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N wie Nisthilfen

29.03.2010 | 14:32 Uhr
N wie Nisthilfen

Wie Vogelfreunde bei der Suche nach Nistplätzen helfen können.

Es ist wieder soweit: Auf der Suche nach Nistplätzen hüpfen Spatzen hier und flattern Dohlen dort, bis sie den idealen Baum, das perfekte Vogelhäuschen gefunden und gegen konkurrierende Eltern in spe verteidigt haben.

Morgens singen sie schon und markieren ihr Revier — bald machen sie sich auch auf Partnersuche: „Die Brutzeiten der Vögel werden kaum von der Temperatur bestimmt, sondern zu 80 Prozent von der Lichtintensität”, sagt Förster Gerhard Schreiber. Der Briloner Waldpädagoge rät dazu, Nistkästen möglichst bald aufzuhängen.

Zwar könne sich die Brutzeit in diesem Jahr aufgrund des langen Winters ein bisschen weiter in den April verschieben, die Vögel machen sich aber schon jetzt daran, Brutplätze zu überprüfen. „Spatzen zum Beispiel suchen zurzeit alte Nistkästen auf”, so Schreiber. Die Spatzenpopulation in Deutschland sei in den vergangenen 20 Jahren um etwa 70 Prozent zurückgegangen; Nistkästen für die kleinen Vögel können deshalb sinnvoll sein.

Es wird also höchste Zeit, die Kästen zu säubern — sind sie zu voll, werden sie von den Vögeln nicht mehr angenommen, und hygienischer ist es sowieso: In einem Nistkasten können bis zu 300 Vogelflöhe vorkommen. „Am besten, man reinigt die Kästen, wenn die Temperaturen noch tief sind.” Sprich: jetzt. Denn je kälter es ist, desto inaktiver sind die Flöhe.

Frühlings-ABC: N wie Nisthilfen: Mit Förster Gerhard Schreiber auf der Hohen Anna

An einem Nistkasten auf der Hohen Anna zeigen Schreiber und die Forstamtspraktikanten Sascha Wiegemann und Felix Krämer, wie voll ein solcher Kasten sein kann: Bis zum Einflugloch schichten sich Heu, Federn und sogar ein Hummelnest. „Zum Reinigen sollte man Einmalhandschuhe tragen und diese über den Jackenärmel ziehen, den Kasteninhalt herauskehren und verbrennen.”

Wer einen Nistkasten neu anbringen möchte, sollte einige grundlegende Punkte beachten: „Der Kasten sollte mindestens knapp über Garagentorhöhe hängen, damit die Vögel sich nicht vom Menschen gestört fühlen. Das Loch sollte auf der Südostseite liegen, denn aus Westen kommt meistens zu viel Wind, in Richtung Süden ist es zu sonnig und zu heiß.”

Gegen hungrige Katzen gibt es Stachelringe, die um den Baumstamm geschlungen werden. Hilfreich ist auch ein Nistkasten mit zwei Eingängen: Greift etwa Nachbars Minka oder ein Eichhörnchen in die eine Öffnung, bleibt den Vogeleltern die andere, um sich selbst und vielleicht sogar den Nachwuchs zu retten.

Informationen zum Nistkastenbau für die verschiedenen Vogelarten, zur Pflege und Anbringung gibt es bei dem  Waldpädagogen Gerhard Schreiber,  02961 794273 oder bei der Unteren Landschaftsbehörde in Meschede,  0291 941657.

Linda Fischer

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