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„Eine wichtige Entscheidung für Eslohe“

06.01.2012 | 11:00 Uhr
„Eine wichtige Entscheidung für Eslohe“

Eslohe. An der geplanten Errichtung des Fachmarktzentrums an der Esloher Tölcke­straße scheiden sich nach wie vor die Geister: Während die einen in dem Großprojekt eine Chance für den Einkaufsstandort Eslohe sehen, sorgen sich viele Einzelhändler um ihre Existenz. Ein Gutachten wird bald aufzeigen, welche Chancen und Risiken mit dem Vorhaben tatsächlich verbunden sind.

„Wir wollen einfach wissen, ob diese Entwicklung für Eslohe verträglich ist und welche Auswirkungen sie auf den bestehenden Einzelhandel hat“, machte CDU-Fraktionschef Dr. Rochus Franzen in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates noch einmal deutlich. Es handele sich um eine wichtige Entscheidung für Eslohe, daher sei ein solches - von der CDU beantragtes Gutachten - wichtig, um am Ende zu einer angemessenen Entscheidung zu kommen.

Sachliche Ebene

SPD-Fraktionsvorsitzender Volker Frenzel begrüßt die Erstellung eines unabhängigen Gutachtens im Grundsatz ebenfalls, sorgte sich in der Ratssitzung allerdings darum, dass sich die CDU damit lediglich eine Legitimation für eine Zustimmung verschaffen wolle. Ein Vorwurf, den Franzen entschieden zurückwies. Man habe nicht umsonst betont, dass es sich um ein unabhängiges Gutachten handeln müsse.

Auch die FDP hält das Gutachten für einen Schritt in die richtige Richtung. Fraktionschef Thorsten Beuchel: „Es ist wichtig, dass die zum Teil emotional geführte Diskussion auf eine sachliche Ebene heruntergebrochen wird.“

Rund 10 000 Euro wird die Gemeinde das Gutachten kosten. Zumindest liegt Bürgermeister Stephan Kersting ein erstes Angebot in dieser Größenordnung vor. Ein weiteres Angebot stehe noch aus. Ist der Auftrag dann vergeben, werde es rund zehn Wochen dauern, bis das Gutachten vorliegt. „Wir haben aber keinen Zeitdruck“, betonte Kersting. Wichtig sei in erster Linie die Qualität des Gutachtens.

Weitere wertvolle Informationen soll auch das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes bringen, das der Rat in der Sitzung ebenfalls beschlossen hat. Zum einen können darin die Träger öffentlicher Belange ihre Bedenken äußern, zum anderen wird es damit auch eine offizielle Bürgerbeteiligung geben.

Vorzeitiger Abbruch

Ebenso wie das Gutachten sei auch dieses Verfahren ergebnisoffen, betonte Bürgermeister Stephan Kersting ausdrücklich. Sollte es begründete Bedenken geben, die gegen die Errichtung des Fachmarktzentrums sprechen, sei es kein Problem, das Verfahren vorzeitig abzubrechen und das Buch zuzuschlagen.

Eine weitere Bürgerversammlung soll es am Donnerstag, 19. Januar geben. Beginn ist um 19 Uhr in der Aula des Schulzentrums. Die gesamte Bevölkerung ist eingeladen. Die Ratsfraktionen erhoffen sich, dass der Investor an diesem Tag mit weiteren Informationen aufwarten kann.

Im gesamten Gemeindegebiet gibt es aktuell rund 9500 Quadratmeter Verkaufsfläche im Bereich des Einzelhandels. Allein im Kernort Eslohe sind es 5200 Qua­dratmeter. Durch das geplante Projekt „Fachmarktzentrum Tölckestraße“ könnten rund 5000 Quadratmeter neue Verkaufsflächen hinzukommen. Die aktuell vorgelegte Planung des Investors wird besonders durch einen zusätzlichen Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von 1400 Quadratmetern und die weiteren Ankermieter Lidl und Rossmann eine neue 1A-Lage schaffen und damit die bisherigen Einkaufsstandorte entlang der Hauptstraße aber auch im übrigen Gemeindegebiet beeinflussen.

Folgende Eckpunkte möchte die CDU bei dem beantragten Gutachten abgearbeitet haben:

Schaffung einer fachlich fundierten und empirisch abgesicherten Grundlage, um eine sachgerechte, zukunftsfeste Entscheidung bezüglich des Bebauungsplans „Fachmarktzentrum Tölckestrasse“ herbeizuführen.

Bezugnahme auf das bestehende Einzelhandelsgutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH (GMA) für die Gemeinde Eslohe aus dem Jahr 2007 und Prüfung auf Aktualität.

Bezugnahme auf die bestehende Verkehrsuntersuchung der Firma Spiekermann AG consulting engineers aus September 2011.

Abschätzung der absatzwirtschaftlichen Auswirkungen auf Wettbewerbsstandorte im Einzugsbereich durch den Markteintritt des Planvorhabens.

Bewertung der städtebaulichen Auswirkungen auf den vorhandenen zentralen Versorgungsbereich.

Aufzeigen von Möglichkeiten, die aktuelle Planung „Fachmarktzentrum Tölckestrasse“ durch städtebauliche Maßnahmen an die bestehenden Versorgungsbereiche an der Hauptstrasse anzubinden (Unter Einbeziehung der Bereiche Tölckestrasse, Pape­straße, Platz der Deutschen Einheit, Raiffeisenplatz und Ufer Esselbach).

Abwägung von perspektivischen Risiken und Chancen für den Wohn-, Arbeits- und Einkaufsstandort Eslohe durch das Planvorhaben.

Frank Selter



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