Das aktuelle Wetter Brilon 6°C
Bundesschützenfest Brilon

Neuer Bundeskönig hat Schützenblut in den Adern

18.09.2010 | 20:17 Uhr
Neuer Bundeskönig hat Schützenblut in den Adern
Der entscheidende Schuß ins Glück!

Brilon.Major Hans-Werner Beule von der Briloner St.-Hubertus-Schützenbruderschaft hielt die kürzeste und trotzdem die beste und prägnanteste Rede, die je von den Stufen des altehrwürdigen Briloner Rathaus die Menschen erreichte: „Ich freue mich, dass Ihr da seid. Bleibt recht lange!“Mehr ist zum gelungenen Aufgalopp des 21. Bundesschützenfestes des Sauerländer-Schützen-Bundes (SSB) nicht zu sagen.

Sogar Petrus spielte am Samstag mit und ließ die Schleusen dicht, sowohl bei der Begrüßung der zahlreichen Gastvereine auf dem Marktplatz als auch beim spannenden Vogelschießen auf dem Schützenplatz.

Und so hat das schöne Wetter wohl auch ein bisschen dazu beigetragem, dass der 24-jährige Johannes Schwarze von der St.-Ludgerus-Schützenbruderschaft in Alme ein scharfes Auge, eine sichere Hand und das nötige Quäntchen Glück hatte, um neuer Bundesschützenkönig des SSB zu werden. Ihm zur Seite steht als Bundeskönigin Elena Pingel. Sowohl der neue König als auch seine Herz-Dame sind echtes Almer Urgestein. Beide Familien haben Namen, die aus dem Schützenwesen nicht wegzudenken sind.

Video
13.000 Schützen, 100 Musikkapellen und 245 Vereine waren dabei beim Festzug des 21. Bundesschützenfestes am 19. September in Brilon.

Der sympathische gelernte Dachdecker und jetzt bei der Firma Puris beschäftigte junge König hat richtiges Schützenblut in den Adern. Nicht nur, dass er heuer in seinem Dorf den Vogel von der Stange holte. Nein! Auch sein Vater Heinrich steht den Ludgerusschützen schon seit vielen Jahren nah. Und Elena Pingel? Mein Gott, da reichen die Zeilen kaum. Opa Josef ist amtierender Kaiser. Vater Markus ist Königsadjutant und ehemaliger König. Wie man sieht: Dieses Bundeskönigspaar passt auf der ganzen Linie.

14 Könige aus den unterschiedlichsten Schützenkreisen standen zum Schluss noch unter der Vogelstange, bei deren Adler es ums Ganze ging. Im 8. Durchgang nach dem 114. Schuss riss Johannes Schwarze die Arme hoch. Er hatte es geschafft. Und seine Schützenkameraden aus Alme, die ihn während des Schießens stets anfeuerten, waren regelrecht aus dem Häuschen. Da lagen sich junge und alte Männer in den Armen und freuten sich wie Kinder. Aber auch die übrigen Schützen, die ihre Aspiranten stets antrieben, „das Ding da oben raus zu putzen“, gönnten es dem Almer und klatschten anerkennend Beifall.

„Waidmannsheil!“

Mit einem schmissigen „Waidmannsheil“ des Briloner Blasorchesters zog die Almer Schützenbrudeschaft mit der neuen Majestät in die Schützenhalle. Hier, im sogenannten Thronsaal, nahm das junge Paar Platz und ließ sich feiern.

Das Procedere beim Vogelschießen hatte Bundesschießmeister Hans Dümpelmann fest im Griff. Seine straffe Organisation war Garant für Sicherheit am Schießstand selber als auch beim Zeitlimit. Dümpelmann duldete keine Faxen und Verzögerungen.

Bei den drei Vorgruppen fiel auf Stand „Rot“ um 16.14 Uhr der Vogel. Sieger war Johannes Schwarze. Auf dem blauen und grünen Stand fielen die Vögel um 16.17 Uhr und um 16.18 Uhr aus dem Kasten. Sieger waren hier Klaus Walter von den Bürgerschützen aus Arnsberg und Matthias Kleine vom Schützenverein Anröchte-Klieve.

In die Endausscheidung kamen die drei Sieger der Vorrunden sowie ihre beiden Vordermänner und die beiden, die hinter ihnen geschossen hätten, also insgesamt 15 Mann. Einer jedoch zog beim Schießmeister seine Teilnahme zurück.

Bereits am Mittag trafen sich die Schützen nach einem kleinen Marsch durch die Derkere Straße auf dem Schulhof der Engelbertschule zum ökumenischen Gottesdienst. Propst Dr. Richter brachte das Bundesschützenfest auf den Punkt: „Wenn wir feiern, nehmen wir dem Paradies etwas vorweg, und zwar den Himmel auf Erden.“

Viel Lob für Organisatoren

Und auch sein evangelischer Kollege beim SSB, Superintendent i.R. Heinz-Dieter Quadbeck, rief vom Altar ins Schützenvolk: „Kinder des Tages sollen wir sein, zu Kinder Gottes, des Lichtes, sollen wir werden. Wegen des Todes Jesu Christi gehören wir auf die Seite des Lebens. Gott hat uns nicht den Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Liebe und der Hoffnung.“

SSB-Präses Richard Steilmann sagte „Danke für jedes gute Werk, das durch Euch geschieht. Denn das Schützenwesen bekommt erst wegen Eures Mittuns seinen Sinn“.

Auch Bürgermeister Franz Schrewe war vom Ablauf des 21. Bundesschützenfestes sichtlich erfreut. Viele Hände hätten mit angepackt, geplant und auch dafür gesorgt, dass die Planungen wie in einem Räderwerk zum Erfolg geführt haben. Allein schon der Ablauf am Freitag mit der Ausrichtung des Abends für den Schützennachwuchs und der Kampf um die Bundesjungschützenkönigswürde habe gezeigt, Brilon kann’s, die St--Hubertus-Schützenbruderschaft kann’s. „Wenn rd. 3 000 junge Leute friedlich bei flotter Musik Party feiern und im Zelt nebenan immerhin noch 800 Schützenbrüder und -schwestern etwas älterer Semester, dann zeuge dies von einem guten gesellschaftlichen Miteinander in Brilon.

Auch SSB-Bundesoberst Karl Jansen lobte den gastgebenden Schützenverein über den grünen Klee. Nicht nur Major Beule und seine Vorstandskollegen erreichte das Lob. Nein! Jansen machte es deutlich und nannte expressis verbis die Damen des „Arbeitskreises Blümchen“. Er sei überrascht, wozu Frauen fähig sind. Die Krone habe man wohl mit der Aussaat der Sonnenblumenkerne abgeschossen. Dem Bundesoberst stand die Bewunderung für solch kleveres Tun regelrecht ins Gesicht geschrieben. Der Mann wusste offensichtlich, wie teuer eine Ausschmückung der Halle von der Größenordnung in Brilon werden kann. Allererste Sahne! Hochachchtung! Genau das wollte er wohl den Damen vom „AK Blümchen“ mit auf den Weg geben. Übrigens: Es gab in den Vorrunden auch Frauen an der Vogelstange: Sabine Voß aus Schoneberg und Conny Nelle aus Hultrop. Und noch etwas: Dass der MGV Brilon mit Bläserbegleitung das Lied vom Guten Kameraden sang, rührte die Menschen sehr.

 

Paul Rötz

Facebook
 
Kommentare
19.09.2010
09:50
Neuer Bundeskönig hat Schützenblut in den Adern
von JimBo | #1

Mein Glückwunsch an den Bundeskönig.
Hätte mich zwar auch interessiert, wer da noch mit ins Finale gekommen ist - aber bekanntlich hat man in der Zeitung nur begrenzt Platz...

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3728304/create

Aktuelle Fotos und Videos
Autosalon Brilon
Bildgalerie
Autosalon
Krimi-Einkauf
Bildgalerie
Criminale 2012
Brilon blüht auf
Bildgalerie
Fest
Mediforum in Brilon
Bildgalerie
Gesundheit
Aus dem Ressort
Raumgestaltung im Kindergarten wichtig für Entwicklung
Erziehung
Unter dem Thema „Kinderräume - Kinderträume - sinnvolle Raumgestaltung im Kindergarten als anregungsreiche Bildungswelt“ trafen sich jetzt die Erzieherinnen der Kath. Kindertageseinrichtung St. Elisabeth in Brilon mit der Autorin des gleichnamigen Buches Silke Schönrade zu einer Fortbildung.
Feuerwehrgerätehaus in Udorf eingeweiht
Feuerwehr
„Heute ist ein wichtiger Tag für unsere Gemeinde“, sprach Ortsvorsteher Johannes Müller allen 240 Einwohnern von Udorf aus dem Herzen. Zur Einweihung des neuen Feuerwehrhauses und offiziellen Übergabe des neuen Löschfahrzeuges waren Abordnungen aller Löschgruppen im Stadtgebiet und benachbarter...