Das aktuelle Wetter Soest 10°C
Nachrichten aus Soest, Lippstadt, Möhnesee und Rüthen

Mentoring-Projekt für schwangere Mädchen

06.02.2009 | 22:45 Uhr

Werl. Ein Tabuthema. Jährlich werden in Deutschland über 10 000 minderjährige Mädchen schwanger. Meist ungewollt, manchmal aber ganz bewusst als letzte glückversprechende Lebensperspektive zu einer verkorksten Schullaufbahn.

Mit seinem neuen Projekt „Starke Schritte” will der Werler Verein G.I.P. den jungen Müttern zu einer Ausbildung verhelfen.

In diesen Tagen läuft das Projekt nach fast zweijähriger Vorplanung an. Möglich gemacht wurde die Realisierung erst durch eine kürzlich beim Verein GIP eingegangene Spende in Höhe von 5000 Euro durch das Krematorium Werl (wir berichteten). Als Projekt-Honorarkraft will Andrea Üveges den werdenden Müttern ein individuelles Mentoring anbieten — eine Hilfestellung dazu, den „starken Schritt” zu schaffen.

Der Name „Starker Schritt” war Gitta Schwark (Jugendamt) eingefallen. Ein „starker Schritt” ist die bewusste Entscheidung für ein Kind. Und ein „starker Schritt” soll auch sein, trotzdem weiter an seiner Ausbildung und Lebensperspektive zu arbeiten.

„Im Moment dieses Glücks sehen sie nicht, dass sie beruflich ihre letzte Chance wegwerfen”

Iris Bogdahn, G.I.P. Werl.

Das Mentoring oder Coaching versteht sich als wichtige Hilfestellung dort, wo weder die junge Mutter selbst noch ihr Umfeld eine Lösung findet. „Die Frauen sollen wenigstens das zehnte Schuljahr oder ihre Ausbildung beenden können”, erklärt Iris Bogdahn vom Verein GIP.

Wenn es in der Schule nicht läuft oder in der Lehre hakt, sehen Mädchen oft in einem Kind einen Ausweg. „Subjektiv wird das dann als die Lösung für's Leben empfunden”, weiß Iris Bogdahn aus vielen Gesprächen mit den jungen Frauen, „im Moment dieses Glücks sehen sie nicht, dass sie beruflich ihre letzte Chance wegwerfen”. Das individuelle Mentoring soll den Frauen den Griff an die Möglichkeiten eines hinter dem Projekt stehenden Netzwerkes aus Frauenärzten, Arbeitsagentur, Familienzentren, Schulleitungen, Elternschule, Kolpingbildungswerk, Jugendhilfe-Trägern und Beratungseinrichtungen ermöglichen. Verlangt wird Eigenmotivation der jungen Frauen. „Es soll verhindert werden, dass die Mädchen schon früh in eine Leistungsabhängigkeit geraten”, so Bogdahn.

Das Projekt bejaht das ungeborene Leben: „Wir sprechen die Mädchen an, die sich bewusst für ein Kind entschieden haben”, sagt Iris Bogdahn. Nicht alle jungen Mütter haben die nötige Unterstützung durch Eltern und ihr Umfeld.

Der Problemdruck ist groß, auch wenn genaue Zahlen von minderjährigen Müttern und Schwangeren in Werl nicht erfasst sind. Gestartet werden soll zunächst mit drei Frauen. Die Mütter bestimmen selbst, wie lange sie das Hilfsangebot für ihren „starken Schritt” annehmen und eine beratende Mentorin an ihrer Seite haben wollen. „Es ist ein Experiment”, sagt Iris Bogdahn.

In der familiären Präventionsarbeit ist „Starke Schritte” ein weiterer Baustein und eine passende Ergänzung zu dem schon bewährten Projekt „UPS - ungewollt schwanger”. Der Verein will grundsätzlich soziale Kompetenzen der jungen Generationen und deren Lebenswegsplanung unterstützen.

Martin Haselhorst


Kommentare
Aus dem Ressort
Ungeduldig auf Saisonstart gewartet
Freizeit
Bei Sonnenschein und blauem Himmel kamen trotz nur 11 Grad Lufttemperatur die ersten Schwimmer ins Rüthener Biberbad. Es ist auch an den Feiertagen geöffnet.
Sperrung der A 445 nach Lkw-Unfall im Autobahnkreuz Werl
Polizei
Nach einem Lkw-Unfall im Autobahnkreuz Werl stockte am Mittwoch der Verkehr auf der A44 in Fahrtrichtung Dortmund. Erst langsam löste sich ein kilometerlanger Stau wieder auf. Um kurz vor 11 Uhr war ein Lasterwagen im Autobahnkreuz umgekippt. Der Fahrer wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt.
Neue Kontakte zu Dereham
Städtepartnerschaft
Die Partnerschaft zwischen Rüthen und Dereham soll neu belebt und auf eine breitere Basis gestellt werden. Dies ist das Ergebnis eines Treffens im Rathaus.
Fans feiern beim RWE-Spiel in Lippstadt friedlich
Fußball-Fans
Die Fans haben beim Regionalligaspiel zwischen dem SV Lippstadt und Rot-Weiß Essen ein friedliches Fußballfest gefeiert. Absolut vorbildlich war ihr Verhalten. Die Polizei erlebte einen ruhigen Abend. Es gab keine Zwischenfälle. Alles drehte sich beim Flutlichtspiel nur um den Fußballsport. Klasse!
DRK hat Spitzenplatz im landesweiten Vergleich
Rotes Kreuz
Als durchaus erfolgreich bezeichnet Rotkreuzleiter Klaus Matthews das vergangene Jahr für das DRK Rüthen. So habe man nach zehn Jahren die roten Zahlen hinter sich gelassen, die durch den Bau des DRK-Heimes entstanden sind. „Eine sehr erfreuliche Entwicklung, wir werden kein zweites Heim mehr...
Fotos und Videos
RWE siegt 3:1 in Lippstadt
Bildgalerie
Regionalliga
Friedliche Fans in Lippstadt
Bildgalerie
Fußball
Der Tanz des Löwen
Video
Löwentanz