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SPD-Stratege Jürgen Meise hört auf

30.12.2008 | 18:52 Uhr

Attendorn. Bei den Attendorner Sozialdemokraten vollzieht sich mit der Kommunalwahl im nächsten Juni ein tiefgreifender Wandel. Nicht nur, dass sie mit dem ausscheidenden Bürgermeister Alfons Stumpf ihr absolutes "Zugpferd" verlieren. ...

... Auch Jürgen Meise, mehr als drei Jahrzehnte kongenialer Partner Stumpfs und Chefstratege der SPD, kandidiert nicht wieder für die Stadtverordnetenversammlung. Das teilte gestern das Nachfolger-Duo der beiden, Fraktionsvorsitzender Kai-Uwe Gehrke und der designierte Bürgermeisterkandidat Uwe Beul, mit. Bei einer Mitgliederversammlung des SPD-Stadtverbandes am Sonntag um 16 Uhr im Stadthallenrestaurant werden die Kandidaten für die Kommunalwahl aufgestellt.

Jürgen Meise zog mit Alfons Stumpf 1975 in die Attendorner Stadtverordnetenversammlung ein. Beide prägten schnell die Politik der SPD in der Hansestadt. Meise war 26 Jahre lang Vorsitzender der SPD-Fraktion und hat deren, und damit die Attendorner Politik maßgeblich mit "großem täglichen Fleiß, dem Gespür dafür, was die Menschen denken, taktischem Geschick, der Fähigkeit zum Kompromiss und glänzender Rhetorik", wie Uwe Beul betonte, beeinflusst.

"Ohne das Gespann Stumpf/Meise stände die Attendorner SPD nicht da, wo sie heute steht", zog Beul verbal den Hut vor Jürgen Meise, von dem sein Nachfolger Kai-Uwe Gehrke zugibt, eine Menge gelernt zu haben. Unter dem Slogan "Attendorn: Hier ist Zukunft" wollen Gehrke und Beul die erfolgreiche politische Arbeit der Attendorner SPD als Gespann fortführen. Während Uwe Beul am Sonntag endgültig zum Bürgermeisterkandidaten gewählt werden soll, bewirbt sich Kai-Uwe Gehrke, obwohl er am 1. Mai kommenden Jahres seinen Dienst als Beigeordneter in der Gemeinde Kirchhundem antritt, erneut um ein Stadtratsmandat in Attendorn und würde, "wenn mich die neue Fraktion denn will", auch weiter als Fraktionsvorsitzender arbeiten. "Dem steht nichts im Wege", so Gehrke, der glaubt, die damit verbundene Zeit- und Arbeitsbelastung stemmen zu können.

Auch Uwe Beul bewirbt sich um ein Ratsmandat und könnte im Wahlkreis I auf seinen CDU-Bürgermeister-Konkurrenten Dieter Hundt treffen, der dort bei der letzten Kommunalwahl angetreten ist. Beul ist optimistisch, was seine Chancen bei der Bürgermeisterwahl angeht. "Wenn ich die 40 Prozent, die ich als Bundestagskandidat geholt habe, erneut holen kann, habe ich gute Chancen", erklärt er, auch mit Blick auf den dritten Kandidaten Wolfgang Hilleke.

Neben Jürgen Meise Werden mit dem Ennester Helmut Hüren und Erika Becker zwei weitere "ältere Semester" aus den Stadtrat ausscheiden. Mit Uli Bock (Ennest), Jürgen Tischbiereck (Ihnetal), Günter Schulte (Helden), Inga Isphording (Attendorn) und eventuell Dirk Schürmann (unteres Repetal) hofft die SPD, gute und zugkräftige neue Kandidaten gefunden zu haben, um ihren Stimmenanteil ausbauen und "vielleicht ein Mandat mehr" holen zu können, so Uwe Beul.

Von Peter Plugge

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