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"Kein Kind ohne Mahlzeit" jetzt auch in Netphen

28.08.2007 | 23:23 Uhr
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Netphen. (mku) Am 15. August empfahl der Arbeitskreis Familienförderung, die Stadt Netphen solle sich am Landesprogramm "Kein Kind ohne Mahlzeit" beteiligen. Diese Woche stimmte der Schul- und Kulturausschuss einer entsprechenden Verwaltungsvorlage zu. Be

"Wenn das alles so stimmt, dass sich viele Kinder die Offene Ganztagsschule nicht leisten können, weil das Essen zu teuer ist, ist es ein Skandal", sagte der Ausschussvorsitzende Peter Katz (UWG). Sein SPD-Kollege "Charly" Nowak konnte aus seinem Schulleiter-Alltag genau dies aber bestätigen. "Die 2,30 Euro täglich für das Essen können viele Familien einfach nicht bezahlen", sagte er. Aus dem anfänglichen Programm für Doppelverdiener, die ihre Kinder aus Zeitgründen nicht beaufsichtigen können, sei ein "Volksmodell" geworden. "Es kommen immer mehr Schüler aus Familien, in denen die nötige Förderung aus vielerlei Gründen nicht geleistet werden kann", sagte Nowak weiter. Das sei auch eine gute Sache. Immer wieder höre er dann aber auch die Vorschläge und Bitten der Eltern, ob die Kinder nicht zum Essen nach Hause kommen oder einfach auf dem Schulhof ein Pausenbrot verzehren könnten. "Das geht aber nicht, wir können die Schüler nicht trennen", sagte Nowak und erntete viel Zustimmung.

"Das Programm ist eine gute Sache, da kann man gar nicht dagegen sein", sagte Bruno Gräbener (CDU). Dennoch müsse an die Kosten gedacht werden, wenn das Landesprogramm nach zwei Jahren auslaufe. Die Frage stelle sich bekanntlich in vielen Bereichen.

Es lasse sich aber ein Weg finden, war einhelliger Tenor. "Die Kinder werden besser gefördert und lernen nebenbei auch etwas über vernünftige Ernährung. Was wir hier investieren, können wir hoffentlich später in anderen Bereichen, etwa beim Arbeitslosengeld, sparen", unterstützte Iris Cremer (CDU) die Vorlage.

Für die Schuljahre 2007/2008 und 2009/2010 gibt es pro Kind jährlich 200 Euro vom Land, Netphen muss weitere 100 Euro aufbringen. Damit bleibt für die Eltern ein Betrag von 1 Euro pro Tag, 200 Euro jährlich.

"Damit erreichen wir hoffentlich, dass sich weitere Familien aus den finanzschwachen Gruppen für die OGS entscheiden", hoffte "Charly" Nowak.

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