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Diese Kombination der Instrumente überrascht

07.05.2007 | 22:25 Uhr

Bad Berleburg. (cw) Die wohl ungewöhnlichste Instrumentenkombination, die Zuhörer der Bad Berleburger Schlosskonzerte je zu Gehör bekommen haben, boten jetzt die drei Musiker Andreas Hofmeir, Andreas Mildner und Hinrich Alpers des Ensembles TuHaPi. Der Un

Die Harfe Die drei sind Stipendiaten des Förderprojektes des Deutschen Musikrates "Bundesauswahl Konzerte junger Künstler", das junge deutsche Solisten und Kammermusikensembles fördert. Als Solist gab jeder einzelne eine klangvolle Hörprobe seines instrumentalen Könnens. Den Einstieg machte der 1984 in Schweinfurt geborene Harfinist Andreas Mildner. Mit dem Italienischen Konzert in der Fassung für Harfe von J.S. Bach entführte Mildner die Zuhörer mit zarten Tönen auf einen Spaziergang durch die Zypressenhaine der Toskana. Er entlockte dem ältesten Instrumentengattung der Welt wundervoll harmonisch gezupfte Klänge.

Ganz anders und mehr Aufmerksamkeit erfordernd, folgte das zweitälteste Instrument nach dem Saxophon, die Tuba. Die Kompositionen, auch die Soli für dieses Instrument, sind für den Konzertbesucher völliges Neuland. Gewöhnungsbedürftig, aber nicht uninteressant, erscholl der "Tea for Tuba" des in Dänemark sehr bekannten und beliebten Komponisten Ib Nörhholm (geb. 1931). Eigentlich, so lässt der Titel vermuten, ein Stück für zwei Instrumente. Der Komponist bringt das Erscheinungsbild von Schizophreniepatienten mit streckenweise schmerzlichen Klängen und vergeblich nach Harmonie suchenden Menschen zum Ausdruck. Von der Lethargie bis zur Aggression ist kein Ausweg zu finden, einzig bleibt die Flucht in den Alkohol, bis der Schizophrene klagend zusammensackt und schließlich verendet. Mit irrer, wirrer Körpersprache, himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt, entlockte Andreas Hofmeir dem Publikum so manchen Lacher, als Kabarettist, der er auch noch nebenbei in Ingolstadt mit seinem Programm "Das Wunder von fern" ist, keine große Kunst.

Tuba und Piano In der Komposition Sonata for Tuba und Piano von Trygve Madsen (geb. 1940) sucht der Zuhörer vergeblich nach dem harmonischen Zusammenpassen beider Instrumente. Mal ist das eine, mal das andere zu laut - ein Konkurrenzkampf der keine großen Begeisterungsstürme auslöste. Absolut konträr dann die Robert Schumannschen Symphonischen Etüden für Klavier op. 13 gespielt von Hinrich Alpers.

Wie Glenn Gould Der 26-Jährige widmete sich seinem Instrument mit völliger Hingabe. Der kanadische Pianist Glenn Gould war offensichtlich das große Vorbild. Mit gekrümmter Wirbelsäule und gesenktem Kopf spielte er mal physisch distanziert, als drücke er das Instrument von sich weg, dann wiederum zog er sich heran und umarmte es regelrecht, ganz im Schumannschen Sinne, die psychische Unausgewogenheit des Komponisten wiedergebend. Eine hervorragende Leistung.

Den Abschluss der außergewöhnlichen musikalischen Darbietungen bildeten zwei sehr moderne, aber von Andreas Hofmeir so unterschiedlich wie Mann und Frau bezeichnete Werke von Gisbert Näther (geb. 1948) und Jörg Duda (geb. 1968), die eigens für Andreas Mildner und Andreas Hofmeir entstanden. Hier wird der Zuhörer fündig in Sachen Harmonie. "Mit diesen Stücken", so eine Stimme aus dem Publikum, "kann man etwas anfangen."

Am besten, man belässt die drei Instrumente trotzdem als Solo-Instrumente. Als Solisten haben die Musiker eine herausragende Leistung erbracht.


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