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DGB Region Hellweg-Sauerland

Gewerkschaften suchen Konsens in Strukturpolitik

14.01.2009 | 18:17 Uhr

Sichere Arbeitsplätze und Umweltschutz sollen unter einen Hut

Stellten das Gewerkschaftspapier heute vor: IG-Metall-Bevollmächtigter Alfons Eilers (links) und DGB-Regionsvorsitzender Heinz Rittermeier. Foto: Jürgen Kortmann

Lippstadt / Kreis Soest. Die Industrieregion Sauerland soll am Runden Tisch geschützt werden. Dafür setzt sich der heimische DGB ein: Die Gewerkschaften wollen durch ein gemeinsames Bündnis sichere Arbeitsplätze einerseits und den Umweltschutz andererseits unter einen Hut bekommen.

Gerade im Kreis Soest und im Hochsauerland sind produzierende Betriebe und die Natur in enger Nachbarschaft — und das sorgt für Konflikte, etwa, wenn Unternehmen expandieren wollen, sagte heute DGB-Vorsitzender Heinz Rittermeier. Er stellte in Lippstadt das Positionspapier „Pro Industrie und Nachhaltigkeit” vor. Die Gewerkschaften wollen diese Konflikte gar nicht erst eskalieren lassen: Im Vorfeld sollen am Runden Tisch, unter Beteiligung der Arbeitgeber, der Verbände und Kammern, Verwaltungen und der Naturschützer, nach Lösungen und einem Konsens gesucht werden. Gerade Kleinunternehmen könnten davon profitieren, wenn es eine solche Unterstützung gebe. Ziel ist es, den Schutz der Arbeitsplätze, die Gesundheit des Menschen, den Schutz der Umwelt sowie die Zukunftsfähigkeit der Industrie gleichberechtigt in Einklang zu bringen. 

Hintergründe für das DGB-Papier sind die Fälle des Perstorp-Chemiewerkes in Arnsberg-Bruchhausen, wo der Regierungspräsident nach dem Fund der Industriechemikalie Tosu die Produktion stoppen ließ — und die Belegschaft erfuhr aus der Zeitung davon. Bei der „Rothen Erde” in Lippstadt führten Indiskretionen zum Bekanntwerden der Ausbaupläne des Betriebs — und zu Protesten und danach beinahe zur Aufgabe der Expansionsabsichten. 

Solche Fälle ließen sich nach Ansicht des DGB verhindern, wenn im Vorfeld darüber geredet würde: Strukturpolitik dürfe nicht als Gegensatz zwischen dem produzierenden Gewerbe und dem Umweltschutz verstanden werden. Rittermeier betonte, nicht nur Natur und Umwelt dienten der Gesundheit, sondern auch sichere Arbeitsplätze — „Arbeitslosigkeit macht krank”. Allein im Kreis Soest arbeiten fast 34 000 Menschen im produzierenden Gewerbe, was einer Industriequote von 36,3 Prozent entspricht: Die alte Industriestadt Dortmund hat, zum Vergleich, noch 13 Prozent.  

Rittermeier sucht den Austausch mit den Umweltschützern: „Ihre Sichtweise ist nicht die alleinige — aber unsere auch nicht”, räumt er ein. Abgelehnt wird vom DGB die Idee, den künftigen Industrie- und Gewerbeflächenverbrauch an den Rückgang der Bevölkerung zu koppeln: „Das ist wirklichkeitsfremd. Wir wollen eine Flächenpolitik mit Augenmaß.”

Jürgen Kortmann

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2009-01-14 18:17
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