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Kulturgeschichte

Aufbruch am Schacht Lohberg

16.06.2012 | 09:00 Uhr
Aufbruch am Schacht Lohberg
Anja Sommer (1.v.r.) und Svenja Noltemeyer (2.v.r.) zeigten den 23 Führungsteilnehmern die heutige Schachtanlage im Kreativ.Quartier Lohberg und wie sie sich in Zukunft entwickeln soll. Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Bei der Führung durch die Zeche wurden Historie, sowie Zukunft beleuchtet.

Vom alten Pförtnerhaus über die gigantische Kohlenmischhalle zu den Körben der ehemaligen Kumpel in der Schwarzkaue. Die Teilnehmer der Führung nahmen viele Eindrücke von der alten und neue Zeche Lohberg mit.

Vom denkmalgeschützten Pförtnerhaus ging es mit aufgesetztem Schutzhelm zunächst in die Lohn- und Lichthalle. Hier zeigten Stadtplanerin Anja Sommer und Standortmanagerin Svenja Noltemeyer Historie und Zukunft des Industriegeländes an einem Modell.

Dabei berichtete Anja Sommer von der Entstehung: „1910 entstand Schacht 1 mit dem kleinen Förderturm, der erste Kübel Kohle wurde 1912 gefördert.“

Vom ersten Kübel Kohle zum Kino im Wasserturm

Die Standortmanagerin hingegen führte mit Blick auf die Zukunft über die Baustelle. „Zuerst wird der Bergpark im Nordosten am Kohlenrunddicker angelegt. Vom Bergpark führt eine Fahrradroute mit Anschlüssen über das Gelände. Nach und nach werden die Gebäude umgenutzt“, erklärt Noltemeyer. Später soll die Hünxer Straße entlastet und eine Nordumgehung angelegt werden. Auch eine Wohnanlage soll entstehen.

Daneben gibt es auch skurrile Ideen, wie zum Beispiel ein Kino im Wasserturm. In der 210 Meter langen und 65 Meter breiten Kohlenmischhalle werden Sportveranstaltungen diskutiert.

Zwischen Sieberei und der Zentralmaschinenwerkstatt erklärt Sommer, was die Architektur erhaltenswert macht: „Wir haben hier ein Tollhaus der Bauweisen. Die Fassaden sind zum Teil aus dem Neobarock. Darunter verstecken sich Stahlkonstruktionen. Damals wollte man noch Arbeitsstätten mit Anspruch bauen.“

Dabei gibt es aber auch Problemfälle auf dem Gelände: „Die Schachtunterbauten sind die schwierigsten Gebäude für eine Umnutzung“, erklärt Noltemeyer.

Besonders im Gespräch: die Zukunft der Fördertürme. Schacht 2, mit 70,5 Metern damals höchste Turm im Ruhrgebiet, von Architekt Fritz Schubb und Schacht 1 nach Promnitz will der Bergwerk Lohberg e.V. seit 2008 erhalten. „Wir finden es super, das es den Verein gibt. Schließlich sind die beiden Türme etwas ganz besonderes“, stimmt Sommer zu.

Seit 2007 wird das Gelände rückgebaut. Nach Schalthaus und Elektrowerkstatt werden noch RAG Ausbildung und Schwarzkaue weichen. Sie stehen nicht unter Denkmalschutz. In der Kaue findet am Ende Rundgangsteilnehmer Thomas Martinkovics, 27 Jahre hier Kumpel, sein Schließfach: Nummer 1841. „Auch das gehört zu den Führungen. Die Ehemaligen müssen die Veränderung verarbeiten“, so Svenja Noltemeyer.

Maren Wenzel


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