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P wie Pollen

29.03.2010 | 14:30 Uhr

Allergiker haben in der Heuschnupfensaison wenig zu lachen.

Dr. Henning Förster

Hatschi! Da fliegen sie wieder. Hasel, Birke und Erle schicken ihre Pollen durch die Welt, auf dass sie andere ihrer Gattung bestäuben. Leider kommen sie auf ihrem Weg auch an unseren Schleimhäuten vorbei. Und für Pollenallergiker beginnt die schlimmste Zeit des Jahres.

Die Saison beginnt: „Wenn die Bäume in Köln oder Bonn blühen, fliegen die Pollen auch hier im Sauerland schon”, sagt Dr. Henning Förster, Allgemeinmediziner aus Medebach. In seiner Praxis habe er zwar in diesem Frühjahr noch keine Pollenallergiker gehabt, doch jetzt, da es wärmer werde, gehe der Flug so richtig los. Brennende, juckende Augen, niesen und Atemnot — Allergiker machen im Frühjahr und Sommer den Vampir: Je sonniger der Tag, desto lieber bleiben sie im Haus.

Immuntherapie

Besser dran sind diejenigen, die schon im Herbst mit einer Immuntherapie begonnen haben. Förster: „Wenn die Pollen fliegen, ist das wie ein Frontalangriff aufs Immunsystem. Es ist sinnvoll, den Körper schonend an das jeweilige Allergen zu gewöhnen, also mit einer Mini-Dosis anzufangen und diese über drei Jahre langsam zu erhöhen.”

Wer sich jetzt noch schnell pollenresistent machen lassen möchte, kann dies dank neu entwickelter Stoffe immer noch tun. „Es gibt Kurztherapien und auch saisonale Möglichkeiten, auch in Tablettenform”, so Förster. Ob eine Immunisierung während der Pollenflugzeit sinnvoll ist, muss in jedem einzelnen Fall ein Arzt entscheiden. Förster hält sich lieber ans Gewohnte: „Die vorsaisonale Immunisierung zeigt langjährige Erfolge”.

Pollen wegwaschen

Wer erst jetzt eine Allergie entwickelt hat oder bisher keine Not verspürt hat, sich immunisieren zu lassen, dem empfiehlt Förster: „Duschen.” Abendliches Abbrausen verhindere, dass man sich abends genau in die Pollen legt, die sich im Laufe des Tages an Haut und Haar festgesetzt haben. Außerdem solle man das Allergen möglichst meiden und im Akutfall Antihistamine (Allergieblocker) einnehmen.

Allgemein sieht Förster eine Zunahme der Allergiker, auch gegen andere Stoffe. „Das hängt mit den sterilen Lebensbedingungen zusammen. Die Kinder machen sich ja kaum noch schmutzig!”

Wenn eine Pollenallergie einmal eingetreten ist, sollten Eltern die Kinder natürlich nicht den ganzen Tag in den Garten schicken. Bei gesunden Kindern (und Erwachsenen) hingegen gilt: Raus an die frische Luft und keine Angst vor Schmutz — dann immunisiert sich der Körper ganz von selbst.

Linda Fischer

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