Q wie Quak
29.03.2010 | 14:29 Uhr 2010-03-29T14:29:00+0200
Quak - dieses Geräusch gehört fest zum Frühling.
Jedes Jahr ist Franz-Josef Klemann aus Bruchhausen im Einsatz, um Amphibien unterwegs zu ihrem Laichplatz zu schützen.
Immer im Frühjahr, gegen Ende März oder Anfang April, wandern die Tiere zum Laichen bis zu fünf Kilometer weit. Für den richtigen Zeitpunkt hat Franz-Josef Klemann mittlerweile ein Gespür entwickelt. „So 10 bis 12 Grad sind optimal. Wenn dann noch leichter Regen fällt, weiß ich: Heute Abend musst du mit der Taschenlampe raus”, erzählt der Bruchhauser.
Seit 1984 hilft er den Amphibien, die auf dem Weg befahrene Straßen überqueren müssen. Mehr als 19 000 Erdkröten, Grasfrösche, Berg- und Fadenmolche hat er bsilang gerettet. 1500 Stunden Arbeit für den Tierschutz. „Ich habe Interesse und Spaß an der Natur. Die kleinen Tiere werden oft vergessen”, so Klemann. Die Amphibien laufen entlang des Schutzzauns, den der Hochsauerlandkreis aufstellt, und fallen in Eimer. Die kontrolliert Franz-Josef Klemann regelmäßig und bringt gefangene Tiere zum Laichgewässer.
Geduld ist gefragt
Der Druchschnitt pro Frühjahr liegt bei 300 bis 400 Amphibien. In der Hauptphase schaut Klemann zwei bis dreimal pro Tag nach, ob Tiere in den Eimern auf sicheren Transport warten.
Für eine Umsiedlung braucht es Geduld: Der alte Teich bleibt umzäunt, damit dort keine Frösche und Co. mehr geboren werden. Denn sie zieht es zum Laichen immer an ihren Geburtsort. Der Löschteich des ehemaligen Sägewerks ist das neue Ziel -dort gefährdet keine Straße die Krötenwanderung. „Die Tiere kommen nach fünf Jahren das erste Mal zu Laichen.”
Von 5000 in Doppelschnüren gelegten Kröteneiern pro Weibchen erreichen dann nur rund 50 Tiere das Gewässer. „Ohne Hilfe wäre der Bestand in zwei Jahren totgefahren.”
Dabei geht es nicht nur um den Artenschutz: „Amphibien sind gut für den Garten - sie fressen das Ungeziefer”, so Klemann. Besonders effizient bei der Schädlingsvernichtung auf natürliche Weise: „Die Erdkröte - sie frisst alles, was ihr ins Maul passt.” Vor allem für das Geräusch lohne sich der Aufwand. Auch wenn es für Franz-Josef Klemann nicht wie Quak klingt, sondern „wie Glockengeläut”.
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