Die Schneemassen und die Folgen
03.02.2010 | 17:59 Uhr 2010-02-03T17:59:00+0100
Altkreis. Schnee, Schnee, nichts als Schnee! Die geballte Ladung weißer Massen bringt viele Probleme mit sich: Im Straßenverkehr, an Gebäuden im Wald und überhaupt.
„Die Schneehöhe beträgt aktuell 1,10 Meter. Das ist nicht ungewöhnlich viel für diese Zeit. Und die Temperaturen liegen bei minus drei Grad”, sagte Reinhard Koch, Wetterbeobachter am Kahlen Asten. Wer nicht gerade mit dem Auto unterwegs sein muss, würde von einer jahreszeitlich bedingten Erscheinung sprechen. Doch die kommt diesmal knüppeldick. In Brilon-City einen geräumten Parkplatz zu finden, gleicht der Suche nach dem Schatz im Silbersee.
Dächer geräumt
Auch die Schneemassen auf den Dächern bereiteten Sorgen: Das Briloner Hallenbad, die Heinrich-Lübke-Schule und die Turnhalle in Scharfenberg wurden gestern geräumt. Die Briloner Vierfachturnhalle ist seit Dienstagabend gesperrt und bleibt es vorerst.
Auch das Petrinum und die Eduard-Pape-Schule bleiben heute geschlossen. Auf den Dachkonstruktionen über Aula und Pausenhof liegt der Schnee rund 1,20 Meter hoch. „Wir räumen alle Dächer, bei denen es möglich ist”, sagte Harald Balkenhol, Abteilungsleiter Gebäudemanagement der Stadt. Viele Dachdecker schaufelten die Dächer von Kindergärten und Co. frei.
Lawinen gebannt
Bei der Ratschänke in Brilon holte die Feuerwehr gestern eine drohende Dachlawine kontrolliert herunter. „Das ist kostenpflichtig”, betonte Marcus Bange vom Ordnungsamt. Aber nicht nur die weiße Last beschäftigt die Feuerwehr: „Wir kontrollieren auch Privathäuser auf gefährliche Eiszapfen”, sagte Bange. Wenn sie zu lang sind und auf Passanten fallen können, müssen sie ab. Am Briloner Rathaus mussten die Eisspitzen erneut abgeschlagen werden. „Hauseigentümer sollten Eiszapfen und Schneeüberhänge entfernen”, bittet Bange.
Wer Gefahrenstellen sieht, kann diese weiterhin beim Briloner Ordnungsamt unter 794216 melden.
„Von Dienstag auf Mittwoch hatten wir 23 Unfälle und einige Verletzte”, meldet Polizeisprecher Udo Heppe für den HSK. Die Kreisstraße 75 von Winterberg nach Altastenberg war gestern stundenlang wegen Schneebruchs gesperrt. Die Feuerwehr musste raus. Die B 236 zwischen Albrechtsplatz und Hoheleye ist ab sofort für voraussichtlich zwei Tage wegen umgeknickter Bäume dicht. Ebenfalls zu - allerdings wegen Schneeverwehungen - war vorübergehend die Kreisstraße 69 zwischen Essentho und Meerhof.
Verwehungen
Apropos Verwehungen: Zu einem eher untypischen Winterunfall kam es gestern Morgen auf der Straße „Am Drübel” in Brilon. Ein 40-jähriger Anwohner war mit der Schneefräse unterwegs und blies den Neuschnee vom Gehweg in Richtung Straße. Zwei Pkw-Fahrern nahm er damit die Sicht, beide reagierten mit einer Vollbremsung. Dabei fuhr eine 40-Jährige auf den Wagen eines 50-Jährigen auf . Schaden: etwa 3000 Euro.
Der Stadtforstbetrieb Brilon hat den Stadtwald für Spaziergänger und Skifahrer bis auf Weiteres gesperrt. „Durch den massiven Schneefall vom Dienstag besteht ein erhöhtes Risiko, dass Äste wie Glas abbrechen und herunterfallen”, sagt der Leiter des Forstbetriebes, Dr. Gerrit Bub. „Wir bitten die Bevölkerung, die Gefahren im Wald nicht zu unterschätzen und sich an die Sperrung zu halten. Mögliche forstwirtschaftliche Schäden durch die Schneelast könne man jetzt noch nicht absehen, so Dr. Bub. Innerhalb des Stadtwaldes gebe es sogenannte Nass-Schneezonen wie z.B. unterhalb des Hohen Eimbergs, wo durch das Schneegewicht Baumspitzen abbrechen könnten.
Wenig Schüler
Beim Berufskolleg in Olsberg blieb gestern mehr als die Hälfte der Schüler zu Hause. „Wir haben viele volljährige Schüler, die mit dem Pkw kommen. Aber dass soviele fernbleiben, haben wir noch nie erlebt”, sagte Studiendirektor Gerd Krüger. Selbst einen Tag nach Kyrill, als die Halbjahreszeugnisse ausgegegeben wurden, seien die Reihen nicht so leer gewesen.
Dort, wo Klassenräume unter Flachdächern seien, habe man die oberen Etagen geräumt. „Bis zur zweiten großen Pause war noch regulärer Unterricht. Dann konnten die Kollegen entscheiden, ob sie weitermachen. Denn wenn zuviele Schüler fehlen, muss der ganze Stoff eh nachgeholt werden.”
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