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Umstrittene Herrensitzung

Garde-Tänzerin fühlte sich nach Porno-Strip wie Freiwild

29.01.2010 | 14:58 Uhr
Garde-Tänzerin fühlte sich nach Porno-Strip wie Freiwild

Neuenhof. Wie fühlt sich eine junge Frau, die nach der Stripperin Joy bei der Herrensitzung in Neuenhof auf der Bühne stand? Wir haben mit einer Garde-Tänzerin gesprochen, die berichtet, dass die Stimmung beim Porno-Strip extrem gewesen sei. "Viele hingen mit ihren Handykameras halb über der Bühne."

Die Meinungen der Männer gehen auseinander. Wird durch die Berichterstattung über die Herrensitzung in Neuenhof aus einer Mücke ein Elefant gemacht? Weil man doch vorher weiß, dass es dort deftig zur Sache geht, und auch die Mehrheit der Büttenreden "nicht", wie es ein Leser formulierte „für das breite Fernsehpublikum geeignet ist”? Oder wird der Karneval als Vorwand für Geschäftemacherei missbraucht, weil Auftritte wie der von „Joy” erst die Hallen und dann die Kassen füllen?

Nach Joy auf der Bühne

Aber wie erleben Mädchen und junge Frauen Herrensitzungen, die als Tänzerinnen der Garden vor oder nach Strip-Tänzerinnen das Programm gestalten? Wir haben mit einer 23-Jährigen gesprochen, die zu einer der Garden gehörte, die nach Joy auf die Neuenhofer Bühne mussten. Zu dem Gespräch war sie nur unter der Bedingung bereit, dass weder ihr Name noch der ihrer Garde genannt werden.

„Die Stimmung”, erinnert sie sich, „war extrem, die standen auf den Tischen und Bänken. Viele hingen auch mit ihren Handykameras halb über der Bühne, um den Auftritt zu filmen.” Der Auftritt in Neuenhof sei für sie nicht die erste Herrensitzung gewesen, „aber das war schon ziemlich primitiv, so hätte das nicht sein müssen”. Das eigentliche Problem sei aber nicht der Auftritt von Joy gewesen, sondern die anschließende Stimmung im Saal.

Drei Stunden warm getrunken

Seit mehr als drei Stunden hatten die Besucher Gelegenheit gehabt, sich in Stimmung zu trinken, danach herrschte offensichtlich bei vielen der Eindruck, dass alles, was einen kurzen Rock trug, Freiwild und zum Begrabschen freigegeben war: „Man bekam dauernd irgendwelche obszönen Bemerkungen und musste aufpassen, dass man die Hände wegkriegte.” Sie selber sei 23 Jahre alt und könne mit einer solchen Situation umgehen: „Ich stelle mich darauf ein und gehe, wenn es sein muss, auf deren Niveau runter. Man muss denen die passende Antwort richtig vor den Kopf hauen, dann geht's.”

Gunnar Steinbach

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