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Der Ermordeten gedacht

09.11.2007 | 17:55 Uhr

Erndtebrück. (hal) " Hitler war daran Schuld. Er hat sie gehasst", so Joshua Hoett, gestern Morgen unmittelbar vor der Gedenkveranstaltung an der Tafel, die an die zehn von den Nazis umgebrachten Erndtebrücker jüdischen Glaubens erinnert.

Dass vor genau 69 Jahren überall in Deutschland Synagogen brannten, wusste Rene? Schlabach zu berichten. Beide Schüler der Klasse 4a der Grundschule Erndtebrück hatten sich gemeinsam mit ihrem Lehrer Dieter Simon auf die Gedenkstunde vorbereitet und sich unter anderem Gedanken zu Toleranz, Glauben oder Hilfsbereitschaft gemacht. Diese Sätze wurden gestern im Beisein von Haupt- und Realschülern, einigen Eltern sowie Ratsmitgliedern verlesen: Mut ist beispielsweise für Alina, wenn du dich traust etwas zu tun, was du vorher noch nie gemacht hast. Toleranz ist, wenn Menschen, die sich eigentlich gar nicht mögen, trotzdem Achtung vor einander haben, hatte beispielsweise Andreas zu Papier gebracht.

Anschließend wurden die Namen der zehn in Konzentrationslagern oder Ghettos ermordeten Erndtebrücker Juden verlesen, angefangen von Ingeborg Elenore Simon bis hin zu Friederike Dickhaut. Parallel dazu legten die Schülerinnen zehn gelbe Rosen vor die Gedenktafel.

Zuvor hatte Dieter Simon an die Geschichte der Juden in Wittgenstein errinnert. In Erndtebrück gab es keine eigenständige jüdische Gemeinde, da die Zahl zu gering war. Die Juden besuchten die Gottesdienste in Laasphe und beerdigten dort auch ihre Toten. Bei den Pogromen am 9. und 10. November 1938 wurde mehr als 100 Menschen getötet und viele Tausend in Konzentrationslager gesteckt, so Dieter Simon.



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