Für 200 Euro mit der Bahn von Attendorn nach Olpe
16.07.2009 | 19:01 Uhr 2009-07-16T19:01:00+0200Kreis Olpe. 200 Euro für eine Zugfahrt von Attendorn nach Olpe (15 Kilometer). Damit hatten fünf Schülerinnen aus der Kreisstadt nicht gerechnet, als sie vor drei Wochen in den Zug stiegen. Jetzt streiten sich die Eltern mit der Bahn.
„Ist ja klasse", dachten sich die 14 und 15 Jahre alten Schülerinnen eines Olper Gymnasiums, als sie Ende Juni in einem vollen Zug doch noch einige wenige Sitzplätze fanden. Klasse ja, nur leider die falsche. Das stellten die Mädchen nur vier Minuten später fest, als sie die für sie unangenehme Bekanntschaft mit einer Kontrolleurin der Deutschen Bahn machten.
„Wir hatten bei einer ehrenamtlichen Schulmaßnahme mitgemacht und mussten deshalb eine Woche lang zwischen Attendorn und Olpe pendeln", erklären die 15-Jährigen. Das Zugfahren war für sie eine neue Erfahrung: „Vorher bin ich eigentlich nie mit der Bahn gefahren", unterstreicht eine der Schülerinnen. Das mag erklären, warum die Mädchen nicht bemerkten, dass sie sich in der ersten Klasse befanden. „Das haben wir nicht gesehen. Es steht ja nur draußen am Waggon und wohl ganz klein auf den Kopfstützen. Aber da haben wir nicht hingeschaut", so die Freundinnen.
Die Fahrscheinkontrolleurin machte die Mädchen auf ihren Fehler aufmerksam. „Wir haben auch sofort angeboten, wieder zu gehen", erinnert sich eine der Gymnasiastinnen und ergänzt: „Aber das wollte die Kontrolleurin nicht und meinte, jetzt sei es auch zu spät." Sie forderte die 14- und 15-Jährigen auf, sich auszuweisen. „Aber wir hatten ja keine Ausweise, da hat sie sogar gedroht, uns aus dem Zug zu werfen", berichten die geschockten Mädchen.
„Wir können nicht die weißen von den schwarzen Schafen unterscheiden."
Soweit ist es zum Glück nicht gekommen. „Wir haben nach Buskarten oder Krankenkassenkarten gekramt und als die Kontrolleurin unsere Daten aufgenommen hatte, waren wir schon in Olpe." Jede mit einer „Fahrpreisnacherhebung" über 40 Euro in der Hand. Die Eltern eines Mädchens haben den „Strafzettel" bereits bezahlt. „Die ärgern sich jetzt", so die anderen. Denn deren Eltern haben einen Anwalt eingeschaltet und Einspruch eingelegt.
Laut Einschätzung des Juristen stehen die Chancen, dass die Bahn die Nacherhebung nicht weiter verfolgt nicht schlecht. In seinem Schreiben verweist er auf die beschränkte Geschäftsfähigkeit der fünf Mädchen. Daher sei die Nacherhebung ungültig, so der Anwalt.
Ein Sprecher der Bahn macht unterdessen wenig Hoffnung: „Das höre ich zum ersten Mal. Natürlich ist so ein Fall mit Kindern ein sensibles Thema. Trotzdem war die Nacherhebung rechtens." Er ergänzt: „Wir können keine Grenze ziehen zwischen fünf Minuten oder einer halben Stunde. Andere, die bewusst in der falschen Klasse sitzen, haben tausend Ausreden die genauso klingen. Unser Personal hat keine Möglichkeit, das zu prüfen und die weißen von den schwarzen Schafen zu unterscheiden." Würde die Bahn hier Kulanz zeigen, könnte das als Einladung zum Falschfahren missverstanden werden, befürchtet der Sprecher.
Der Einspruch wird also vermutlich abgelehnt, „aber das ist eine schmerzhafte Lehre für die Kinder", heißt es von Seiten der Bahn. Bleibt abzuwarten, ob es für die Mädchen wirklich eine sehr teure Zugfahrt wird. Die Lektion haben die Schülerinnen jedenfalls gelernt und sind sich einig: „Falls wir noch einmal Zug fahren, werden wir ganz genau hinschauen."
14:35
Als Schüler bin ich selbst in eine ähnliche Situation gekommen. Der Kontrolleur hatte mir erklärt, ich müsse nachzahlen, meine Karte wäre nicht ausreichend. Ich habe es damals geglaubt aber nichts verstanden. Erst als ich später auf dem Gang eine Zigarette rauchte und mich der Kontrolleur dort sah, erklärte er mir den Grund.
Wenn jeder Kontrolleur in solchen Fällen einfach den Sachverhalt klärt und den Fahrgästen die Gelegenheit gibt, entweder nachzuzahlen oder das Abteil zu verlassen, wäre das Problem hinreichend geregelt. So erlebe ich es übrigens regelmäßig im Zug.
17:16
So kann die Bahn durch ihre Kontrolleure den Jugendlichen schon heute den Kunden von Morgen eindrucksvoll das Bahnfahren für den Rest des Lebens vermiesen.
Da macht man sich an anderen Stellen Gedanken, wie man Bahn unerfahrene Jugendliche für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel im späteren Leben gewinnen kann. Und dann wieder so was.
Eine merkwürdige Art der Kundenbindung, die die DB in Olpe versucht.
23:13
Man muss Bedenken, das die Kontrolleure und Kontrolleurinnen bei der Bahn für normale Berufe nicht geeignet sind weil sie dumm wie Stroh sind und halt nur für diese Tätigkeit geeignet sind !!!!!
17:43
zum Glück waren die Mädels so schlau, sich nur von hinten fotografieren zu lassen.
Sonst wären sie ja zum Gespött der ganzen Schule geworden.
21:31
Die Kinder haben die Strafe verdient.
Immer wird auf der Bahn rumgehackt und alles negativ gesehen,aber guckt euch doch mal die heutige Jugend an?
Beschmieren Sitze,zerkratzen Fenster,Füße auf den Polstern und und und......
Die Schaffnerin hat genau richtig gehandelt,meiner Meinung nach,weil sosnt würde sich ja jeder in der 1. Klasse setzen,wenn der Zug voll ist.
Die Mädels hätten ja wenigstens den Lokführer fragen können,aber nein,so Schlau sind die dann doch nicht.
Außerdem wer die Strecke kennt und öfters mit dem Zug fährt,der kennt die Jugendlichen,die immer Schwarz fahren und alles kaputt machen und sich benehmen unter aller S**
22:19
Ist es nicht auch ein weiteres Beispiel für das typische Verhalten unserer Gesellschaft, stets für das eigene Fehlverhalten einen Schuldigen finden zu wollen. Der Anwalt soll es dann richten, was man selbst in Eigenregie verbockt hat. Aber nein, Schuld haben ja immer nur die anderen...
Verantwortung übernehmen für das eigene Handeln, das wäre wirkliche Größe...
Ich finde es schade, dass sich die WR/WP zu solch reißerischen Artikeln hinreißen lässt!!
21:10
wenn 15-jährige Gymnasiastinnen nicht die Zahlen 1 und 2 kennen, dann sind sie auf der Penne fehl am Platz.
12:45
Auch noch zum Anwalt rennen, lächerlich! Nicht bezahlte Leistung in Anspruch genommen, erwischt worden, zahlen! Die Eltern generell sollten sich mal Gedanken machen, gerade die junger Hühner, wie sich der Nachwuchs so ausser Haus benimmt. Pulle Bier am Hals, riesengrosses Mundwerk und rotzfrech, jetzt leider beim schwarzfahren erwischt und am heulen. Man versteht die Welt nicht mehr...
23:02
Jedem, der sich einen eigenen Einblick verschaffen will, kann ich nur empfehlen, an einem Freitag oder Samstag spätabends mit den Zügen im Kreis Olpe zu fahren. Einige Eltern würden ihre Kinder vielleicht nicht wieder erkennen. Regeln und Benimm gibt es da nicht. Das verstehe ich auch irgendwie, wenn man aufgeheizt von einer Feier zurück kommt. Eine wirklich Entlastung ist das nicht. Ich meine auch, dass Jugendliche Verantwortung für ihr Tun übernehmen müssen.
11:21
Es handelt sich bei der oben abgebildeten Fahrpreisnacherhebung mitnichten um einen Strafzettel oder sonst um eine Strafe!
Mit dem Betreten des Zuges akzeptiert man stillschweigend die Tarif- und Beförderungsbestimmungen des betreffenden Unternehmens.
Genauso, wie man darauf vertrauen darf, dass jeder regelmäßig zum gleichen Preis befördert wird, darf man darauf vertrauen, dass die anderen Tarifbestimmungen ebenfalls gegenüber jedermann zum Tragen kommen.
Diese Beförderungsbedingungen sagen konkret aus, dass das erhöhte Beförderungsentgelt zu zahlen ist, wenn bestimmte Bedingungen vorliegen.
Ich erlebe es auch täglich, dass der Rentner aus Finnentrop morgens schön brav in der 2. Klasse mitfährt, ab und zu, wenn mal wieder eine Gruppe im Abellio mitfährt, setzt er sich dann eben in die 1. Klasse, obwohl noch reichlich Plätze frei sind. Ebenso der Student(?) aus Grevenbrück.
Natürlich nur, wenn kein Kontrollör mitfährt.
Wenn doch ein Uniformierter zu sehen ist, stehen die Kunden auch plötzlich am Automaten Schlange, während man ihn sonst geflissentlich ignoriert. Auch den Entwerter hört man dann deutlich öfter als sonst üblich.
Auch kann man beobachten, dass Kunden sich am Automaten so lange zu schaffen machen, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Bei den kurzen Haltabständen von 3-5 Minuten ist das ja kein Problem, die Software gibt ausreichend Möglichkeiten herumzuklicken und sich zu informieren, was man denn gerade gespart hat.
Und, wenn diese Personen dann erwischt werden, sucht man sich einen Dritten als Schuldigen und tut ansonsten völlig unwissend und unschuldig.