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Olper Politik

Gegensätze sehen anders aus

26.05.2009 | 16:13 Uhr

Olpe. Wieder einmal hatte die Kolpingfamilie zu einer Podiumsdiskussion unter dem Motto „Bürger fragen - Kommunalpolitiker antworten” ins Kolpinghaus geladen.

Gut 25 Bürger hatten sich in gemütlicher Atmosphäre eingefunden, um die Gelegenheit zu nutzen, vor der Kommunalwahl den Bürgervertretern auf den Zahn zu fühlen.

Besagte Parlamentarier waren: Fritz Klocke (Grüne), Peter Susel (SPD), Klaus-Peter Langner (SPD), Peter Kühn (SPD), Udo Baubkus (UCW), Frank Clemens (CDU), Klaus Klapheck (CDU) und Christian Reißner (CDU). Die Moderation der überraschend harmonischen Veranstaltung übernahm Herbert Kranz, Redaktionsleiter der WESTFALENPOST Olpe.

Das erste Thema, das Kranz aufrief, war die Frage nach dem Stadtmuseum. Laut Ratsbeschluss sollte dieses eigentlich bis 2011 realisiert sein. Klapheck sieht keine Chance, dass das Museum „in absehbarer Zeit” gebaut werden kann. Das vorgelegte Konzept sei nicht bezahlbar. Sehr wohl könne man aber andere Möglichkeiten der Finanzierung ins Auge fassen. So sei etwa die Einrichtung einer Stiftung denkbar. Baubkus wies darauf hin, dass bereits 80 000 bis 100 000 Euro für Gutachten und andere Dinge für das Projekt ausgegeben worden sind. Auch Klocke sieht keine Möglichkeit, das Museum bis 2011 zu realisieren. Dies sei vor allem eine Frage des Geldes, nicht des Wollens. Kühn betonte, dass das Schwierige nicht der Bau sei, sondern die Folgekosten von gut 500 000 Euro im Jahr.

Eine Bürgerfrage zielte auf das Angebot der Stadt für Jugendliche im Alter von 15 bis 21 Jahren. Reißner sieht die Kommune auf einem guten Weg. Man tue viel im Bereich der Sportförderung und der Vereine. Man sei aber offen für Anregungen aus der Bürgerschaft. Auch Baubkus sieht in den Vereinen eine gute Möglichkeit der Freizeitgestaltung: „Soziales Verhalten wird in Vereinen geschult.” Gleichzeitig räumte Langner aber auch ein, dass sich viele Jugendliche nicht organisieren lassen wollen. Er habe aber keine Antwort, was diesen Jugendlichen geboten werden solle. Auch Klocke hatte kein Rezept für diese Jugendlichen parat. Klapheck sieht das veränderte Freizeitverhalten durch Internet und andere Kommunikationsformen als Problem an.

Auch bei diesem Themenblock gingen die Meinungen nicht weit auseinander. Großer Handlungsbedarf wird nicht gesehen.

Einen großen Teil des Abends nahm das Thema Tourismus in Olpe ein. Herbert Kranz fragte ganz unverblümt, ob man die letzten 30 Jahre verschlafen habe. Baubkus erinnerte daran, dass die Stadt finanziellen Einschränkungen unterlegen sei, man aber den „direkten Olper Bereich mit Pavillon und Minigolfanlage” im Griff habe. Kühn schilderte weitere Möglichkeiten, den Tourismus, vor allem in Form von Naherholungssuchenden, anzukurbeln. Hier sei etwa die Einrichtung einer Verbindung zwischen dem Obersee Olpe und der Anlegestelle in Stade denkbar. Auch ein Fahrradparcours oder ein Abenteuerspielplatz am Obersee könnten realisiert werden. Klocke (Grüne) setzte sich für ein „Gesamtkonzept Biggesee” ein.

Sebastian Töpfer


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