinerzeit gesagt, „damit ist Ruhe vor den Larvengesichtern.“ So und als „Muckel“ bezeichnete er die von ihm gehassten Türken, die, wie er sagte, „eh schon zu viele Moscheen haben“.

In der Urteilsbegründung betonte der Vorsitzende Richter, „dass beide allein voneinander“ die Taten nicht begangen hätten. Beide nahmen ihr Urteil regungslos entgegen, Stefan S. offensichtlich aufgrund der Medikamente, die er gegen seine psychische Erkrankung einnimmt. Dirk N. anteilnahmslos, zeitweise demonstrativ gelangweilt und arrogant.

 



Kommentare
01.06.2012
20:16
Na so was.
von chain | #1

Der eine NPD-Vorsitzender, der andere mit "unterdurchschnittlicher Intelligenz" gesegnet. Wer hätte das gedacht.

Aus dem Ressort
Kabelklau bei Kamen - Bahnverkehr im Ruhrgebiet gestört
Bahn
Eine Oberleitungsstörung sorgte am Freitagabend für Störungen im Bahnverkehr im Ruhrgebiet. Im Regional- und Fernverkehr kam es zu deutlichen Verspätungen. Bei der Bahn nannte man Kabelklau als Grund. Die Störung sollte bis zum Samstagmorgen behoben werden.
Ein Sturz vom Elternbett tötete den Säugling wohl nicht
Prozess
Die Anklage geht davon aus, dass die 32-jährige Mutter des vor knapp vier Jahren verstorbenen Babys das Kind zu Tode geschüttelt hat. Die Frau hatte dagegen erklären lassen, ihr Sohn sei aus dem Bett gefallen und habe sich so den Schädelbruch zugezogen. Gutachter bestreiten ihre Version.
Unbekannte zünden Polizeiauto in Holzwickede an
Feuer
Ein brennendes Polizeiauto hat am späten Freitagabend die Feuerwehr in Holzwickede bei Dortmund alarmiert. Der Wagen brannt völlig aus. Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer vorsätzlich gelegt worden war. Wer dahinter steckt ist laut Polizei nicht klar.
A2 bei Kamen für Bombenentschärfung komplett gesperrt
Sperrung
Wegen einer Bombenentschärfung war die A2 zwischen Kamen und Bergkamen am Montagnachmittag etwa 20 Minuten lang komplett gesperrt. Grund ist die Entschärfung einer Fliegerbombe, die im Kamener Norden gefunden worden war.
Süßigkeiten-Lkw kippt auf der A1 bei Dortmund um
Unfall
Nach einem schweren Unfall auf der A1 war die Autobahn zwischen Kamen und dem Kreuz Dortmund-Unna am Donnerstag lange gesperrt. Ein Lkw war in Fahrtrichtung Dortmund umgekippt — zwei Männer wurden bei dem Unfall verletzt. Der Stau war mehr als zehn Kilometer lang.
Fotos und Videos
EU-Projekte in NRW
Bildgalerie
Förderung
83 Kilometer Emscher
Bildgalerie
Aus der Luft
Verseuchte Kläranlage in Warstein
Bildgalerie
Legionellen
Hansetag in Rüthen - die Gäste
Bildgalerie
Hansetag