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Schneekatastrophe

Auf Flachdächern war gestern Schneeräumen angesagt

03.02.2010 | 17:56 Uhr

Attendorn/Finnentrop. Aus Sicherheitsgründen wurden gestern die Flachdächer zahlreicher Firmenhallen von den Schneemengen geräumt. Dabei stellten einige Firmen die Produktion ein.

Bei einer ganzen Reihe von Firmen in Attendorn und Finnentrop ruhte gestern die Produktion, weil sich Dachlasten nach heftigem Schneefall dem kritischen Bereich näherten.

Die Firma Gedia hatte gestern „präventiv”, wie Geschäftsführer Markus Schaumburg sagte, alle Schichten gestrichen. Allerdings macht der Schnee nicht nur auf den Dächern der Hallen Probleme, sondern auch bei der termingerechten Auslieferung. Gestern war die A 45 lange Zeit in beiden Fahrtrichtungen komplett gesperrt, die LKW standen, die Bänder der Hersteller aber liefen. Wenn sich die Situation auf den Straßen nicht bald entspannt, wird es auch dort zu Produktionsausfällen kommen.

Einen Produktionsstop gab es bei der Firma Eibach in Finnentrop. Nach Aussage von Svantje Eibach hatten die Dachkonstruktionen ihre Grenzen hinsichtlich der Tragfähigkeit „fast erreicht”. Angesichts der Ereignisse im Industriegebiet Biggen bei der Firma Aquatherm habe man sich entschlossen, kein Risiko einzugehen.

Ein kleineres Problem bei einer alten Halle gab's bei der Firma Fischer und Kaufmann in Heggen, aber nichts, was, so Peter Bölker, Verantwortlich für die Logistik im Unternehmen, die Produktion gefährdet hätte.

Völlig normal lief die Produktion bei der Firma Kirchhoff im Attendorner Industriegebiet „In der Stesse”. Auch bei Mubea gab es keinen Produktionsausfall.

Ganz anders dagegen die Sachlage bei Viega. Hier hatte man gestern „rein vorsorglich” den kompletten Standort Ennest geschlossen. Unter Kontrolle eines Statikers, der regelmäßig die Dachlasten überprüfte, waren hier, wie auch auf vielen weiteren Flachdächern von Firmen in allen Industriegebieten der Stadt, insgesamt rund 60 Personen, Dachdecker, Mitarbeiter von Bauunternehmen, aber auch Viega-Werker im Einsatz, um die riesigen Dachlandschaften von den Schneemassen zu befreien.

Es mussten aber nicht die gesamten 74 000 Quadratmeter Dachfläche geräumt werden, sondern nur Teilbereiche. Das Fertigungszentrum konnte bereits gestern wieder die Arbeit aufnehmen. Ob heute wieder voll gearbeitet werden kann, stand gestern Nachmittag noch nicht fest.

Auch der Raiffeisen-Markt „In der Stesse” blieb gestern Vormittag geschlossen, bis auch dort der Schnee von den Dächern entfernt war.

Die Hoffnung des Attendorner Bauhofs auf eine Lieferung von 25 Tonnen Streusalz hatte sich derweil zerschlagen, gestern saß man bildlich gesprochen „auf dem Trockenen”. Die Mitarbeiter waren angesichts des Tauwetters weiterhin bemüht, mit Radladern den Schnee an neuralgischen Punkten im Stadtgebiet zu entfernen.

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