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Bundestagswahl

Sensburg holt drittbestes NRW-Ergebnis

28.09.2009 | 16:34 Uhr
Sensburg holt drittbestes NRW-Ergebnis

Brilon. Der Eine hat das drittbeste NRW-Ergebnis für die CDU eingefahren. Der Andere will seine Arbeit in Düsseldorf fortsetzen. Dr. Patrick Sensburg und Dr. Karsten Rudolph einen Tag nach der Bundestagswahl.

Freudentaumel und Katerstimmung am Tag danach. CDU-Kandidat Dr. Patrick Sensburg hat mit 51,7 Prozent den Einzug in den Bundestag geschafft. Das ist landesweit das drittbeste CDU-Erststimmen-Ergebnis. Lediglich Johannes Röring (Borken: 54,2) und Dr. Carsten Linnemann (Paderborn: 52,1) holten mehr. SPD-Bewerber Dr. Karsten Rudolph bleibt dagegen „draußen”.

Trend erkennbar

Helmeringhausen war am schnellsten. Schon 15 Minuten nach Schließung der Wahllokale stand das Ergebnis dort fest. Und das 320-Seelen-Dorf zeigte einen Trend: 12,5 Prozent Verluste für die SPD und 4,3 Prozent Miese für die CDU.

Info
So wählten die hessischen Nachbarn

Noch geringer fiel die Wahlbeteiligung im benachbarten Hessen aus.

Brilon/Korbach. (wi) Eine noch geringere Wahlbeteiligung als bei uns und noch größere Verluste für die Sozialdemokraten - so sieht das Ergebnis der Bundestagswahl bei unseren hessischen Nachbarn aus. In Bromskirchen büßte die SPD 10,8 Prozent der Stimmen ein; in Korbach waren es 10,5, in Willingen 8,5 Prozent. Auch die Union ließ ordentlich Federn (siehe Tabelle).

Den Wahlkreis 168, zu dem Korbach und Willingen gehören, gewann der Sozialdemokrat Ullrich Meßmer aus Calden mit 37,8 Prozent.

Der Wahlkreis 171, zu dem Bromskirchen gehört, ging an Edgar Franke (Schwalm/Eder) mit 40,3 Prozent der Stimmen.

Die Linke verbuchte in Bromskirchen mit einem Plus von 6 Prozent den fünftgrößten Stimmenzuwachs in ganz Hessen. Im gesamten Wahlkreis Waldeck musste die SPD Stimmenverluste von 11,1 Prozent hinnehmen.

In Bad Arolsen verlor die SPD 10,9 Prozent der Stimmen, die CDU 0,5. Die FDP holte dort 16 Prozent.

Die Wahlbeteiligung in den hessischen Nachbargemeinden fiel noch schlechter als bei uns aus, z.B 69,1 in Bad Arolsen oder 70,7 in der Stadt Frankenberg.

Völlig konträr zum Zweitstimmenergebnis schnitt Dr. Sensburg ab: Drittbestes NRW-Ergebnis zum Start - das kann sich sehen lassen. Er sei vor Ort stark präsent gewesen und habe bewusst den Kontakt zum Bürger gesucht. Daher glaube er nicht, dass der Wähler dem Merz-Nachfolger seine Stimme gegeben habe, sondern seiner Person.

Fast 78 000 Stimmen

Kreisweit bekam Sensburg 77 687 Stimmen, die CDU dagegen nur 63 177. Gründe dafür? „Die Union hat in der großen Koalition an Profil verloren. Ich denke, dass sich das in der kommenden Legislaturperiode ändern wird”, sagte der 38-Jährige, der seinen Erfolg am Sonntag noch lange auf der Michaeliskirmes feierte.

Erst vor fünf Jahren hatte Dr. Sensburg als Newcomer und Bürgermeisterkandidat der CDU in Brilon das politische Parkett betreten. „Nein, damals habe ich nicht im Traum daran gedacht, fünf Jahre später in den Bundestag einzuziehen. Aber das meine ich mit politischem Wandel und Planbarkeit. Wenn die Menschen einem im Laufe der politischen Arbeit das Vetrauen schenken, muss man bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Wichtig ist aber, stets Bodenhaftung zu bewahren.” Politik sei eine Sache, die man nicht lange im voraus planen könne, sagt der glückliche Wahlsieger. Noch gestern Abend reiste er mit den gewählten CDU-Kandidaten aus der Umgebung nach Berlin. Untereinander wolle man ein Netzwerk aufbauen.

SPD ist enttäuscht

Ganz anders fiel die SPD-Wahlanalyse aus. Natürlich war er enttäuscht, der heimische SPD-Bundestagskandidat Dr. Karsten Rudolph. „Andererseits habe ich die Wahl aber auch realistisch gesehen. Die Ergebnisse der Europawahl und auch die Umfragen machten deutlich, dass es sehr schwer werden würde”, meinte das Mitglied des SPD-Ortsvereins Brilon. Jetzt werde er sich wieder ganz der Landespolitik widmen. "Und macht ja auch viel Spaß." 

Richtungswechsel

In Sachen Zweitstimmen habe der Wähler eine klare Richtungsentscheidung getroffen, so Rudolph weiter. „Wir müssen nun vom Tiefpunkt aus starten und uns in der Opposition programmatisch und personell erneuern.” Für die Partei gelte es, den Spannungsbogen zu schaffen zwischen Innovation und Gerechtigkeit. Rudolph warnte aber davor, Personen voreilig zur Disposition zu stellen.

Auf andere Gedanken kommen und über die Kirmes gehen wollte Dirk Wiese, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Brilon, gestern Morgen. „Das war ein katastrophales Wahlergebnis. Das muss jetzt in Ruhe aufgearbeitet werden. Was die Partei jetzt aber überhaupt nicht braucht, sind innere Streitereien."

Verpasst den Einzug in den Bundestag: Dr. Karsten Rudolph.

Doch woran lag es, dass die SPD so schlecht abschnitt? Die Agenda 2010 ist nach Ansicht des OV-Vorsitzenden bei den Menschen im Lande und auch bei den eigenen Wählern nicht klar genug rübergekommen. „Es fehlte die innerparteiliche Unterstützung für die Agenda. An Steinmeier hat es nicht gelegen. Er hat einen guten Wahlkampf gemacht.” Jetzt heiße es, vernünftige Oppositionsarbeit zu leisten, „auch wenn die SPD das nach Jahren erst wieder lernen muss.”

FDP-Kandidat Hans-Werner Ehrenberg hat den Sprung nach Berlin knapp verpasst. Bis zum Listenplatz 20 zogen die Kandidaten ein; er selbst stand auf Platz 23. Der Pädagoge will sich als Fraktionsvorsitzender in Sundern weiter um die Kommunalpolitik kümmern und „weiße Flecken” im HSK mit neuen FDP-Ortsverbänden füllen - zum Beispiel in Marsberg.

Thomas Winterberg u. Bernd Sangermann

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Kommentare
15.02.2010
22:20
Sensburg holt drittbestes NRW-Ergebnis
von nichtaufhohemNiveaujammern | #2

Gibt es wirklich nichts Neues? Wie lange soll dieser Artikel vom heiligen Sensburg hier noch als kostenlose Wahlwerbung stehen???

29.09.2009
08:05
Sensburg holt drittbestes NRW-Ergebnis
von Zweifelnde | #1

Mich hat er in der City von Neheim angesprochen ob er mich über die Wahl informieren darf.
Dabei hat er fast einen Bückling gemacht...
Auf mich wirkte er nicht sehr fähig große Politik machen zu können...allenfalls ein kleines Rad das
mit Blümchen in der Hand überzeugen will.

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