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Politik

Gesamtschule für Finnentrop

18.10.2011 | 19:39 Uhr

Finnentrop.Zu Beginn der gestrigen Sitzung des Finnentroper Gemeinderates wurde Jens Nagel (SPD) als neuer Gemeindeverordneter für den ausgeschiedenen Kai Hoffmann verpflichtet. Er wurde Zeuge zweier für das Finnentroper Schulwesen wegweisender Entscheidungen.

Zum einen wurde der Gründung einer Verbundschule aus den drei bisher selbstständigen Grundschulen Lennetal (Rönkhausen), Christine Koch (Bamenohl), die formal aufgelöst werden, und Gutenberg (Finnentrop), die Stammschule und damit Namensgeberin wird, beschlossen.

Noch bedeutsamer dürfte aber der bei einer Gegenstimme von Bernadette Gastreich (CDU) gefasste Tendenzbeschluss für die Errichtung einer Gesamtschule in Finnentrop sein. Diese könnte bereits zum Schuljahresbeginn 2012/13 an den Start gehen. Sie wäre die erste im Kreis Olpe und hätte die schrittweise Auflösung von Haupt- und Realschule zur Folge.

Zuvor hatte Bürgermeister Dietmar Heß die Ergebnisse von Gesprächen mit der Bezirksregierung in Arnsberg, aber auch mit den Leitungen von Haupt- und Realschule referiert. „Der Errichtung einer Gesamtschule standen beide Schulleitungen ausgesprochen offen gegenüber“, heißt es in einer aktuell vorgelegten Sitzungsvorlage. Gerade dieses Ergebnis habe die CDU-Fraktion „mit großem Wohlwollen“ zur Kenntnis genommen, erklärte deren Vorsitzender Ralf Helmig. Er betonte, dass man alle drei Möglichkeiten, neben der Errichtung einer Gesamt- auch die einer Sekundarschule sowie die Beibehaltung von Haupt- und Realschule, „sehr intensiv beraten und abgewogen“ habe. Jetzt müsse versucht werden, „ohne großes Aufsehen“ den geforderten Konsens mit den Nachbarn herzustellen.

Angesichts der Erfahrungen bei der geplanten Errichtung einer Gemeinschaftsschule fragte Bernd Dahlmann (SPD) nach, ob hier die Bezirkregierung nicht moderieren könne. Bürgermeister Heß erklärte dazu, dass man „Manns genug“ sei, diese Gespräche selber führen. Außerdem geht er davon aus, dass es keine Probleme geben wird, wie die Bürgermeister aus Plettenberg und Eslohe auch bereits signalisiert hätten.

Markus Baumhoff (FDP) und Günter Linn (UWG) erklärten nahezu übereinstimmend dass es ihnen vor allem um die Chance gehe, eine Schule mit Sekundarstufe II in Finnentrop zu etablieren, um eine weitere Abwanderung von Schülern zu stoppen.

Eine endgültige Entscheidung wird eventuell in einer Sondersitzung des Rates fallen, die am 29. November stattfinden kann. Die Bezirksregierung hat um ein Votum vor Dezember gebeten, wenn man eine neue Schulform im nächsten Jahr einführen will.

DerWesten

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Kommentare
18.10.2011
21:03
Gesamtschule für Finnentrop
von frauundmutter | #1

Ich bin ein bekennender Fan des dreigliedrigen Schulsystems, so outete sich der Fraktionsvorsitzende der CDU, Ralf Helmig, beim Streit um die Gemeinschaftsschule. Noch heftiger argumentierte der CDU Gemeindeverbandsvorsitzende, Achim Henkel, im SauerlandKurier für den Bestand der hiesigen Schulen. Und jetzt das?
Die Aussagen der hiesigen CDU Vordenker verfügen offensichtlich nur über eine Halbwertzeit von wenigen Wochen! Politikerversprechen sind eben oftmals aus demselben Holz geschnitzt wie Treueschwüre vor der Hochzeitsnacht - man darf sie nicht zu wörtlich nehmen.

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