Verdacht auf Misshandlungen bekräftigt
20.01.2009 | 17:18 Uhr 2009-01-20T17:18:00+0100Hilchenbach. Die Stadt Hilchenbach hat einem weiteren Mitarbeiter des Bauhofs gekündigt. Bei ihm habe sich der Verdacht erhärtet, dass er einen Mitarbeiter misshandelt und gedemütigt hat
Hilchenbach. Die Stadt Hilchenbach hat einem weiteren Mitarbeiter des Bauhofs gekündigt. Bei ihm habe sich der Verdacht erhärtet, dass er einen Mitarbeiter misshandelt und gedemütigt hat. Ein dritter Mitarbeiter steht im dringenden Verdacht an den Misshandlungen beteiligt gewesen zu sein oder sie zumindest geduldet zu haben. Er wird noch vernommen und wurde bislang nicht entlassen. Dem Hauptverdächtigen war bereits im Sommer 2008 gekündigt worden.
Der Skandal war im Oktober des vergangenen Jahres ans Licht gekommen. Drei der vier Verdächtigen waren suspendiert, einer weiterer bereits entlassen worden. Sie sollen jahrelang einen Mitarbeiter regelmäßig geschlagen und gedemütigt haben.
Den Vernehmungsprotokollen der Polizei sei zu entnehmen, dass bei den Vorwürfen zwischen den vier Beschuldigten deutlich unterschieden werden müsse, so die Stadt Hilchenbach. Es gebe einen Hauptbeschuldigten, dem bereits gekündigt wurde. Weitere Anhaltspunkte bestärkten den Verdacht, dass ein zweiter Beschuldigter „einzelne Tätlichkeiten gegenüber dem Geschädigten begangen habe oder an solchen beteiligt” gewesen sein kann. Ebenso wiesen die Ermittlungen darauf hin, dass der dritte Verdächtige über einen längeren Zeitraum, „einzelne Aktionen gegen das Opfer” wahrgenommen habe, ohne diese zu unterbinden oder zu melden. Für die Beteiligung des vierten Beschäftigten liefere die Akteneinsicht durch den Anwalt der Stadt Hilchenbach bisher keine arbeitsrechtlich verwertbaren Hinweise.
Die Stadt Hilchenbach weist darauf hin, dass keine Tatkündigung ausgesprochen wurden, da die Vorwürfe nicht als bewiesen angesehen werden können. Im Wesentlichen stützten sich die Maßnahmen auf die in den Vernehmungen gemachte Aussage des dritten Verdächtigen, der diese allerdings mittlerweile widerrufen habe.
Laut Staatsanwaltschaft Siegen will die Verteidigung ein aussagepsychologisches Gutachten zur Glaubwürdigkeit des 28-jährigen Opfers einholen. „Um weitere Klarheit in dem schwierigen Fall zu erhalten, möchte die Stadtverwaltung daher das Ergebnis eines möglichen Strafprozesses abwarten. Insofern wird beim vierten Beschuldigten die Suspendierung weiter aufrecht erhalten”, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Hilchenbach. Die Fraktionsvertreter stimmten dieser vom Rechtsanwalt vorgeschlagenen Vorgehensweise zu.
Das 28-jährige Mobbingopfer arbeitet nach Vermittlung durch Landrat Paul Breuer seit dem 17. November bei der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein, wo er bis zumindest bis 31. August beschäftigt wird. Eine Arbeit innerhalb der Hilchenbacher Verwaltung sei wegen der emotionalen Belastung nicht möglich.
Externe Beratung, um Mobbing zu vermeiden
Die Stadt Hilchenbach plant mit Blick auf die Vorkommnisse im städtischen Bauhof Maßnahmen zur Sensibilisierung für das Thema Mobbing und Schulungen zum Umgang mit dieser Problematik vorgesehen. Auch organisatorische Veränderungen für den Bereich Bauhof werden nicht ausgeschlossen. Ein externes Beratungsunternehmen soll Empfehlungen geben.
01:03
Nun also der Prozess, an dem fall ist von großem Interesse, dass der Staatsanwalt anklagt, also endlich ein Strafprozess gegen die Mobber geführt wird.
Man darf auf das Urteil sein
http://www.westline.de/lokales/Mobbing-auf-Bauhof-Kollege-streitet-Vorwuerfe-ab;art255,82155spannt
Harry Gambler