Hoffnung für die HGC-Kliniken?
19.04.2010 | 11:16 Uhr 2010-04-19T11:16:00+0200Bad Laasphe. „Vorsichtig positiv” sehe man seitens der Volksbank Mittelhessen der für Ende April anberaumten 2. Gläubigerversammlung der HGC-Kliniken entgegen, so die Einschätzung des Bankvorstandes Rainer Staffa zu Beginn der Mitgliederversammlung im Haus des Gastes.
„Wir sind mit viel Herzblut in dieser Angelegenheit engagiert und stellen uns besonders im Interesse der Arbeitnehmer und deren Familien unserer Verantwortung. Sie wissen, dass wir bereits vor Monaten umfangreiche Stützungsmaßnahmen beschlossen hatten, die uns zuversichtlich stimmten. Gewisse Manipulationen machten die Situation jedoch noch schwieriger und führten schließlich im Dezember 2009 in die Insolvenz der Häuser Emmaburg-Klinik und Schlossbergklinik.”
Seit diesen Tagen habe die Volksbank Mittelhessen in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Laasphe, der Insolvenzverwalterin Dr. Sabine Feuerborn und HGC-Geschäftsführer Dr. Dietmar Herberhold Gespräche mit zwölf potentiellen Investoren geführt: „Die Frage ist, wer von ihnen nimmt das für eine Rettung benötigte Geld in die Hand?” Dass man in dieser Situation an einem Strick zieht, bestätigte Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann am Rande der Versammlung: „Das Engagement der Volksbank in dieser schwierigen Situation ist äußerst lobenswert. Wir alle hoffen, dass in einigen Tagen die Gläubigerversammlung im Sinne unserer Stadt und der betroffenen Beschäftigten die richtige Entscheidung trifft.” Denn allein dort liegt die Entscheidung über die Zukunft der beiden Häuser.
Erstaunlich positive Bilanz
Mit einer für die schwierige Wirtschaftslage erstaunlich positiven Bilanz leitete Rainer Staffa dann in die Tagesordnung über. Wachstumsraten im Kreditgeschäft und im Einlagenbereich belegten die erfolgreiche Arbeit der mitgliederstärksten deutschen Volksbank. Ein Fachorgan hatte Ende des vergangenen Jahres resümiert, 2009 werde als das „Pleiten-, Pech- und Pannenjahr” in die Geschichte eingehen. 19 Banken hätten staatliche Hilfsmaßnahmen in Anspruch genommen und beim Sonderfonds für Finanzmarktstabilisierung (Soffin) Unterstützung beantragt. Die Volksbank Mittelhessen gehöre nicht dazu, hob Rainer Staffa hervor: „Wir haben unser gutes Ergebnis aus eigener Kraft erzielt.” Man wirtschafte nachhaltig solide und im Sinne der Region. Diesen Weg werde man auch im Jahr 2010 weiter beschreiten. Die Bank wird der Vertreterversammlung Ende April vorschlagen, eine Dividende von 7 Prozent an die Mitglieder auszuschütten.
124 Geschäftsstellen und 189 Geldautomaten stehen den insgesamt 353 000 Kunden und Mitgliedern zur Verfügung. Im Jahr 2009 förderte die Bank über 750 Vereine sowie soziale und gemeinnützige Einrichtungen mit Spenden und Sponsoringmitteln in Höhe von 981 600 Euro.
Bad Laaspher Zahlen
Filialbereichsleiter Erich Feige stellte anschließend die Bad Laaspher Zahlen zum 31. 12. 2009 vor. Vierzehn Mitarbeiter betreuen 2488 Mitglieder und 4283 Kunden. Die Kundenkredite beliefen sich auf 60,8 Mio Euro, dem standen Kundeneinlagen von insgesamt 59,6 Mio Euro gegenüber. Außerdem informierte er über aktuelle Themen wie das Bürgerentlastungs- und das Wirtschaftswachstumsgesetz sowie über besondere Geldanlageformen.
Mit der silbernen Ehrennadel des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes wurden Erich Acker und Adolf Strackbein für 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Anschließend nahm das Vokalensemble „Five Gentlemen” die Zuhörer mit auf eine Zeitreise in die Goldenen Zwanziger.
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