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Karneval

Chefin der Tänzerin verteidigt Strip auf Herrensitzung

23.01.2010 | 12:03 Uhr

Neuenhof. Katja Maczollek, Inhaberin des Kim-Showservice in Gelsenkirchen, widerspricht den Aussagen von Elferrat und Präsident der KG Neuenhof, die vom kompletten Strip überrascht worden sein wollen. In Attendorn ist die heiße Herrensitzung mit einer nackten Tänzerin weiterhin Top-Thema.

„Das war so gebucht. Man kann Nummerngirl ohne Strip buchen, dann bleibt der Tanga an, und man kann mit Strip buchen, dann zieht sie sich komplett aus. Ich frage jedes Mal ganz deutlich: Was wollen Sie haben? In Neuenhof war mit Strip gebucht”, sagt Katja Maczollek, Inhaberin des Showservice, bei dem die KG Neuenhof die Tänzerin, die sich komplett entkleidete, gebucht hatte.

Freude, wenn Tanga an bleibt

Dass sich eine Tänzerin gegen alle Absprachen auf der Bühne komplett auszieht, hält Katja Maczollek für ausgeschlossen. „Die freuen sich, wenn sie den Tanga anlassen können.” Dass es auf der Bühne dann besonders zur Sache gegangen ist, erklärt Katja Maczollek mit dem Ruf, den Sauerländer Dörfer haben. „Da geht es zünftig zu. In Köln ist nicht einmal ein nackter Oberkörper erlaubt, aber auf den Dörfern gilt: je oller, desto doller. Vielleicht hat sie gedacht, in Neuenhof gebe ich alles und tue den Jungs mal was Gutes.” Nichts Gutes will der Kreis Olpe der KG Neuenhof tun. Als „völlig inakzeptabel unter dem Aspekt des Jugendschutzes” bezeichnete  Landrat Frank Beckehoff die Vorkommnisse.

Der Jugendschutzbeauftragte des Kreises Olpe werde sich über das Thema mit dem Vorsitzenden der KG unterhalten. Über die Aussagen des Elferrates, die Künstlerin habe sich ohne Absprache und spontan auf der Bühne ausgezogen, könne man vielleicht schmunzeln, es ändere aber nichts daran, dass der Auftritt niveau- und geschmacklos gewesen sei, und Veranstalter die Pflicht hätten, solche Auftritte seriös zu planen. Im übrigen hätte man den Auftritt auch jederzeit abbrechen können.

Karneval in Verruf

Nach Einschätzung von Beckehoff kommt der Karneval durch solche Auftritte in Verruf: „Vielleicht sind die Karnevalsvereine insgesamt aufgrufen, sich zusammnenzusetzen und klare Regeln zu geben.” Ein Vorschlag, den Thomas Dröscher, erster Vorsitzender des Karnevalvereins Schönau, am Freitag aufgriff: „Möglicherweise ist es wirklich Zeit, dass wir uns Regeln geben, denn solche Veranstaltungen bringen den Karneval in ein schiefes Licht. Das liegt nicht im Interesse des Kreiskarnevals, nicht im Interesse des Bundes Deutscher Karneval und hat auch mit Brauchtumspflege nichts zu tun.”

Dröscher hat Anlass, sich mit der Sitzung in Neuenhof kritisch auseinanderzusetzen, weil die Schönauer Roten Funken „nach einer ganz kurzen Pause”, so Dröscher, der Strip-Show folgten. Die jüngsten Roten Funken sind 14 Jahre alt.

Gunnar Steinbach

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