Gemeinde trommelt für die Telekom
17.10.2008 | 15:57 Uhr 2008-10-17T15:57:00+0200Günne. (toto) Die Gemeindeverwaltung schlüpft in eine ungewöhnliche Rolle: Sie wird zum Verkaufshelfer der Telekom - das allerdings notgedrungen. Denn nur mit Hilfe der Telekom ist es möglich, dass Günne endlich einen DSL-Anschluss bekommt.
„Wir müssen das mit der Telekom machen, weil kein anderer Anbieter in ländliche Regionen geht”, sagt Bürgermeister-Stellvertreter Hans Dicke, der sich seit eineinhalb Jahren mit der Sache befasst. Die Bürgerversammlung zum Thema „DSL in Günne” am Montag, 27. Oktober, um 20 Uhr in der Schützenhalle Günne ist daher auch eine Art „Verkaufsveranstaltung” der Telekom, deren Vertreter an dem Abend Vertragsformulare in der Tasche haben wird. Denn nur wenn genügend Günner einen Telekom-Vertrag abschließen, verlegt das Unternehmen das nötige Glasfaser-Kabel in den Ort. Das Kabel ist die Voraussetzung dafür, dass sich Nutzer extrem schnell im Internet bewegen können. Bisher ist das in Günne nicht möglich. Hans Dicke sieht einen großen Kreis von Leuten, der von DSL profitiert: vom Gewerbetreibenden bis zum Privatmann, aber auch Schüler und Studenten. „Gerade in der Schule bekommt das Internet einen immer höheren Stellenwert”, betont Dicke. Die Telekom hat der Gemeinde Zahlen vorgelegt, wie sich das Projekt „DSL-Anschluss in Günne” für sie als Unternehmen lohnt: Laut Telekom kostet es insgesamt 164 000 Euro — was 328 neuen Kunden entspricht. Wichtig: Die Leute, die bisher die abgespeckte Version „DSL-light” nutzen, werden darauf nicht angerechnet. Aufgrund ihrer Erfahrung geht die Telekom davon aus, dass sie in Günne 282 Neukunden unter den 2000 Einwohnern, die in 860 Haushalten leben, sicher hat. Fraglich ist aus ihrer Sicht, ob sie die fehlenden 46 auch unter Vertrag bekommt — was 23 000 Euro entspricht. „Das Geld müssen wir aufbringen”, hofft Hans Dicke, der die Einrichtung eines Treuhandkontos vorschlägt, auf das jeder Neukunde 100 Euro einzahlt. Wenn es einen DSL-Anschluss in Günne gibt, von dem auch Brüningsen, Westrich und West-Delecke profitieren, denkt Hans Dicke schon weiter: Denn von Günne aus lässt sich auch das weitgehend DSL-freie Hewingsen (210 Einwohner / 100 Haushalte) leitungsmäßig gut erreichen — wenn die Telekom mitspielt.