Aktivposten des Dorfes
29.08.2011 | 05:00 Uhr 2011-08-29T05:00:00+0200
Kneblinghausen.Es war ein Befehl „von oben“, der 1936 zur Gründung der Löschgruppe Kneblinghausen führte. Doch immer wieder fanden und finden sich Freiwillige, die sich jederzeit und unentgeltlich in den Dienst an ihren Mitmenschen stellen – und das seit 75 Jahren.
„Nicht Eigennutz, sondern Nächstenliebe ist der Antrieb derer, die in ungezählten Stunden für ihre Mitmenschen da sind, wenn sie in Not geraten“, betonte beim Festakt zum Jubiläum der stellvertretende Kreisbrandmeister Bernhard Loer. Auf diesem Grundsatz fußt das weltweit einzigartige System der Freiwilligen Feuerwehr, wie man es nur in Deutschland kennt. Es zu erhalten und zu fördern nannte Rüthens Wehrführer Klaus Adams als vordringliches Ziel. Daher auch sein Appell an Politik und Verwaltung in Zeiten leerer Kassen: „Der Sparzwang darf nicht dazu führen, dieses System zu beschädigen oder es zu verlieren.“
„Mehr Sicherheit für die Bürger unseres Dorfes“, so beschrieb Löschgruppenführer Alfons Oesterhoff jun. die Überlegung, die vor 75 Jahren zur Gründung der Feuerwehr in Kneblinghausen führte. Viel hat sich seitdem an der Arbeit der Wehrleute verändert, nicht aber deren Ziel, der Allgemeinheit zu dienen.
„Das ist eine Mannschaft, die passt“, lobte Oesterhoff die 21 aktiven Kameraden. Das konnte Ortsvorsteher Friedhelm Thomas, selbst einer dieser Aktiven, nur unterstreichen: „Wir stehen heute ausgezeichnet da.“ Davon konnten sich die Besucher selbst ein Bild machen anhand der Fotoausstellung, vor allem aber anhand des von den Kneblinghausenern erarbeiteten Waldbrandkonzeptes, das angefertigt wurde, weil der Ort über so viel Waldfläche verfügt.
Engagierte Nachbarschaftshilfe, praktiziertes Gemeinschaftsdenken und hohes soziales Verantwortungsbewusstsein nannte Bürgermeister Peter Weiken als Pfeiler des bewährten Prinzips der Freiwilligkeit und „das tragende Fundament der Kneblinghauser Feuerwehr“ durch alle Zeitläufe hindurch. Deren Aufgabe und Engagement sah er weit über der primären Funktion als Helfer und Retter. Für ihn ist die Löschgruppe auch ein „besonders kreativer und stets zuverlässiger Aktivposten der Dorfgemeinschaft“.
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