Gutachter suchen nach Ursache für Explosion in Brilon
08.02.2010 | 14:56 Uhr 2010-02-08T14:56:00+0100
Brilon. Wie konnte der Thermo-Ölkessel bei der Firma Egger in Brilon explodieren und drei Menschen in den Tod reißen? Dieser Frage gehen Experten derzeit nach. Nach dem Unglück stehen die Mitarbeiter immer noch unter Schock.
Bei der Explosion in einem Thermo-Ölkessel des Spanplattenwerks waren am Freitagmittag drei Männer ums Leben gekommen.
„Die Sachverständigen sind vor Ort. Vielleicht müssen auch Teile des Kessels ausgebaut werden, um die Unglücksursache exakt zu ermitteln”, sagte Oberstaatsanwalt Werner Wolff auf Anfrage der WP. Es gehe darum, die in jederlei Hinsicht hieb- und stichfesten Gründe für das Unglück herauszufinden. „Und falls zwei Experten nicht reichen sollten, werden wir auch noch weitere Fachleute zu Rate ziehen. Es handelt sich um eine technisch sehr komplizierte Angelegenheit, die da stattgefunden hat”, so Wolff weiter.
Komplexe Technik
Das Ergebnis habe schließlich möglicherweise auch strafrechtliche Folgen. Einer der Experten vor Ort sei Spezialist für Brandentstehungen; der andere kenne sich mit Heizkesseln aus. „Vielleicht werden wir eine Pressekonferenz einberufen, um das Ergebnis vorzustellen. Unter Umständen braucht man Schaubilder, um das zu erklären.” Wann das sei, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, so Wolff.
Auch das Amt für Arbeitsschutz hat eigene Experten an den Unglücksort geschickt. Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung: „Bis ein Ergebnis vorliegt, kann es noch einen Zeitraum X dauern. Der Explosionsgrund liegt nicht auf der Hand. Wir werden auf jeden Fall noch einen weiteren Gutachter hinzuziehen.” Das Amt für Arbeitsschutz müsse das Unglück aus fachlicher Sicht beurteilen. „Wir müssen zum einen sehen, was die Ursache war. Und wir müssen darüberhinaus Schlüsse daraus ziehen. Was muss getan werden, wo muss etwas verschärft oder verbessert werden, damit so etwas nie wieder passiert.”
Gedenkgottesdienst
Beim Spanplattenwerk Egger tragen die Firmenfahnen Trauerflor. Nach dem Unglück stehen die Mitarbeiter immer noch unter Schock. Erst nach und nach wird immer bewusster, was für ein schreckliches Unglück dort geschehen ist. Firmeninhaber Michael Egger aus Tirol wird in dieser Woche in Brilon erwartet. Der Besuch sei ihm eine Herzensangelegenheit, sagte Firmensprecher Mattias Keuthen. Im Briloner Werk sollen Kondolenzbücher ausgelegt werden, damit jeder Mitarbeiter seine Anteilnahme und seine Gefühle nach dem Unglück zum Ausdruck bringen kann. Außerdem möchte die Firma unabhängig von den Beerdigungen einen Gedenkgottesdienst feiern. Ort und Termin dafür stehen noch nicht fest.
14:05
Es ist jetzt 3 Monate her. 3 Monate! Und es gibt noch keine Erkenntnisse,wieso drei Menschen sterben mussten?? Das kann nicht war sein.