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Kleine Päckchen sollen ein bisschen Freude bringen Arbeitskreis für Toleranz und Zivilcourage engagierte sich für ehemalige Zwangsarbeiter

04.12.2007 | 17:40 Uhr
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Bad Berleburg. ...

... (mb) "Einfach eine Freude schenken und zeigen, dass es hier Menschen gibt, die an jemanden denken", Gisela Weissinger vom Arbeitskreis für Toleranz und Zivilcourage brachte am Montag auf den Punkt, was sie und fünf weitere Menschen mit ihrer Weihnachtspäckchenaktion bezwecken möchten.

Vor einem Jahr hatten die Bad Berleburger über die Stiftung "Erinnerung-Verantwortung-Zukunft", die unter anderem Niederlassungen in Tschechien und der Ukraine hat, Adressen von ehemaligen Zwangsarbeitern herausgefunden, die im Krieg in Wittgenstein arbeiten mussten. "Diese Menschen haben wir dann nach Bad Berleburg eingeladen, damit sie hier von ihren Eindrücken erzählen konnten", erinnert sich Gisela Weissinger.

Alle konnten nicht mehr nach Bad Berleburg zurückkommen, viele sind krank und pflegebedürftig. Aber sechs ehemalige Arbeiter kamen der Einladung nach, insgesamt 16 haben sich gemeldet und Fragebögen ausgefüllt. "Einigen fiel es schwer, über das Erlebte zu reden, aber hinterher waren sie auch erleichtert und froh, dass sie es mal loswerden konnten", so Weissinger.

An alle, zu den auf diese Weise Kontakte geknüpft worden waren, verschickte der Arbeitskreis Weihnachtspäckchen mit Kaffee, Tee, Schokolade, Backwaren und anderen kleinen Geschenken. "Die Menschen haben sich sehr darüber gefreut und die Päckchen sind sehr gut angekommen", freuten sich die Verantwortlichen am Montag im Haus von Ferna Kreuger, wo sie sich trafen, um erneut Päckchen zusammenzustellen. Liebevoll bestückten sie die Postpakete mit allerlei Dingen, die bei uns zum Alltag gehören, die sich aber in der Ukraine, Polen und Weißrussland nicht jeder leisten kann.

"Wir wollen damit nicht den Lebensstandard erhöhen. Das können wir auch gar nicht. Wir wollen nur ein wenig Freude schenken", machten die Damen um Dr. Gerda Achinger, Gisela Weissinger und Ferna Kreuger klar. Normalerweise gehören auch Martina Schady-Singmann, Natalia Praedel und Johannes Weissinger mit zum Arbeitskreis, die waren aber am Montag verhindert.

"Eine gute Woche braucht ein Paket von Bad Berleburg bis nach Weißrussland oder in die Ukraine", wussten die Damen noch vom letzten Jahr. Das Porto ist mit 8 Euro für Polen und 13,60 Euro für die Ukraine auch nicht gerade günstig. Die 16 Pakete, die jeweils nur zwei Kilo wiegen dürfen, enthalten weihnachtliche Leckereien, die aus Spenden finanziert wurden.

Erneut einladen kann der Arbeitskreis die ehemaligen Zwangsarbeiter nicht: "Dafür reicht die Zeit nicht mehr. Sie sind sehr alt und zum Teil schwer krank. Das würden sie nicht mehr schaffen", bedauert Gisela Weissinger.

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2007-12-04 17:40
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