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Facebook-Aktion hilft Dinslakener Traditionscafé in Existenzangst

12.12.2012 | 23:00 Uhr
Facebook-Aktion hilft Dinslakener Traditionscafé in Existenzangst
Iv Blumenroth, Inhaberin des Eiscafés Dolomiti iN Dinslaken, informierte via Facebook über das drohende Ende der Eisdiele – und ist nun zu Tränen gerührt. Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPoolFoto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Ein Hilferuf macht derzeit in Dinslaken die Runde. Das Eiscafé Dolomiti informierte seine Kunden via Facebook über einen dramatischen Umsatzeinbruch durch die Baustelle am Neutor. Im Netz ist eine Hilfsaktion angelaufen, „... damit wir auch morgen noch lecker Käffken trinken können“.

Ein Hilferuf macht derzeit in Dinslaken die Runde. Jedenfalls im virtuellen Dinslaken. „Nach 41 Jahren hat die Umstrukturierung des Neutors dem Familienunternehmen die Schlinge um den Hals gelegt ... Wenn nicht ein Wunder geschieht, dann lassen wir am 31.12.2012 leider keine Korken mehr knallen, sondern werden unsere Türen für immer schließen müssen“, informierte das Eiscafé Dolomiti Dienstag auf seiner Facebook-Seite seine Kunden. Seitdem geschehen ganz viele kleine Wunder - im Internet und in echt.

Um 70 Prozent sei der Umsatz zurückgegangen, seitdem der Platz eine Baustelle ist. „Keine Parkplätze mehr“, seufzt Inhaberin Iv Blumenroth, die den Familienbetrieb vor zwei Jahren von den Eltern ihres Lebensgefährten übernommen, innen und außen renoviert, und um eine Gartenterrasse erweitert hat. Im Winter können Frauen beim Kaffeetrinken shoppen - vor der Terrasse sind „Kaufrausch“-Klamotten ausgestellt.

Familienbetrieb seit 41 Jahren

„Gerne würden wir auch noch von der Umstrukturierung profitieren, aber uns geht die Luft leider aus“, so heißt es auf der Facebook-Seite. Die Neutor-Galerie würde Laufkundschaft bringen, davon ist Iv Blumenroth überzeugt. „Da kommen bestimmt viele, die neugierig sind.“ Nur, ob das Café bis dahin existiert? Im Keller, sagt sie, stapeln sich die Rechnungen und es gab Tage mit nur 30 Euro Umsatz. Das reiche nicht zum Leben, sagt die 33-jährige Mutter eines kleinen Jungen.

Die Macher der Glaspalast-Facebook-Seite haben den Hilferuf geteilt und eine Aktion ins Leben gerufen. Unter dem Titel „Unterstützt Eis-Café Dolomiti ... damit wir auch morgen noch lecker Käffken trinken können“ rufen sie zum Café-Besuch auf - oder zur Spende. Seitdem haben nicht nur unzählige Dinslakener den Aufruf geteilt, sondern auch das Café am Neutor besucht. Dessen Inhaberin Iv Blumenroth ist gerührt. „Wenn man sieht, was die Leute schreiben, kommen einem echt die Tränen.“

„Dann verliert Dinslaken seine beste Eisdiele“, fürchtet etwa Sebastian Zinsel. „Das ist sehr traurig! So wie das ganze Erscheinungsbild dieser Stadt!“ „Geisterstadt!“ schreibt ein anderer. Und André Mölleken ruft auf: „Also alle ab zum Eisessen am Neutor.“ Und genau das haben viele am Mittwoch und Dienstag getan. Die Eisdiele füllte sich und mancher ließ ein saftiges Trinkgeld zurück. „Einer hat eine Elf-Euro-Rechnung mit einem 50-Euro Schein bezahlt“, erzählt Iv Blumenroth.

Die Baustellen-Verantwortlichen oder die Stadt sollte den Geschäften, die unter der Baustelle leiden, unter die Arme greifen, fordern manche Dinslakener im Internet. Das geschieht nicht. Statt dessen hat Iv Blumenroth gehört, dass eine Eisdiele in den neuen Sparkassen-Pavillon einziehen soll. Trotzdem: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt sie.

Anja Hasenjürgen

Kommentare
17.12.2012
02:59
Stadt Dinslakener sorgt dafür mit schlechter Planung Einzelhandel in Existenzangst gelangt
von Din-Boy | #8

Durch schlechte Planung und Organisation der Stadt Dinslaken unter Herrn Dr. Heidinger geraten bald noch mehr Geschäfte im Abgrund...Ich bin dafür,...
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2012-12-12 23:00
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