Kontaktpflege stand ganz im Mittelpunkt
10.05.2010 | 10:31 Uhr 2010-05-10T10:31:00+0200Rüthen. Auf Wiedersehen in 2013! Dann soll die fünfte Rüthener Fachausstellung organisiert werden. Heute, nach Toresschluss der vierten „Rüfa”, zeigte sich, dass das Konzept stimmt. Zwischen 6000 bis 7000 Besucher schauten sich die Messe an.
Die Besucher beim verkaufsoffenen Sonntag eingerechnet, dürften 15 000 Menschen in der Bergstadt gewesen sein. „Damit bin ich sehr zufrieden”, sagte Organisator Willi Bannenberg: „Das ist ein Top-Durchlauf — besser, als ich es erwartet habe.”
Insbesondere der Sonntag lockte die Besucher an. Gemeinsam mit der Werbegemeinschaft als Veranstalter will Bannenberg jetzt in die Manöverkritik einsteigen. Dann soll sich auch entscheiden, ob seine Mescheder Agentur eine Neuauflage ausrichtet.
„Die Werbung ist unermesslich”, gab Monika Monhart, Vorsitzende der Werbegemeinschaft, das Ziel der Rüfa vor. Bei der Eröffnung am Samstag sagte sie: „Wer sich in sein Schneckenhäuschen verkriecht, der geht den falschen Weg.” Deutlich hinter das Rüfa-Konzept stellte sich Bürgermeister Peter Weiken: Er hatte, als Schirmherr der Messe, im Vorfeld alle Gewerbetreibenden mit angeschrieben, damit diese sich beteiligten. Denn weil es eine auswärtige Agentur war, die die Schau organisierte, gab es zunächst Zurückhaltung. Weiken kennt seine Leute: „Alles, was neu ist, da ist der Rüthener skeptisch und misstrauisch.” Weiken meinte, „der Kunde muss spüren, dass es eine Harmonie unter den Händlern gibt”. Jeder einzelne Rüthener müsse sein Einkaufsverhalten überprüfen — schließlich sorge dadurch jeder dafür, dass vor Ort das Angebot erhalten bleibe.
Nein, die anfängliche Skepsis verschwand. 60 Unternehmen stellten sich an zwei Tagen vor. Willi Bannenberg forderte von den Ausstellern: „Machen Sie das Beste aus den Kontakten.” Unmittelbar sind keine vollen Auftragsbücher zu erwarten: Die ergeben sich erst aus den Adressen, die jetzt abgearbeitet werden müssen.
Die Aussteller jedenfalls waren zufrieden. Im Vordergrund stand, sich zeigen und gesehen werden. Jörg und Marion Bitterlich meinten: „Man muss einfach dabei sein.” Die Chefs von inzwischen 15 Mitarbeitern in dem Rüthener Dachdeckerbetrieb zogen gleich einen Auftrag für eine Dachsanierung an Land — ein Besucher, der in England arbeitet, aber in Rüthen ein Haus besitzt, kam gezielt zur Rüfa: Er hatte gerade Zeit dafür...
Eine der aufwändigsten Dekorationen hatte wieder Landschaftsgärtner Markus Dahlhoff: Seinen Stand hatte er in einen japanischen Garten verwandelt. Für ihn war es schon die vierte Rüfa — „bisher hat sich jede Messe gelohnt”. Drei bis vier größere Aufträge seien immer damit verbunden. Er hätte sich allerdings eine bessere Anbindung zwischen Rüfa und den Geschäften in der Innenstadt gewünscht: Das ist ein Fall für die Manöverkritik demnächst.
Versicherungsexperte Edgar Horstschäfer war das erste Mal mit einem Stand auf der Rüfa. Auch sein Urteil: Die Standgebühr sei „eine gute Investition”: „Werbung kann man nicht messen. Wir zeigen: Hier sind wir.” So sieht es auch Petra Pardun, Innenarchitektur und Tischlerei: „Information ist alles.” Bei der Ausstellung zeige man, wie groß die eigene Produktpalette sei: „Selbst viele Rüthener wissen das nicht.”
Mit vier, fünf Mitarbeitern war Apotheker Dr. Eckhart Tannhäuser an seinem Rüfa-Stand. Auch er sieht die Messe als Teil der Imagewerbung und auch er war „sehr zufrieden” mit dem Verlauf: Unkompliziert wurden Gesundheitschecks durchgeführt, natürlich ergaben sich viele Gespräche am Rande. Für Raumausstatterin Magrit Becker war die Messe-Teilnahme selbstverständlich: „Wenn die Rüfa nicht wäre, das würde ich merken.” Die „Hemmschwelle der Ladentür” fehle hier — das zahle sich aus. Schlicht und einfach „Herrlich!” fand Markus Gödde die Rüfa: „Wir zeigen, was wir für ein Leistungsspektrum haben” — das reiche inzwischen, bei 16 Mitarbeitern, längst über die reine Fahrschule hinaus, bis hin zum Ausbildungszentrum für Berufskraftfahrer.
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