O wie Osterlamm
29.03.2010 | 14:31 Uhr 2010-03-29T14:31:00+0200
In Düdinghausen kommen Osterlämmer ungeschoren davon.
Das Leben erwacht nicht nur auf den Wiesen, sondern auch in den Ställen wie dem von Hans-Dieter Gerbracht in Düdinghausen. 24 Lämmer zählt der Hobbyzüchter bislang. Ein paar Tiere lassen noch auf sich warten.
Bei Hans-Dieter Gerbracht kommen die kleinen Osterlämmer ungeschoren davon. Denn der Düdinghauser setzt seit zwei Jahren auf eine neue Schafrasse namens „Nolana”, was „ohne Wolle” bedeutet (Info: www.nolana-sauerland.de). Glattes, braunes Fell unterscheidet sie deutlich von anderen Rassen, die sein Vater seit dem ersten Schafkauf im Jahr 1970 gezüchtet hat. „Die Tiere müssen nicht mehr geschoren werden, sie stoßen ihr Winterfell auf natürliche Weise wieder ab”, erklärt er.
Das dicke Wollvlies der typischen Schafrassen züchtet er durch Kreuzungen mit den Nolana-Haarschafen weg. In seinem Stall wachsen derzeit auch einige der Mischlinge - mit braunem Wuschelpelz - heran.
Ein reines Nolana-Lamm hingegen ist das Flaschenkind Fiola - der einzige Nachwuchs im Stall mit einem eigenen Namen. „Die Mutter bekam Zwillige und nahm eins nicht mehr an.” Nun muss Milch zugefüttert werden, während die anderen Lämmer vier Monate lang von ihren Müttern gesäugt werden. Im Gegensatz zu den anderen Lämmern hat Fiola keine Scheu, sondern nähert sich zutraulich und stupst Besucher neugierig an. Wenn die Schafe wieder auf den Wiesen weiden, erfeuen die junge Tiere vor allem Spaziergänger. „Aber nicht füttern”, bittet Gebracht.
Bis dahin hat er aber noch einiges zu tun. Die Lammzeit begann in diesem Jahr am 20. Februar und dauert noch knapp zwei Wochen, schätzt der selbstständige Industriekaufmann. Vier bis fünf Mal am Tag schaut er derzeit bei seinen Osterlämmern vorbei. „Das ist eine anstrengende Zeit, aber es ist einfach schön, die Tiere zu sehen. Das ist Belohnung genug.”
Leider können nicht alle Lämmer in der Herde bleiben - sie werden entweder als Zuchttiere oder als Osterlamm weiterverkauft. Auch Familie Gerbracht isst gerne Lamm - nicht nur zu Ostern. Aber eins steht schon jetzt fest: Fiola bleibt definitiv in Düdinghausen. Das Flaschenkind ist vor allem dem neunjährigen Sohn Niklas ans Herz gewachsen.
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