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Castingshows

Karrieresuche vor der Kamera

21.01.2010 | 08:00 Uhr
Karrieresuche vor der Kamera

Altkreis. Seit einigen Jahren gibt es einen Trend im deutschen Fernsehen: Castingshows. Es werden junge Menschen gesucht, die zum Beispiel durch Singen oder Modeln den großen Durchbruch schaffen wollen. Aber wie viele Gewinner schaffen es überhaupt, Karriere zu machen?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, habe ich mir „Deutschland sucht den Superstar” und „Popstars” herausgesucht.

DSDS (Deutschland sucht den Superstar) setzt schon zur siebten Staffel an. Die RTL-Show präsentiert insgesamt sieben Castings, drei Recalls und zwölf Mottoshows, die jeweils unter einem anderen Thema stehen. Am Ende wird unter allen teilnehmenden Sängern ein Superstar gekürt. Die Zuschauer rufen für ihren Favoriten an und der Kandidat mit den wenigsten Anrufen (Stimmen) wird rausgeworfen.

Die Sprüche von Dieter Bohlen finde ich gemein und „unter aller Sau”. Sechs Staffeln sind für mich genug und die Gewinner oft schon nach wenigen Wochen vergessen.

Ähnlich läuft es bei der Pro7-Show „Popstars”. Detlef D.! Soest sucht jede Staffel eine andere Sängerkonstellation: Zum Beispiel eine Girl- oder Boyband, eine gemischte Band mit Tänzern oder - wie letzte Staffel zu sehen war - ein Duo. Den Kandidaten wird viel geboten: Sie müssen performen, Songs lernen und haben die Chance, berühmte Sänger und Bands zu treffen, die sie auf ihre „Karriere” vorbereiten. In dieser Sendung entscheidet eine Jury, die aus Detlef D.! Soest und zwei weiteren Personen besteht, wer gewinnt. Ich finde neun Staffeln „Popstarsgeschichte” sind genug, denn langsam langweilt es mich. Das letzte Gewinner- Dou „Some & Any” hat bislang mit dem ersten Album keinen Erfolg erzielt. Es gibt sogar schon Gerüchte, dass die Sänger gegen die zweitplatzierten ausgewechselt werden sollen, was fies für die Erstplatzierten wäre.

Sido, ein deutscher Rapper, der in der letzten Staffel als Juror dabei war, berichtete in einem Interview: ,,Ich habe meine Arbeit eigentlich nicht so gerne gemacht, denn es stand von Anfang an fest, wer weiterkam und wer nicht. Während die Kandidaten bei den Castings vorgesangen, war unter dem Tisch eine Ampel, die je nach Farbe entschied, ob der Gesang gut war oder nicht. Um die Kandidaten nicht zu enttäuschen, habe ich mich immer zurückgehalten und absichtlich gute Kritiken gegeben. Doch D.! hat dies dann immer wieder gewendet.” Nach diesem Interview hat Sido an keiner weiteren Staffel teilgenommen.

Ich finde, so etwas sollte man verbieten. Für mich ist das eine Form von Betrug! Gut an Castingshows ist allerdings, dass manche Ausnahmetaltente, wie zum Beispiel Mark Medlock (Staffel 4), Daniel Schuhmacher (Staffel 6) und die Band „Monrose” den Weg zum Erfolg gefunden haben.

Fazit für mich: Auch wenn bei den Castingshows sicherlich mehr oder weniger manipuliert wird, erwische ich mich trotzdem manchmal dabei, dass ich doch wieder einschalte.

Sophia Stemmer

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